Archive for the Category Leben

 
 

Ins Herz geschlossen

Dein golden blondes Haar noch immer weht

durch meiner Sehnsucht Träume.

Der helle Schimmer, den auf deiner Haut

im Glanz des Frühlichts liebend ich erschaut,

dort unter Sternenbäumen,

dein Lächeln lieblich mir vor Augen steht.

ausschnitt5

Vergangen nun, doch niemals sind vergessen

die Glück erfüllten Jahre.

Sie einten zärtlich unser beider Leben.

Dieses Geschenk, das uns von Gott gegeben,

für immer wohl bewahre

ich es im Herzen, werd es nie ermessen.

Ingrid Herta Drewing

Glücksdrache

Gebaut mit Lust und Liebe,
Glücksdrache, nicht zu klein.
Wir ließen auf der Wiese
den Wind ihm Partner sein.

Wir sahen diesen Drachen
leicht in die Lüfte ziehn,
der Kinder freudig Lachen,
und Wangen rot erblüh’n.

So himmelhoch sein Schweben,
spielend in Tändelspur ,
ein lustig Drachenleben,
wir hielten fest die Schnur.

Doch  unverhofft ein Riss
zerstört‘ das feste Band;
das Drachenglück zerschliss,

entglitt uns aus der Hand.

IHD

Bewahren

kreuz1

Das Lächeln längst vergangner Tage,

es weilt dir noch in Herz und Sinn.

Ermuntre dich, steh auf und wage,

hab’ Mut für einen Neubeginn!


Wo alles ist im Werden, Wandeln

und hell zu blühen wohl bereit,

da schwing’ auch dich auf, lerne handeln,

dich anzupassen dieser Zeit!


Doch du verharrst und willst so bleiben,

bewahren, was dir wert stets war,

erinnernd schauen, klar beschreiben

und hoffen, es sei immer wahr.

Ingrid Herta Drewing

November-Ermunterung

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Nun , da die lichten Tage schwinden,

und Nebel grau die Sonne fängt,

gilt es das Schöne aufzufinden,

in unser Leben einzubinden,

damit uns Trübsinn nicht bedrängt.


Der Kerzen Glanz erhellt die Räume,

erwärmt das Herz und auch den Sinn.

Und trauern draußen noch die Bäume,

hier zaubern helle Farben Träume,

Behaglichkeit und Blickgewinn.


Und lieblich führen uns die Klänge

und Rhythmen herrlicher Musik

heraus aus Zeit bedingter Enge,

den vielen ernsten Alltagszwängen

hin zu der Seele wahrem Sieg.

Ingrid Herta Drewing

Leben

Wie Wellen rinnen
in großen Kreisen,
schon im Beginnen
in Fernen weisen,
so auch unser Leben
wächst und sich weitet,
gütig begleitet,
im Nehmen und Geben ,
im Hoffen und Streben ,
im Können und Üben ,
im Sehnen und Lieben,
zum Ufer gesendet,
ausklingend
endet.

Ingrid Herta Drewing

Novemberlied

asterchen1

Mit seinen feuchten Nebelhänden

verwischt November die Konturen,

bedeckt des goldnen Herbstes Spuren,

um uns sein Einheitsgrau zu senden.


Wer Farben liebt, holt sie ins Leben,

das sanft nach innen nun gekehrt.

Dem Menschen ist die Kraft gegeben,

sich zu gestalten, was verwehrt.


So schafft er wohlig sich die Räume,

fühlt Wärme, wenn schon herrscht der Frost;

erfüllt sich helle Blütenträume,

genießt im Winter frische Kost.


Wenn auch jetzt fehlt der Sonne Strahlen,

so wissen wir, ihr Liebesblick

wird golden uns gar bald bemalen

das weiße, klare Winterglück.

Ingrid Herta Drewing

Melancholie

ausschnitt4

Samten schwarz Melancholie

dir erfasst die Seele,

schnürt dir ein die Kehle.

Lieder, einst voll Harmonie,

sich gequält empfehlen.


Findest deinen Weg nicht mehr,

und gelähmte Glieder

halten dich danieder.

Freies Atmen fällt so schwer;

siehst im Nichts dich wieder.


Was darf ich sagen, kann ich tun?

Steh hilflos, nah daneben,

möchte dir Stärke geben.

Magst sanft in meinen Armen ruh’n,

im Lichte mit mir leben.

Ingrid Herta Drewing

Novemberlicht

novae

November liebt die leisen Schritte

und hüllt das Land in Nebel ein.

Verpackungskünstler, dessen Mitte

uns lautlos zieht ins Einsamsein.


Wir trotzen ihm nach stillem Klagen

und zaubern Glanz ins graue Leben.

Gemeinsam lassen wir es tagen,

gesellig feiernd, tanzend schweben.

Ingrid Herta Drewing

Aufbruch

roter-ambi

Das Bernsteinhaus

zerbrochen, blind,

doch

auf der Schulterwunde

trug ich Anemonen.

Der Stirne Weiß

im Goldglanz der Ikonen

erlag dem Lächeln

wie dem Wind .

Nun

Rinde deckt die Schulter

und den Mai ;

die Anemonenwälder

wehen im Oktober.

Ich trag

ein rotes Mäntelchen

für Zwei,

mit Flügeln,

Herbstzinnober.

Ingrid Herta Drewing


Schmetterlingsbild

Ich sah sie tanzen, Schmetterlinge,

noch strahlend, leicht im Mittagslicht,

so als ob Sommer nie verginge,

das Leben sich erneut einbringe,

obgleich der Herbst schon zeigt Gesicht.


Sie ließen sich im Winde wiegen

und schwirrten vor der Efeuwand,

dort ,wo sich sanft die Ranken biegen,

im Immergrünen zu obsiegen,

ein schönes Lebensunterpfand.


Als sei Gewissheit nicht, nur Ahnen,

blick ich wie sie auf mein Geschick,

schreib mir das Leben auf die Fahnen,

missachte nahen Todes Mahnen,

erfreue mich am kleinen Glück.

Ingrid Drewing