Frühlingshauch im Februar

Ein Frühlingshauch liegt auf der Stadt,
Blauhimmel und die Lüfte schwingen.
Kein Schneerest dort im Park, es hat
die Wiese Grün hervorzubringen.

Nilgänse watscheln hin zum Teich,
dort lässt ’s sich eisfrei sehr gut schwimmen
Die Weiden wachsen, Knospen reich,
zu Frühlings Blühen sich einstimmen.

Am Warmen Damm spazier‘ ich hier,
der Sonne Licht wärmt Seele, Sinn.
Die Zaubernuss in Blütenzier
lässt schwinden Winters Frust dahin.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Neujahr

Der Neujahrsmorgen grüßt in sanfter Stille.
Nach lautem Trubel der Silvesternacht
zeigt sich in Klarheit nun Vernunft und Wille
zum Neubeginn bereit, recht gut bedacht.

Was alles mag sich wohl zum Bessern wandeln?
Der Vorsatz lässt uns wirken darauf hin.
Es soll im neuen Jahr doch unser Handeln
stets folgen einem klar bestimmten Sinn.

Zwar wissen wir, dass vieles wird nur vage
entsprechen jenem hohen, hehren Ziel,
doch stellen wir die Absicht nicht in Frage
und frönen jedes Jahr dem gleichen Spiel.

Erneut uns tragen Zuversicht und Hoffen,
und wir, erfreut, wähnen die Türen offen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Am Warmen Damm

Schiller/ Am Warmen Damm

Schiller, der hier im Kabäuschen
gut vor Frost und Rauch geschützt,
spielt nun für vier Wochen Mäuschen;
sieht viel Gäste, warm bemützt.

Auf der Eisbahn gegenüber
läuft nicht nur der Kinder Schar;
Vater zeigt beim Eisstockschießen,
dass er mal ein Champion war.

Manche, hungrig durchgefroren,
kehren in die Hütte ein,
Schweizer -Alm-Flair, auserkoren,
auch ein Treffpunkt soll es sein.

„Wer hier her kommt, trinkt und speist,
trifft sich nicht zum Rütli-Schwur,
um Geselligkeit geht’s meist“,
denkt sich Schiller, gar nicht stur.

Er, der hier nun gut bedacht,
stört sich nicht an dem Betrieb,
hält hier Tag und Nacht die Wacht,
der Tragödie ist das lieb.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Frühlingskuss

Die Sonne lacht, und mir ist ’s heute,
dass ich Beethoven singen muss,
mit Schillers Ode an die Freude
schenken der ganzen Welt den Kuss.

Den Frühlingskuss, der alles Leben
in Freude glücklich mag erhellen
und gütig möcht’ dem Nächsten geben
in Offenheit, sich nicht verstellen.

Mir ist ’s verwehrt, die Welt zu küssen;
drum wähle ich, mein Schatz, nun dich.
Der Frühling will es von uns wissen,
und du weißt wohl, ich liebe dich.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Schillerdenkmal vor dem Theater,

Frühlingsbild

Forsythien quellen übern Zaun
wie leuchtend gelbes Malen.
Jetzt mag sich Frühling endlich trau’n
hell blühend zu erstrahlen.

Lupft täglich auch im Mandelbaum,
im Kirschbaum rosa Blüten;
der Park erwacht zu einem Traum
in lieblichem Behüten.

Da glänzt es hehr; wie schön bestellt,
darf vieles wachsen, streben.
Der Hoffnung Licht beschirmt die Welt,
geschenkt wird neues Leben.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Am Warmen Damm

Herbstbild

Der Herbstwind trägt die Blätter, lässt sie schweben,
die gelb und goldenrot im Sonnenlicht
hier in den Bäumen nun ihr leuchtend‘ Leben
von Zweigen lösen, Abschiedstänze geben,
nichts ahnend da von Welken und Verzicht.

Natur zeigt farbenprächtig ihre Räume
in Park und Garten, Wiese, Wald und Feld.
Und Früchte fallen raschelnd aus den Bäumen:
Bucheckern, Eicheln, Rosskastanien, Träume
der Kinder, denen Sammeln jetzt gefällt.

Als wolle sie ein großes Fest bereiten,
erstrahlt die Landschaft noch in warmem Licht.
Bevor die Tage sich in Nebel kleiden
und Fröste winterlich in Raureif leiten,
malt Herbst ein Indian-Summer-Bild-Gedicht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Am Warmen Damm

Im Park

Feurige Schwingen,
Blätter tanzen und schweben,
Herbstvögel im Wind.

Der Gingkobaum strahlt
und leuchtet weithin im Park,
ein golden Geschenk.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Am Warmen Damm,

Abschiedsgedanken

Es trinkt der See sich noch an Farben satt,
dem Blau des Himmels, rotem Gold der Bäume,
das sonnig leuchtend dieser Herbsttag hat
geschenkt als Spiegelbild, lässt Phönix träumen.

Hier werden bald die Nebelvögel schwingen,
auslöschen alle Pracht und warmen Glanz,
und Frost wird ihn in blinde Eishaut zwingen,
wo Wasservögel schweben jetzt im Tanz.

Er fühlt es nicht, Natur wird schmerzlos lenken,
doch mir mischt Wehmut sich in meinen Blick,
erschaue Schönes, dennoch weiß mein Denken,
wie endlich hier das Leben, alles Glück.

Doch tröstlich ist der Kreislauf der Natur:
Was hier vergeht, kommt wieder, ruht ja nur!

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Frühlingsgeschenk

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Hier hat der Frühling auf einmal
die Landschaft aufgeweckt,
wo kürzlich noch im Winterfahl,
in Frostes Bann lag still das Tal,
von Eis und Schnee bedeckt.

Es lockt der Pflanzen frisches Grünen,
des Himmels helles Blau,
und auf der Wiesen Blumenbühnen
mag Lenz der Kälte Leiden sühnen
mit seiner Farbenschau.

Als könnten ihre Wasser singen,
sich die Fontäne hebt,
um hoch sich in das Licht zu schwingen,
die Luft weiß schäumend zu durchdringen,
wird nun das Bild belebt.

Auch dich lässt diese Freiheit hoffen,
dem Blühen gilt dein Sinn.
Was dich zuvor an Leid betroffen,
das weicht der Zuversicht und offen
gibst du dich Frühlings Träumen hin.

© Foto u. Gedicht / Ingrid Herta Drewing,2018

Krähe am Wasserloch im Winter

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Ach könnt‘ ich wie die Vögel hier
nur auch im Wasser schwimmen!
Ja ganz gewiss geläng‘ es mir,
beim Futterfangen im Revier
mich schneller abzustimmen.

Hier auf dem Eis heißt es wohl warten
für meine Brüder und für mich,
wenn neu den Wurf ein Kind wird starten,
dass dann auch für uns Vogelarten
das Futter fällt auf unsren Tisch!

So lauer ich, hab keine Eile,
fang auf Brotkrumen noch im Flug,
und dauert es auch eine Weile,
find ich doch meine Futterzeile,
wir Krähen sind geduldig, klug.

© Fotos u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018