Sommer

Waldrefugium
schenkt mir Schatten und Ruhe,
Balsam der Seele.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Frühsommer-Freude

Nun ruht des Sommers Blick warm auf den Fluren,
und Leichtigkeit bringt Freude mit ins Land.
Der Tag blüht lächelnd auf; die Sonnenuhren
bewegt des Lichtes Gold mit sanfter Hand.

Wir lieben sie, die langen, hellen Tage
und auch die sternumflorte, milde Nacht.
Frühsommers Träume halten an die Waage,
die sonst oft trägt der Alltagssorgen Fracht.

Die Seele, froh gestimmt, beginnt zu singen
und fühlt geborgen sich in ihrer Welt.
Kein Argwohn mag den Zauber zu durchdringen,
der zärtlich liebend sie umfangen hält.

Der Sommersegen, der nun unser Leben
vermag in Glücksmomente zu verweben.

© Text u. Foto: Ingrid Herta Drewing

Blaue Blume

Der blauen Blume Konterfei,
die die Romantiker gesucht,
mag „Klecksel“* malen, ist so frei
und steht mit Mal-Gewand betucht,
am Feld mit seiner Staffelei.

Kornblumenblau? Nichts da, er flucht,
war sicher, dass hier Blüte sei.
Ihm kommt es vor, als wär’s verrucht.
Da fällt ihm ein die Akelei
im Garten, den er jüngst besucht.

Der Blume ganz besondre Art
will ihm als schön Motiv erscheinen,
denn ihr verschieden Habitat
scheint was getrennt ist, zu vereinen,
vom Meer bis hin zu Berges Grat.

Begibt sich zur bekannten Stätte,
im Garten steht sie blau parat,
und „Klecksel“ glaubt, dass sie ihm rette
die Liebe seiner Künstler-Tat,
symbolisch Unendliches hätte.

*Name bei Wilhelm Busch entliehen
© Text : Ingrid Herta Drewing
© Foto: Pixabay

Frühlingsmorgen

Sonne lässt den Tag erstrahlen,
Freude fließt in Herz und Sinn.
In des Waldes Kathedrale
Buschwindröschen Sterne malen
weiß in zartes Grünen hin.

Überall des Frühlings Weben;
sieh es wächst in Wald und Flur!
Dieses neu erwachte Leben
wird dir wieder Hoffnung geben
hier in blühender Natur.

Lieblich tönt der Vögel Singen,
hellem Morgen weicht die Nacht.
Dich beglückt dies schöne Klingen,
nimmt dich mit in sanftem Schwingen,
lächelnd ist dein Tag erwacht.

© Ingrid Herta Drewing

Erinnerung

Gesungen hast du, wunderschön gesungen,
ein altes Lied, das tief ins Herz mir drang,
erinnernd weckte, was längst schien bezwungen,
in Bildern tauchte auf, ein süßer Klang.

Und zart bewegt von einem tiefen Sehnen
sah ich mich wieder in dem stillen Hain,
wo wir als Kinder ahnungslos und rein,
von Wundern träumend an den Bäumen lehnten.

Es gibt ihn nicht mehr diesen Wald, den schönen,
und viele Jahre sind ins Land gegangen.
Am andern Ort, ein Lied in fremden Tönen,
ein neues Leben hatte angefangen.

Jedoch bewahrt die Seele noch den Blick,
und schenkt uns zärtlich im Erinnern Glück.

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing

Sommerausklang

Wie schnell des Sommers Tage schwinden!
Ich sah die Mauersegler fliehen,
in Scharen schon nach Süden ziehen,
weit weg ins ferne Afrika.

Und auch die goldne Pracht der Linden,
ihr Duft nach milden Regens Sprühen,
der lieblich mochte hier erblühen,
ist plötzlich nun auch nicht mehr da.

Doch Hochsommer lässt uns noch finden,
was die Natur ihm hat verliehen,
nach Hitze und Gewitter Mühen,
in Wiese, Wald ein Grünen nah‘.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Gebirgswald

Es liegt der Wald dem Berg zu Füßen,
der felsig schroff in Höhen strebt
und gipfelnd mag den Himmel grüßen,
der auch den Karsee blau belebt.
Das Panorama allenthalben
zeigt majestätisch schön die Alpen.

Der Wald wirkt dunkel, seine Fichten,
die nur ein Wildbach rasch durchfließt,
sich immergrün zur Sonne richten.
Der Wanderer beglückt, genießt,
dass er beim Aufstieg nun im Schatten
darf ruhen, wehren dem Ermatten.

Als Bannwald schützt er vor Lawinen,
wenn’s Dorf im Winter liegt bedroht.
Weh denen, die leichtfertig ihnen
die Schneisen schlagen ohne Not,
weil für den Wintersport sie rüsten,
dort roden Wald für neue Pisten!

Wer glaubt, die Wirtschaft so zu würzen,
zu fördern den Tourismus pur,
sieht Muren sehr bald talwärts stürzen,
wenn Regen rauscht, schafft nasse Spur.
Der Wald kann oft noch Boden halten,
verhindern Erdrutsches Gewalten!

Noch liegt der Wald dem Berg zu Füßen,
der sich hier in die Höh‘ erhebt
und felsig mag den Himmel grüßen,
der auch den Karsee blau belebt.
Dass wir nicht finden allenthalben,
die Landschaft nur noch in den Alben!

© Ingrid Herta Drewing 03.05.2019

Zuversicht

Jetzt lässt der Lenz die Welt ergrünen,
und Baum um Baum zeigt seine Zier,
dies Leuchten über Wiesenbühnen
vertreibt des Nebels fahles Sühnen,
schenkt schön sich unsren Blicken hier.

Beglückt auch meine Seele, Sinne,
wenn ich verträumt im Park spazier‘.
Ich schaue, halte gerne inne
und ahne, dass ich neu beginne,
denn Hoffnung weist nun Wege mir.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Unwetter

Der Herbst zieht ein; mit Sturm und Regen
er kühl sein barsches Machtwort spricht.
Ein lang ersehnter nasser Segen,
der Wald und Fluren sollte hegen,
naht nun als stürmisch‘ Kampfgericht!

Da brechen Äste, stürzen Bäume
nach langer Trockenheit die Not,
die jetzt betrifft erneut auch Räume,
wo vormals viele Sommerträume
in Feuerbränden sind verloht.

Und im Gebirge Wolkenbrüche,
hoch in den Alpen fällt schon Schnee.
Es brodelt in der Wetterküche,
Gewitter, Blitze, Donnerflüche,
Orkane wüten an der See.

Der Mensch erlebt’s mit Unbehagen;
wer’s kann, der meidet Strand und Wald,
wo Sturm und Flut zu heftig plagen.
Doch Helfer stellen hoch den Kragen,
bekämpfen Schäden da alsbald.

© Text: Ingrid Herta Drewing
Foto: Pixabay

Opelbad

Nostalgisch schön, hier auf dem Berg gelegen,
schenkst du mir Urlaubsfreude, klaren Blick.
Ich schau‘ ins Tal und fühl‘ des Sommers Segen,
seh‘ weit nach vorn und gerne auch zurück.

Von goldnen Tagen magst du mir erzählen,
sahst mich als Kind, als Mädchen, junge Frau,
als Mutter dort mit meinen Kindern wählen
den Freizeitspaß, die Rutsche hoch im Blau.

Nun sind’s die Enkel schon, die mich begleiten
zu dir, du stattlich‘ Schwimmbad in der Höh‘.
Am Walde liegend, Bäume dich geleiten,
bist du so attraktiv wie eh und je.

Ich lass‘ mich froh von deinem Flair einladen,
genieß‘ das Panorama, mein Wiesbaden.

© Foto u.Text / Ingrid Herta Drewing, 2018