Advent

Bald wird es kalt.
Schnee hüllt die Landschaft ein,
lässt fein sie schweigend sein,
kein Vogellied erschallt.
Als sollt‘ ein Innehalten
andächtig hier nun walten,
wirkt weiß die Welt und rein.

Früh geht der Tag.
Das Sehnen nach dem Licht
verzagt nicht im Verzicht,
empfindet’s nicht als Plag.
Im hellen Schein der Kerzen
dringt Freude in die Herzen,
Advent von Ankunft spricht.

Die Weihnachtszeit
im Glauben uns verspricht
die Liebe und das Licht,
hat im Geleit
das Hoffen auf den Frieden,
den Christus uns beschieden,
für alle hält bereit.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Maienlicht

Kastanie, Warda_o

Hell glänzen im Kastanienbaum
hier abertausend Lichter.
Die Kerzen,Frühlings Maientraum,
entfalten duftig, zart im Raum
weißrosa Blühgesichter.

Ein Leuchten, Grünen! Die Allee,
bekränzt von Blüten, zeigt sich licht,
führt lieblich hin zum kleinen See.
Leis weht ein Hauch von Maienschnee
dem Tag ins sonnige Gesicht.

Jetzt zeigt sich werdend, neu das Leben,
schenkt Hoffen und Vertrauen.
Die Pflanzen sprießen und verweben
die goldnen Strahlen; Schwalben schweben
am Himmel hin im Blauen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Am Warmen Damm

Zweiter Advent

Ein Wintertag erwacht im hellen Strahlen
des weißen Zaubers,Schnee fiel über Nacht.
Die Landschaft lockt nun als Motiv zum Malen;
den blauen Himmel krönt der Sonne Pracht.

Fast feierlich umgibt dich diese Stille,
ein Sonntagmorgen, der dir Ruhe schenkt,
lässt innehalten,leichthin dich dein Wille
durch den verschneiten Park zur Kirche lenkt.

Warm leuchten Kerzen, schon das zweite Licht
bereitet uns auf Jesu Ankunft vor,
die jedes Jahr zur Weihnacht neu verspricht,
dass Gottes Sohn uns Menschen auserkor.

Durch Freude, die dies‘ Kind uns schenkt auf Erden,
wird Gottes Liebe uns gegeben werden.

© Ingrid Herta Drewing

Stromausfall

Und plötzlich da, der Strom fiel aus!
Zunächst war ’s dunkel nur im Haus.
„ Wie schön!“, rief Finchen, wollte scherzen,
„ es ist Adventszeit, holt die Kerzen!“

Sie brannten lauschig dann und schön;
Doch manches wollt’ nun nicht mehr gehn.
Der Kühlschrank tröpfelte im Schlafen,
auch der PC war bei den Schafen.
Die Waschmaschine harsch gestoppt,
der Trockner auch brutal gefoppt,
Den Föhn konnt’ Eva jetzt nicht nutzen,
und nicht elektrisch Zähne putzen.
Paulchens Verstärker war KO,
Radio und Fernsehen sowieso,
tot der Recorder, DVD.

Doch herrlich ruhig war’s, und ich seh’
im Traume mich am Sich’rungskasten
schon mal ’nen Stromausfall ertasten.

© Ingrid Herta Drewing

Adventszeit

Im dunklen Zimmer leuchten warm die Kerzen,
dort duften lieblich Nelken, Zimt, Anis,
und Tannengrün beglückt das Auge, Herzen,
Vorfreude auf des Christfests Paradies .

Gebastelt und gemalt wird in der Stille,
geübt auch fleißig Flöte und Klavier,
und Wünsche ausgespäht, die man erfülle,
ans Christkind adressiert auf Glanzpapier.

Die Plätzchen, die gemeinsam wir gebacken,
ein Schatz, den Mutter in der Truhe hält,
und auch so manche Nuss gilt es zu knacken,
die Frage, wer die Weihnachtsmaus bestellt.

Sie hinterlässt stets heimlich Krümelspuren,
dort, wo Gebäck wird sorgsam aufbewahrt.
Doch finden wir sie nie, trotz Lauern, Luren;
der kleine Plätzchendieb ist gut auf Draht.

Die Zeit der Sterne und der frohen Lieder,
sie naht nun, strahlend wird der Kinder Blick.
Die Augen leuchten, denn sie schenkt uns wieder
geheimnisvoll schon im Erwarten Glück.

Ingrid Herta Drewing