Surreal

Frischer Fichten Nadeln fielen,
abgebrannter Kerzen Licht
strahlte auf die nassen Dielen,
die gut trocken aufgewischt .

Alte Kinder sangen Lieder,
standen stumm im Kreis herum,
und im Viereck halt es wider
ohne Echo rumm bumm bumm.

Fox, der Hund, der lautlos bellte,
saß hellwach am Baum und schlief,
während Maunz die Katze schellte,
und nichts sagend Hilfe rief.

Fern die Feuerwehr schon nahte,
setzte flugs das Haus in Brand,
grillte alles, auch Salate,
und was sich nicht dort befand.

Schrecklich war die schöne Feier
Hühner krähten, und ein Wolf
legte emsig faule Eier,
toter Hahn spielt‘ feurig Golf.

Laut erschallten stille Schreie,
Krieg rief „Frieden“ in die Welt,
Bitcoin ließ Papiergeld schneien,
reich war, wer sich arm gestellt.

© Ingrid Herta Drewing,2017

Ernst Lustig

Auch Bruder Lustig, wer wird‘ s meinen,
wenn ihn der Witz nicht mehr besticht,
begegnet mürrisch oft den Seinen
und nimmt sie ernsthaft in die Pflicht.

Da wird nicht mehr gelacht, gelächelt,
denn Ernst ganz den Humor verdrängt,
sogar der Hofhund müde hechelt,
weil man ihn in den Zwinger zwängt.

Nur Maunz, die Katze, sehr geschmeidig,
sucht sich ihr eigenes Revier,
und denkt bei sich: „ Den Burschen meid‘ ich,
so lang es nicht mehr lustig hier!“

© Ingrid Herta Drewing,2017

Sonntagmorgen

Schlossplatz_oNoch träumt der Sonntag in den stillen Straßen,
nur eine Katze sanft quert meinen Weg.
Der Lärm, der werktags hörbar über Maßen,
er ist verstummt,Verkehr hat sich gelegt.

Es scheint, als schliefe im Dornröschenzauber
die kleine Stadt für eine lange Zeit.
Der Regen spülte ihre Gassen sauber,
die nun erglänzen frisch im Sonntagskleid.

Der Sonnenprinz wird sie wohl wecken, küssen
und wenn vom Turme hell die Glocke klingt,
wird sie,ermuntert, um die Pflichten wissen,
und sie sich schnell ins rege Leben schwingt.

Doch noch genieße ich des Morgens Ruhe
fernab von allem Treiben und Getue.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Adventskranz-Ballade

Es hatte Paul Ernst Anton Schanz
sich schön gebastelt einen Kranz
aus duftend grünen,jungen Fichten.
Sie sollten es nun festlich richten,
geschmückt mit roten Kerzen,vier,
für den Advent als Zimmers Zier.

Und jeden Sonntag im Advent,
für Paul nun neu ein Kerzchen brennt.
Auch knistert’s wohlig im Kamin,
wo feurig rot die Scheite glüh’n.
Versonnen sitzt er am Klavier
mit seiner Katze und trinkt Bier.

Wie schön der Kerzen Licht heut‘ brennt!
Er merkt’s nicht mehr, ist eingepennt,
liegt auf der Couch, lang ausgestreckt.
Der Schlaf kam schnell, nicht zugedeckt,
schnarcht er dort,tief in Morpheus‘ Armen,
sägt Wälder ab, ’s ist zum Erbarmen!

Doch friert er nicht,kennt keinen Harm;
vier Kerzenflammen strahlen warm,
verströmen hier ihr lauschig‘ Licht.
Der Kranz steht auf dem Tisch,ganz dicht,
wo jetzt des Schläfers beide Füße
sich nähern, um sie zu begrüßen.

Schon stößt er mit dem Fuß, wie dumm,
die vierte Kerze an und um.
Es fließt das Wachs, die Katze rennt,
sie sieht den Kranz, der hellauf brennt,
ruft laut den Paul, sie kläglich maunzt,
doch dieser regt sich kaum und raunzt.

Da endlich, als, zu heiß bedrängt,
sein linker Fuß nun Feuer fängt,
erwacht er aus der Lethargie,
zumal die Katze schreit wie nie.
Flugs springt er auf,erkennt, dass Feuer
schon speit die Flammen ungeheuer.

Zum Glück sind eine Brandschutzdecke,
ein Feuerlöscher in der Ecke,
womit den Brand er schließlich hemmt,
bis ganz das Feuer eingedämmt.
Die Katze sitzt jetzt still am Fenster
und scheut des Rauches Rest-Gespenster.

