In der Fremde

DSCN7230

Zurückgeworfen
auf den brüchigen Stufen
kletterst du weiter,
suchst noch immer deinen Weg,
ein Nomade ohne Pferd.

Der Steppe Weite
unter den blauen Himmeln
hast du verloren,
und in den Hochhausschluchten
welken die Tage dahin.

Du träumst von Rückkehr,
der roten Abendsonne
dort am Horizont
und bestaunst den Löwenzahn,
dessen Kraft den Asphalt bricht.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,2018

Frühlingslächeln

Version 4
Schon mag der Frühling zärtlich zeigen
ein rosafarben Blühgesicht,
im Park der Kirschbaum ist sein eigen.
Ein Blütenlächeln in den Zweigen
erwacht im warmen Märzenlicht.

Auch der Forsythien goldne Spitzen
wetteifern mit des Tages Blau,
und selbst auf dunklen Asphaltritzen
des Löwenzahnes Sonnen blitzen
und leuchten, wo noch Mauern grau.

Da stimmt auch mich der Anblick heiter,
vertreibt die Sorge, Kummer fällt.
Der Lenz erklimmt des Lebens Leiter,
vertreibt das müde Und-so-weiter,
und meine Welt wirkt neu erhellt.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing

Frühlings Ankunft in Wiesbaden

Jetzt werden länger, lichter unsre Tage.
bald hat sich Frühling gänzlich eingestellt,
zeigt froh des neuen Lebens Lustansage.
Es lüftet frischer Wind die müde Welt,
und Sonne lässt vergessen Winters Plage.

Die Straßen blank geputzt; es hat der Regen
nun reichlich, was so trocken war, bedacht.
In Park und Garten Pflanzen Knospen hegen.
Die Wiesen grünen, Blühen regt sich sacht,
und schon lugt Löwenzahn auf manchen Wegen.

Des Morgens nun die frühen Vögel singen,
und auch am Abend tönt der Amsel Sang,
als trüge sie mit ihrer Stimme Schwingen
herbei des Frühlings zarten Harfenklang,
der lieblich hier bald wird den Tag durchdringen.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Löwenzahn

Ein Sonnenbild, so frühlingsmild
erblüht;sogar aus Mauerritzen,
nicht nur auf Wiesen sprießend wild,
vermag er golden aufzublitzen.

Die graue Welt im Gelb erhellt,
zeigt er die sonnigen Gesichter.
Laternen gleich, gereift,bestellt
er seine Puste-Blumen-Lichter.

Bald trägt dann lind der Frühlingswind
die Schirmchen, lässt sie weithin schweben,
wo sie, wenn sie gelandet sind,
in neues Leben sich verweben.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Frühlings Ankunft

Jetzt werden länger, lichter unsre Tage.
bald hat sich Frühling gänzlich eingestellt,
zeigt froh des neuen Lebens Lustansage.
Es lüftet frischer Wind die müde Welt,
und Sonne lässt vergessen Winters Plage.

Die Straßen blank geputzt; es hat der Regen
seit Wochen, was so trocken war, bedacht.
In Park und Garten Pflanzen Knospen hegen.
Die Wiesen grünen, Blühen regt sich sacht,
und schon lugt Löwenzahn auf allen Wegen.

Des Morgens hier die frühen Vögel singen,
und auch am Abend klingt der Amsel Sang.
Als trüge sie mit diesem schönen Klingen
herbei des Frühlings zarten Harfen-Klang,
der freudig sich darf nun in Lüfte schwingen.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Löwenzahn

Ein Sonnenkönig thront im Gras,
kennt Herbst noch; doch im Mai
glänzt satt in Gelb er, ohne Maß,
als ob er Frühling sei.

Und seine schöne Sternrosette
ziert grün sogar Asphalt;
als ob er Löwenzähne hätte,
nagt er sich einen Spalt.

Der Blüte Reife wird zum Licht,
das sich in Wiesen fügt,
bis jedes Körnchen aus dem Dicht
der Pusteblume fliegt.

Die Schirmchen schweben mit dem Wind
weit in die Welt hinaus.
Und manches findet, liebes Kind,
ins Gärtchen vor dem Haus.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Tagesbeginn

Dunst über dem Tal,
die ersten Vögel zwitschern,
und Sonne geht auf.

Klare Perle, Tau
auf einem Huflattichblatt,
Geschenk des Morgens.

Löwenzahnsonnen
strahlen im Grün der Wiese,
erhellen den Tag.

© Ingrid Herta Drewing

Löwenzahn

Kleine Sonne, Löwenzahn,
leuchtest in den Wiesen.
Immen sich dir summend nahn,
Nektar suchend grüßen.

Weithin strahlt dein Blütenlicht.
Auch an grauen Tagen
wehrt dein dottergelb Gesicht
Trübsals tristen Plagen.

Noch aus kleinster Bordsteinritze
kannst du dich erheben ,
sprießt und wächst bei Nässe, Hitze,
grünes Sternen-Streben!

Stets schenkt mir dein Anblick Mut.
Zeigt er doch, dass Leben
siegt trotz der Zerstörungswut,
die so oft gegeben.

© Ingrid Herta Drewing,2015

Frühlingsahnen

Es heben sich die Tulpen-Spitzen
grün aus der Erde braunem Grund;
und über Asphalts Winterritzen
des Löwenzahnes Sternenrund.

Das drängt nun alles hin zum Licht
sucht nach des Frühlings milder Süße.
Im Park versammelt, dicht an dicht,
der Krokusgrüppchen zarte Grüße.

Die Amsel singt hell voller Lust
hier lieblich ihre Flötenlieder;
und auch von dir weicht Frostes Frust,
kommt endlich doch der Frühling wieder.

© Ingrid Herta Drewing

Starke Pflanze

Als Pflanze wirst du nicht gefragt;
schnell bist du umgetopft,
mit Erde zugestopft,
egal, ob ’s dir gefällt, behagt.

Doch manche gibt’s, die wehrhaft sind;
sie sprengen Topf und Steine
und wählen ganz alleine
den Weg, wo sich das Licht befind’t.

So wachsen Löwenzahnstafetten
heraus aus jedem Spalt,
besiegend den Asphalt
mit ihren grünen Sternrosetten.

© Ingrid Herta Drewing