Gedicht

Wenn mir dies‘ sorgende Sinnen
tief in die Seele bricht,
und kaum ein heilend‘ Entrinnen
mir zeigt ein neues Beginnen,
treibt mich dies Sehnen nach Licht.
und ich schreib ein Gedicht.

Im Klang der Worte ein Gleiten,
von Reimen und Bildern erfüllt,
folge ich flüsterndem Leiten,
vergesse Alltag und Zeiten,
nur Phantasie dann noch gilt,
die mich so wohlig umhüllt.

© Ingrid Herta Drewing

Ende September im Nerotal

Des späten Sommers satte goldne Farben
begleitet Himmelblau im Aquarell,
als gelte es, nun nach Frühnebels Darben
im Teich zu spiegeln, was so licht und hell.

Ich schaue und genieß‘ die Augenweide
jetzt, da die Sonne warm im Mittag singt
und leuchten lässt der Bäume Blattgeschmeide,
das sanft noch vor dem Tanz im Winde schwingt.

Wie bald wird ihre Schönheit welk verblassen,
wenn Herbststurm harsch hier durch die Wipfel fegt
und dann an trüben Tagen, regennassen
sich Nebel auf die kahlen Äste legt.

Doch noch erreicht Natur nicht dieses Ziel;
es schenkt der Frühherbst uns sein glänzend Spiel.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing, 2018

Lebensfrage

Was wäre Leben
ohne Luft und Wärme,
die Tiere, Pflanzen,helles Licht?
Kein sanftes Weben,
keine Bienenschwärme
hier sorgten für die Frucht.Verzicht!

Was wäre Leben
ohne Glauben, Lieben,
ein Dasein aller Hoffnung bar?
Ein eitles Streben,
nur ein Werden, Üben,
und – sähe da Vernunft noch klar?

Was wäre Leben
ohne Kinderlachen,
die kleine Hand, die deine hält?
Dies Gück, gegeben,
lässt dich sorgsam wachen,
schenkt Güte hier in harter Welt.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Traumtänzer

Die Regenbogenträume,
die den Sommer wiegen,
sie hegen auch dein kleines Leben,
das über grüne Bäume
sich hoch möcht‘ in die Lüfte heben,
wie Schwalben fliegen,
erreichen Himmels Räume,
um sanft im Abendrot zu schweben.

© Ingrid Herta Drewing,2018

Sommer

Es träumt der Sommer auf den Fluren,
doch strahlt er heiß im Mittagslicht,
färbt Felder golden, Sonnenuhren
nimmt er in Schattenzeigers Pflicht.

Die Schwalben fliegen hoch und schweben,
als feierten sie froh ein Fest,
und auch der Mensch genießt dies Leben,
das ihn im Freien weilen lässt.

Da wird die Nacht, noch warm, zum Tage
und lädt im Freien ein zum Tanz.
Vergessen scheinen Trübsal, Plage,
des Sommers Leichtigkeit schenkt Glanz.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Verwandlung

Jetzt renoviert man die Fassade,
und alle Fenster sind verhängt,
nichts blüht mehr auf der Balustrade,
das Leben scheint zurück gedrängt.

Zur Höhle wird dir dein Zuhause.
Wie schön wär‘ Urlaub jetzt am Meer,
wo Wind und Wellen im Gebrause,
am Strand der Blick ins Weite hehr!

Fühlst wie ’ne Raupe dich verwoben,
getrübt das Licht nur zu dir dringt.
Der Sommer, der ins Hoch gehoben,
nun draußen leicht und sonnig schwingt.

Zwei Wochen wird der Spuk noch trügen,
dann hat das Haus ein neues Kleid,
und du, ein Schmetterling, darfst fliegen
ins helle Licht der Sommerzeit!

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Sommersonntag

Ein sanfter Sommersonnentag,
Geräusche nur gedämpft, verschwommen;
sie scheinen unwirklich, verzagt,
aus großer Ferne herzukommen.

Mild streichelt mich ein leichter Wind,
fährt zärtlich durch die Büsche, Bäume.
Und auf der Wiese spielt das Kind,
beglückt vertieft in seine Träume.

Ich sitz und schau, genieß’ die Stille,
die sanft im Hauch des Mittags singt.
Hier, wo auch mein bemühter Wille
entspannt im Licht des Sommers schwingt.

© Ingrid Herta Drewing

Opelbad

Nostalgisch schön, hier auf dem Berg gelegen,
schenkst du mir Urlaubsfreude, klaren Blick.
Ich schau‘ ins Tal und fühl‘ des Sommers Segen,
seh‘ weit nach vorn und gerne auch zurück.

Von goldnen Tagen magst du mir erzählen,
sahst mich als Kind, als Mädchen, junge Frau,
als Mutter dort mit meinen Kindern wählen
den Freizeitspaß, die Rutsche hoch im Blau.

Nun sind’s die Enkel schon, die mich begleiten
zu dir, du stattlich‘ Schwimmbad in der Höh‘.
Am Walde liegend, Bäume dich geleiten,
bist du so attraktiv wie eh und je.

Ich lass‘ mich froh von deinem Flair einladen,
genieß‘ das Panorama, mein Wiesbaden.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Frühlingsdüfte

Rosen Balkon

Der Mai schenkt uns die sonnigmilden Lüfte
und lässt die Pflanzen grünen, blühend strahlen.
Bereits am Morgen dringen ihre Düfte
zu mir herein, Aromen auszumalen.

Ein Labsal sind Lavendel, Rosmarin,
Basilikum und Thymian, Salbei, auch
Petunien, die in süßer Sehnsucht blühn,
und, lieblich fein erwacht, der Rosenstrauch.

Es schwingt ein Lächeln in den Rosenblüten,
die sich entfalten hier im Sonnenlicht.
Ihr Duft, ein zarter Hauch, der von Behüten
des Lebens durch des Schöpfers Gnade spricht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Geborgen

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Du birgst mich sanft in deinen Armen,
gewährst mir Trost in aller Not.
Dein Wort, so wichtig wie das Brot,
vertreibt die Kälte, schenkt im Warmen
mir lächelnd Liebe, lind Erbarmen
und Hoffnung, neues Morgenrot.

Da schwingen in den Lüften Klänge,
so hell erwacht des Frühlings Lied,
das froh ermuntert mein Gemüt,
befreit aus Trübsal, grauer Enge.
Andächtig lausch’ ich Lichtgesängen
und fühl, wie Leben neu erblüht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing