Archive for the Category Leben

 
 

November-Ermunterung

goldros1

Nun , da die lichten Tage schwinden,

und Nebel grau die Sonne fängt,

gilt es das Schöne aufzufinden,

in unser Leben einzubinden,

damit uns Trübsinn nicht bedrängt.


Der Kerzen Glanz erhellt die Räume,

erwärmt das Herz und auch den Sinn.

Und trauern draußen noch die Bäume,

hier zaubern helle Farben Träume,

Behaglichkeit und Blickgewinn.


Und lieblich führen uns die Klänge

und Rhythmen herrlicher Musik

heraus aus Zeit bedingter Enge,

den vielen ernsten Alltagszwängen

hin zu der Seele wahrem Sieg.

Ingrid Herta Drewing

Leben

Wie Wellen rinnen
in großen Kreisen,
schon im Beginnen
in Fernen weisen,
so auch unser Leben
wächst und sich weitet,
gütig begleitet,
im Nehmen und Geben ,
im Hoffen und Streben ,
im Können und Üben ,
im Sehnen und Lieben,
zum Ufer gesendet,
ausklingend
endet.

Ingrid Herta Drewing

Novemberlied

asterchen1

Mit seinen feuchten Nebelhänden

verwischt November die Konturen,

bedeckt des goldnen Herbstes Spuren,

um uns sein Einheitsgrau zu senden.


Wer Farben liebt, holt sie ins Leben,

das sanft nach innen nun gekehrt.

Dem Menschen ist die Kraft gegeben,

sich zu gestalten, was verwehrt.


So schafft er wohlig sich die Räume,

fühlt Wärme, wenn schon herrscht der Frost;

erfüllt sich helle Blütenträume,

genießt im Winter frische Kost.


Wenn auch jetzt fehlt der Sonne Strahlen,

so wissen wir, ihr Liebesblick

wird golden uns gar bald bemalen

das weiße, klare Winterglück.

Ingrid Herta Drewing

Melancholie

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Samten schwarz Melancholie

dir erfasst die Seele,

schnürt dir ein die Kehle.

Lieder, einst voll Harmonie,

sich gequält empfehlen.


Findest deinen Weg nicht mehr,

und gelähmte Glieder

halten dich danieder.

Freies Atmen fällt so schwer;

siehst im Nichts dich wieder.


Was darf ich sagen, kann ich tun?

Steh hilflos, nah daneben,

möchte dir Stärke geben.

Magst sanft in meinen Armen ruh’n,

im Lichte mit mir leben.

Ingrid Herta Drewing

Novemberlicht

novae

November liebt die leisen Schritte

und hüllt das Land in Nebel ein.

Verpackungskünstler, dessen Mitte

uns lautlos zieht ins Einsamsein.


Wir trotzen ihm nach stillem Klagen

und zaubern Glanz ins graue Leben.

Gemeinsam lassen wir es tagen,

gesellig feiernd, tanzend schweben.

Ingrid Herta Drewing

Aufbruch

roter-ambi

Das Bernsteinhaus

zerbrochen, blind,

doch

auf der Schulterwunde

trug ich Anemonen.

Der Stirne Weiß

im Goldglanz der Ikonen

erlag dem Lächeln

wie dem Wind .

Nun

Rinde deckt die Schulter

und den Mai ;

die Anemonenwälder

wehen im Oktober.

Ich trag

ein rotes Mäntelchen

für Zwei,

mit Flügeln,

Herbstzinnober.

Ingrid Herta Drewing


Schmetterlingsbild

Ich sah sie tanzen, Schmetterlinge,

noch strahlend, leicht im Mittagslicht,

so als ob Sommer nie verginge,

das Leben sich erneut einbringe,

obgleich der Herbst schon zeigt Gesicht.


Sie ließen sich im Winde wiegen

und schwirrten vor der Efeuwand,

dort ,wo sich sanft die Ranken biegen,

im Immergrünen zu obsiegen,

ein schönes Lebensunterpfand.


Als sei Gewissheit nicht, nur Ahnen,

blick ich wie sie auf mein Geschick,

schreib mir das Leben auf die Fahnen,

missachte nahen Todes Mahnen,

erfreue mich am kleinen Glück.

Ingrid Drewing

Farben

Farben, Kinder des Lichtes ,

Klänge, den Augen vertraut,

strömt ins Bild des Gedichtes,

sehnsüchtig trunken erschaut!


Möchte euch fassen, trinken,

Blutrot, Goldgelb und Blau,

in euer Leuchten sinken,

Hoffnungsgrün, Silbergrau.


Wenn schwarzer Samt euch bettet,

schließ ich die Augen zu;

hab euch ins Herz gerettet

für langen Winters Ruh.

Ingrid Drewing

Erntedank-Gedanken

Dies Leben hier auf Erden zu erschauen

in seiner Vielfalt, Farbe, seinem Glanz;

uns auch mit seiner Schöpfung zu betrauen,

zeigt Gottes Liebe uns Geschöpfen ganz.


In seiner Güte hat er uns geliehen

die Erde, die uns reich im Leben hält.

Wir sollten sorgsam sein und uns bemühen,

dass wir sie schützen, halten wohl bestellt.


Ein jedes Wesen, jede Pflanze hier auf Erden

ist einzigartig, lässt uns dies verstehen,

damit wir Gottes Gärtner, gute Hüter werden.

Nur so wird unser Leben nicht vergehen.

Ingrid Drewing

Abendgedanken

Septemberabend, still im Garten

sitz ich, umspielt von lauer Luft,

genieß der Rosen letzten zarten,

betörend süßen Blütenduft.


Wie schwer das Abschiednehmen fällt,

erkennst du jetzt im Herbst des Lebens;

die Sonnenuhren abgestellt,

im Schwelen zündelst du vergebens.


Du musst leb wohl dem Sommer sagen,

der Sonnenbogen tiefer sinkt.

Statt Amselsang der Krähen Klagen

nur krächzend aus den Wipfeln dringt.


Genieß des Herbstes goldne Tage

sein Lied gewiss noch schön erklingt,

wenn auch des Nebels Schleier vage

dich kühlem Winter näher bringt.

Ingrid Drewing