Kinder

Wer Kinder hat, der weiß, wovon ich rede,
es liegt dir nur ihr Wohl und Weh am Herzen.
Sind sie noch klein, lebst du in steter Fehde
mit Kummer, Sorgen, vielen kleinen Schmerzen.

Und pubertier’n sie, tust du gut daran,
mit wachem Blick viel Freiheit zu gewähren;
auch wenn man müde ist, nur mühsam kann,
ist’s wichtig doch, geduldig zuzuhören.

Wenn sie erwachsen, ihren Weg gefunden,
lässt du sie los, wenn weh dein Herz auch zieht,
und freust dich auf die selten schönen Stunden,
da man einander glücklich wieder sieht.

Doch immer in Gedanken lebt die Frage:
Geht’s dem geliebten Kinde wirklich gut?
Das bleibt so bis zum Ende deiner Tage,
schließt auch die Enkel ein und ihre Hut.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Heiligabend

Wie jubelt ’s zur Weihnacht!
Wie hell singt der Chor!
Wie sprudelt im Schalle
die Freude hervor!

Das Singen erfüllt
meine Seele mit Macht,
die liebend erbebt.

Der Glaube, er lebt,
im Lichte enthüllt.
Es ist Heilige Nacht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Marktkirche, Krippe v. Wolf Spemann

Mozarts Musik

Wenn sich in langen Nächten
alles im Bangen dreht,
weil meine Sinne ächten,
dass es bald besser steht,
werde ich Mozart hören,
seine Musik, die so licht
mag meine Seele betören,
dass sie von Hoffen spricht.

Und alles Trübe muss fliehen.
Freudig die Melodie
wird mich verzaubern, ziehen,
beglücken in Harmonie.

………………………………………..
Senryu dazu

Aus schlafloser Nacht,
wenn die Gedanken kreisen,
hilft Mozarts Musik.

© Ingrid Herta Drewing,2018

Geburtstags-Akrostichon für Eric


E ric, mein geliebter Sohn,
R eiche Güte, Glück dich segne!
I mmer Freude innewohn‘!
C haos niemals dir begegne!

H eut‘ zählt dein Geburtstag schon
A n die vierundfünfzig Jahr‘
T reu und tüchtig, lieb und wahr

G ehst du mutig durch dies Leben.
E s war damals mir so klar,
B ist als ein Geschenk gegeben
U ns, die wir dir liebend nah‘,
R uhig dein Wohl hier mit erstreben.
T ausend, nein Milliarden Freuden
S ollen deinen Weg begleiten!
T age schön durch Liebe, Licht,
A ll das, was dir was bedeutet,
G lück, Geborgenheit verspricht!

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Erneuerung

Version 3

Es schenkt der Mai den Bäumen
dies‘ helle, zarte Grün,
die Zweige aufzuzäumen,
die nun aus Knospenträumen
erwacht in Frühlings Blüh’n.

Und dort in ihren Kronen
wiegt Wind so manches Nest,
wo muntre Sänger wohnen
und singen, froh belohnen
des jungen Lebens Fest.

Auch mich erfasst ein Freuen
und nimmt mich zärtlich ein.
Was mich ließ zagen, scheuen,
verblasst, ich wag‘ den neuen
beherzten Schritt ins Sein.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Gedicht

Feder Kladde (1)

Nur Worte, die ihr leises Lied mir singen,
Verszeilen, die sich reimen, stimmig finden,
sich kreuzen, schweifen und umarmend binden,
in einer Strophe miteinander klingen;
und dennoch halten sie für kurze Zeit
die kleine Freude für den Tag bereit.

Mal kommen sie daher im grauen Kleide
und klagen, wüten, wollen sich verzehren,
vielleicht sogar satirisch noch belehren,
obwohl sie finden keine grüne Weide.
Und dennoch halten sie für kurze Zeit
dies‘ Hoffen auf Veränderung bereit.

Dann wieder strahlen sie in lichtem Glanze,
geraten ob der Schönheit fast ins Schwärmen,
wenn die Natur schenkt, was den Blick mag wärmen,
ihn einlädt mit dem Farbenrausch zum Tanze.
Und dennoch halten sie geraume Zeit
die Wehmut um Vergänglichkeit bereit.

Nur Worte, doch auch Hauch von meinem Leben,
das mit im Licht der Jahreszeiten schwingt
und schauend seine kleinen Weisen singt,
sich darf dem Lächeln zärtlich hier verweben.
So halten sie wohl noch in meiner Zeit,
dies kleine Glücksgefühl für mich bereit.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,

Osternest

DSCN9623

Was leuchtet dort so bunt im Gras?
Ist das ein Osternest?
Hat es gebracht der Osterhas’
zu diesem Frühlingsfest ?
Die Kinder können ’s kaum erwarten,
sie suchen, ob vielleicht im Garten
er Eier hat versteckt.
Nun haben sie ’s entdeckt
Im Busch, am Baum ein großes Nest!
Ach ist es schön, dies Osterfest!

© Text u. Foto : Ingrid Herta Drewing

Wertschätzung

eine Rose

So nah der Schranke,
hegend Freiheit,
kühne Träume;
Tod, nur Gedanke,
ferne Wahrheit,
Nebelbäume.

Zu gern verweilen
auf Erden wir,
atmend im Licht,
doch blind wir eilen
zu häufig hier,
wertschätzen ’s nicht:

Dies Lied, das Leben
den Augenblick,
der Freude Klang,
ein Lächeln, Schweben
in zartem Glück
und sanftem Sang!

© Ingrid Herta Drewing,2018

Vor dem Spiegel

Die Falten, die die Zeit
dir auf die Stirn gebügelt,
als schrieben sie den Eid,
dass alles, was beflügelt,
ob’s Leid, ob’s Freudenfest
auch Spuren hinterlässt.

Da kräuseln sich an Mund
und Augen Lachens Zeugen,
doch tut sich Gram auch kund,
mag leicht die Züge beugen.
Es zeichnet Jahr für Jahr
des Lebens dich fürwahr.

Jedoch der Augen Glanz
ist leuchtend dir geblieben,
verspricht noch immer ganz
dies Hoffen, innig Lieben,
das hier im Leben singt,
noch in den Tiefen schwingt
und gütig Freude bringt.

© Ingrid Herta Drewing,2018

Jahresende

4.0M DigitalCAM

Das Jahr ist müde, legt sich bald zur Ruhe,
lädt an Silvester noch zu muntrem Tanz,
dann packt’s Erinnerungen in die Truhe,
die golden Tage, die es sah in Glanz.

Das Neue tritt herein auf leisen Sohlen.
Am liebsten wäre mir, es brächte Schnee,
zeigt‘ klare Wintertage unverhohlen
und Sonne in des Himmels blauer Höh‘.

Es möge sich auch friedlich hier erweisen,
jedwede Kriege, Terror seien fern,
und lasse Elend, Not und Tod verreisen
auf einen weit entfernten andern Stern.

Ich weiß, dies Wünschen bleibt nur Illusion,
und dennoch träume ich recht gern davon.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2017