Verrußt das Zimmer, schwarz der Tisch,
was kürzlich noch roch waldesfrisch,
das müffelt nun verkohlt, verbrannt,
Paul Ernst, der jetzt klar bei Verstand,
räumt auf und wirft den Asche-Dreck
schnell auf den Müll, damit er weg.

Dann streichelt er die Katze, blass
vom Schreck gezeichnet, weiß wohl, dass
sie ihn, den Leichtsinn so geplättet,
durch ihre Wachsamkeit gerettet.
“ Ja“,sagt er sich,“ so manches Tier
erweist sich schlauer oft als wir.“

© Ingrid Herta Drewing,2015

Mittagsstunde

Leicht spielen Frühlings Lüfte in den Bäumen
und wiegen Zweige, Vogelnester lind.
Der Duft der Lindenblüten lädt zum Träumen
in warmem Sonnenlicht und mildem Wind.

Am Himmel hoch die weißen Wölkchen ziehen
gleich jungen Lämmern, wollig auf der Weide,
die mit der Herde vor den Hunden fliehen,
die sie bewachen auf der blauen Heide.

Im Hof die Katze auf der Balustrade
liegt ausgestreckt und ruht im Sonnenschein,
beendet nun die Morgenpromenade,
genießt recht friedlich hier ihr zwanglos‘ Sein.

Auch mir gefällt die sanfte Mittagsruh‘,
ich lausch‘ der Stille, schließ‘ die Augen zu.

© Ingrid Herta Drewing,2014

Tierliebe

Hausgeist,
geschmeidig, eigenwillig,
gewährt seinem Menschen
die Ehre der Anwesenheit.
Katzenfreundlichkeit.

© Ingrid Herta Drewing,2013

Sonntagmorgenspaziergang

Noch träumt der Sonntag in den stillen Straßen,
nur eine Katze quert sanft meinen Weg.
Der Lärm, der werktags hörbar über Maßen,
er ist verstummt,Verkehr hat sich gelegt.

Es scheint, als schliefe im Dornröschenzauber
die kleine Stadt für eine lange Zeit.
Der Regen spülte ihre Gassen sauber,
die nun erglänzen licht im Sonntagskleid.

Der Sonnenprinz wird sie wohl bald wachküssen
und wenn vom Turme hell die Glocken klingen,
wird sie,ermuntert, um die Pflichten wissen
und sich recht schnell ins rege Leben schwingen.

Doch noch genieße ich des Morgens Ruhe
fernab von allem Wuseln und Getue.

© Ingrid Herta Drewing

Abendstimmung

Des Abends Stille
gleicht einer sanften Katze,
ruht im Abendrot.

Ein Septembertag schließt
seine hellen Augen,
erwartet die Nacht.

© Ingrid Herta Drewing

Sommermittag

Die Mittagskatze schleicht auf sanften Pfoten.
Es glüht das Dach, auf dem sie sonnig liegt.
Für Mensch und Tier scheint Ruhe nun geboten,
sogar die Schwalbe hin zum Neste fliegt.

Als wolle dieser Tag nun still pausieren,
erholen sich vom heißen Sonnenlicht,
schweigt aller Amseln süßes Tirilieren,
und auch der Hofhund schläft, hält Wache nicht.

Nur dort im Blumenbeet die Bienen summen,
und hin und wieder eine Grille zirpt.
Ansonsten lässt die Hitze hier verstummen,
was sonst so lebhaft, munter für sich wirbt.

Die Mittagskatze schnurrt, hält hier bereit
nun eine Siesta, es ist ihre Zeit.

© Ingrid Herta Drewing

Mittagsidylle

Der Mittag breitet still die sanften Flügel
weit über Dorf und Tal und Feldern aus.
Die Sonne gleißend strahlt hoch überm Hügel,
und wohlig schnurrt die Katze vor dem Haus.

Sie ruht dort auf der Bank im Sonnenschein
und träumt vom Mäusefang, der ihr so liegt.
Die Ringeltaube, auf dem Dach allein,
gurrt tief, damit ihr Partner zu ihr fliegt.

Und unterm Kirschbaum spielt Marie-Luise,
wiegt zärtlich in den Traum ihr Puppenkind.
Dann hält auch sie ein Schläfchen auf der Wiese.
Im Blütenbaum singt leis’ der Frühlingswind.

Der Maler, angetan von der Idylle,
mischt seine Farben, rückt zurecht die Brille.

© Ingrid Herta Drewing