Abschiedslied

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Wir, die häufig im Nebel verweilen
auf der Suche nach Wegen zum Licht
und unsre irdischen Ängste teilen,
lesen verwundert des Lebens Zeilen,
wenn es von Ende und Abschied spricht.

Gern möchten wir da Aufschub erhoffen,
festhalten jene Momente der Zeit,
als die Freude die Türen hielt offen,
weil wir das Glück, die Liebe getroffen,
wurden von Argwohn und Kummer befreit.

Doch gleicht’s dem Vogel, lässt sich nicht halten
und fliegt, sich plötzlich aufschwingend, davon.
All unser Sehnen, sorgendes Walten
kann keine Melodie mehr gestalten,
und leise verklingt dann der letzte Ton.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Herbstlich

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Es darf, obwohl Spätsommers Feuer schwelen,
ein himmlisch‘ Blau beschirmen klar die Welt,
beglücken sonnig unsre Sinne, Seelen,
bevor die Nebelschleier grau verhehlen,
was uns an Farbenvielfalt so gefällt.

Noch mögen seine Blicke zärtlich liegen
auf jener letzten Rosenfeuer Glut.
Die Freude wird im Erntetanz obsiegen,
wenn sich Verliebte an das Leben schmiegen,
einander schenken Glück, auch Schutz und Hut.

Und rauben Stürme bald das Laub den Bäumen,
sind sie, die jetzt im Golde glänzen, kahl,
wird, wenn die Blätter ruhen, Stämme säumen,
die Landschaft in des Raureifs Silber träumen,
erglänzen, leuchten neu aus Nebels Fahl.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Leben

Kleiner Fuchs_n

Das Leben ist ein Schmetterling,
so lind und farbenschön,
ein Spiel, das sich in Zeit verfing,
zeigt’s sich auch als zerbrechlich‘ Ding,
wenn es muss früh vergeh’n.

Jedoch, solange Leben währt,
schenkt es das größte Glück.
Trotz Leid viel Freude wird beschert,
und jedem Wesen ist es wert
als eigenes Geschick.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2017

Geburtstagsgruß für Sarah

Rosen,o

Mit diesen kleinen Rosen hier,
die zwar nur virtuell,
send ich ganz liebe Grüße Dir,
auch Wünsche sind zur Stell.

Humor, Gesundheit, Lebensglück
Dich mögen stets begleiten!
So sonnig wie heut‘ Tages Blick
so seien Deine Zeiten!

Gott schütze Dich, mein Sarah-Kind!
Auf allen Deinen Wegen,
auch wenn sie manchmal dornig sind,
geleite Dich sein Segen!

© Ingrid Herta Drewing,2017

Gegen den Krieg

Krieg,2014

Die Frühlingswelt erwacht zu neuem Leben,
doch ist das Glück getrübt, das mich erfüllt.
Des Hochmuts Fratze zeigt ein schändlich‘ Streben,
und sorgenvoll spür ich dies ferne Beben,
Schein-Empathie als Willkür sich enthüllt.

Wie leicht kann doch ein Funke da entzünden
ein Feuer, das dann setzt die Welt in Brand,
lässt unsre Friedenszeit in Kriege münden,
verstrickt uns wieder in die alten Sünden,
die wir noch unlängst hielten für gebannt.

Lasst Worte sprechen und die Waffen schweigen!
Beendet die Verheerung durch den Krieg!
Vernunft euch leite, Klarheit möge zeigen,
das hier das Recht noch ist der Menschheit eigen!
Dem Leben gelte friedfertig der Sieg!

© Ingrid Herta Drewing,2017

Frühlings Lied

DSCN8525 (1)Jetzt lässt der Frühling hier im Tal
sein helles Lied erklingen.
Es grünt und blüht,kein Winterfahl
mag ihn nun mehr bezwingen.

Forsythien Gelb, der Scilla Blau
und Krokus auf den Wiesen
entfalten ihre Farbenschau,
der Kirsche Blüten grüßen.

Du hörst’s beglückt,die Amsel singt,
will sich in Höhen schwingen.
Ihr Liebeslied ins Weite dringt,
wird Frühlings Freude bringen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Winterfreude

schneedach_oEs hat nun Winter über Nacht
hier einen Hauch von Schnee gebracht,
der Baum und Strauch verhüllt.
Die Landschaft glänzt in weißer Pracht,
am blauen Himmel Sonne lacht,
die Kinder Glück erfüllt.

Sie können einen Schneemann bauen,
der wird,weil Frost ist,noch nicht tauen
obwohl er doch recht klein.
Vergnügt sie ihrem Werk vertrauen,
er steht im Garten, soll dort schauen,
wer rausgeh’n wird und rein.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Geburtstagsakrostichon für Ruscha

R osen möge es heut regnen,
U nd die Sonne scheine hell,
T raut deinen Geburtstag segne,
H armonie sei auch zur Stell!

H ast und Stress darf’s da nicht geben,
A lltagssorgen seien fern,
T raumhaft ziere Glück dein Leben,

G länzen darf im Licht dein Stern!
E ine wahre Wundertüte
B leibe dir da als Geschenk
U nd dass Gott dich stets behüte!
R uschalein, er gütig lenk‘,
T rage dich auf seinen Händen
S chütze dich vor Kummer, Pein,
T rauriges er von dir wende,
A ber alle Liebe sein,
G nade hülle warm dich ein!

© Ingrid Herta Drewing,2016

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Innehalten

Es spielt der Frühlingswind im Haar der Weiden
und kräuselt mild die Wellen auf dem See.
Die Schwäne, die hier majestätisch gleiten,
sie tauchen auf aus Märchen alter Zeiten
in sanftem Bild, so strahlend weiß wie Schnee.

Als stünde still die Zeit, mag mir erscheinen
der Augenblick, der Seele, Sinn betört,
lässt innig mich mit der Natur vereinen.
Erfülltes Glück, ich bin mit mir im Reinen,
und alles, was beschwert, bleibt ungehört!

© Ingrid Herta Drewing,2016

Stoisch

Der August und der Augustin,
zwei Freunde, müde Krähen,
auf der Antenne, am Kamin
da sitzen sie,kein Weckamin
bewirkt, dass was geschähe.

Als seien sie vom Spätherbst nun
als Denkmal auserkoren,
im Nebel stoisch auszuruh’n,
so flügellahm, schier nichts zu tun,
fast einsam und verloren.

Der Elster lautes Keckern kann
sie nicht mal animieren.
Sie hören sich ihr Meckern an
und plustern sich kurz auf, um dann
bei Kälte nicht zu frieren.

Der August und der Augustin
die Hektik stets verschmähen.
Sie meiden Arbeit, Pflicht, Termin
und träumen sanft, dass sie Jasmin,
ihr Glück, einst noch erspähen.

© Ingrid Herta Drewing,2015