Archive for the Category Frühling

 
 

Frühlingsflüstern

Narzissen, Hyazinthen in den Läden
verströmen süßen Duft, der wohlbekannt.
Mir ist ’s, als ziehe Frühling schon die Fäden
und hielt’ sein zartes Zepter in der Hand.

Noch ist es nur ein Hauch, ein sanftes Ahnen.
Verstand sagt mir, die Freude ist verfrüht
Im Januar sind wir, moniert er mahnend,
der Winter da noch nicht noch Norden flieht.

Doch trägt mein Rosmarin schon blaue Blüten,
und Vögel zwitschern, bauen aus ihr Nest.
Wer mag da frostige Gedanken hüten,
erfreuen will ich mich am Frühlingsfest.

In weicher, milder Luft spazieren gehen
und das genießen, was Natur lässt sehen.

Ingrid Herta Drewing

Kirschbaum nach dem Unwetter

Der Kirschbaum, bar der Blüten, die der Regen
und Sturmwind ihm genommen vor der Zeit,
wird nun den Bienen nicht zum Pollensegen,
trägt keine Früchte, die auf Sommers Wegen
sonst gastlich für die Vogelschar bereit.

Jedoch in seinem grünen Blätterhaus
verweilen gerne Amseln und auch Dohlen.
Auch Ringeltauben kennen sich hier aus;
es findet sich noch manch’ Insektenschmaus,
den sie sich sorgsam von den Zweigen holen.

Und mir wird er im Sommer Schatten schenken,
an Tagen, wenn die Sonne gleißend sticht.
Ich muss nicht unterm Hut den Kopf versenken
und kann in Ruhe alles klar bedenken,
behütet von des Baumes grünem Licht.

Ingrid Herta Drewing

Abend im Garten

Ein milder Abend reicht dem Tag die Hände,
den Himmel rötend geht die Sonn’ zur Ruh
und streichelt zärtlich warm noch das Gelände,
bis lange Schatten decken alles zu.

Es gurrt der Täuberich nach seiner Taube.
Sie fliegt herbei, folgt seinem lieben Ruf,
gesellt sich zu ihm auf das Dach der Laube.
Sie turteln schnäbelnd, wie sie Gott erschuf.

Ich sitz’ im Garten, hör’ der Vögel Singen,
das hell erklingt, allmählich leiser tönt,
und freue mich am Abendglühen, Klingen
der Abendglocken, das von fern verwöhnt.

So kann beschaulich ich den Tag beschließen,
des Abends Ruhe andächtig genießen.

© Foto und Text: Ingrid Herta Drewing

Morgengruß

Wie lieblich grüßt mich früh am Morgen

als Weckruf nun der Vögel Sang.

Der Sonne Schein, so lang verborgen,

vertreibt die trüben Alltagssorgen,

ergießt sich strahlend übern Hang.

Und froh beschwingt geht’s in den Tag,

denn heute kann mich gar nichts stören.

Was alles auch noch kommen mag,

ich werd’ es meistern ohne Frag’

und lass vom Frühling mich betören.

Ingrid Herta Drewing

Mai

Der Mai ist da, es duften seine Glöckchen ,
zart, wo die Bäume ihnen Schatten spenden;
und auf den Wiesen wollen Wollgrasflöckchen
Frühsommergrüße an den Frühling senden.

So warm, wie nun der Mai den Tag empfängt,
fühlt man sich fast in südlichen Gefilden,
des Mittags von der Sonne heiß bedrängt,
verwöhnt von einem Abend, der sehr milde.

Nun geht man leicht gekleidet gern spazieren;
im Park und Wald lockt frisches Maiengrün,
vielleicht auch auf dem Boulevard flanieren,
im Opernhaus spielen sie Lohengrin.

Jetzt fühlen wir die Leichtigkeit, zu sein.
Die schöne Welt lädt uns hell blühend ein.
Ingrid Herta Drewing

Zaunkönigskinder

Das Nest ist leer, wo sind sie nur?

Die Mutter sucht die Jungen,

begibt sich auf des Piepsens Spur,

Stimmfühlung, Not gedrungen.

Zaunkönigs Heimstatt in der Hecke,

sehr kunstvoll dort gebaut.

Der Junge wollte nicht erschrecken,

hat nur mal nachgeschaut.

Jedoch die kleinen Vogelkinder,

sie flogen aus dem Nest.

Betroffen sah der kleine Sünder

sie hetzen ins Geäst.

Der Vogelmutter lautes Pfeifen

zeigt ihm den Kummer an.

Jetzt lernt der Bub recht gut begreifen,

dass Schlimmes er getan.

Ingrid Herta Drewing

Frühlingsleid

Es blüht die Birke, und die Pollen

wild fliegend durch die Lüfte rollen,

bis sie auf Augen, Nasen treffen

und den Allergiker schlimm äffen.

Der Arme hustet und muss niesen,

die Augen rot, die Tränen fließen,

und fast noch bleibt die Luft ihm weg.

Die Schuld hat dieser  Pollenschreck.

Statt froh im Freien zu spazieren,

muss man zu Haus’ sich auskurieren

Wer Geld und Zeit hat, fährt zur See

und sagt der Allergie Ade.

Ingrid Herta Drewing

Wonnemonat?

DSCI0011

Von wegen „Wonnemonat Mai“!

Hier wettert graues Einerlei.

Es weint der Himmel sich vor Graus

die schönen, blauen Augen aus.

Denn von der Sonne keine Spur;

verwundert sucht man sie hier nur.

Hat der Vulkan zu viel gespuckt,

dass sie beleidigt weg jetzt guckt?

Den Frühling stört das wohl noch nicht;

er lacht mit blühendem Gesicht.

Doch wenn der Mai so weiter graut,

kühl, windig in die Landschaft schaut,

dann werden sich die Bienen hüten,

kaum emsig fliegen zu den Blüten.

Das stört nicht nur den Imker dann,

wer Obst anbaut, der Gärtner kann

im Herbst auf Ernte kaum noch hoffen,

auch der Verbraucher ist betroffen.

Drum komm doch Sonne, bring dem Mai
das mit der Wonne schnell noch bei!

Ingrid Herta Drewing

Frühlingstag

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Gänseblümchen,

strahlende Sterne,

im frischen Wiesengrün

grüßen zart am Morgen.

Frühlingslächeln.

Kinderlachen

hell klingend

dort im Hof.

Hoch fliegt der Ball,

Freude

Abendglocken

läuten fern.

Über dem Wald

brennt des Himmels Blau

Sonnenuntergang

Ingrid Herta Drewing

Frühlingsregen

Homagnoli

Der Frühling kost mit regennassen Händen
die Gärten, Felder, Wälder, Wiesenflur,
um gütig dort dies’ kostbar’ Nass zu spenden;
damit das Wachsen bleibe auf der Spur.

Die Vögel pflegen sich im Nieselregen,
gar zart und sanft benetzt er ihr Gefieder.
Sie schütteln sich behaglich und bewegen
uns Menschen mit dem Klange ihrer Lieder.

Und ab und zu die Sonne lächelnd blickt
auf diese schöne frisch gewaschne Erde,
wenn leuchtend sie die warmen Strahlen schickt,
damit das Grünen, Blühen möglich werde.

Wir stehen staunend, schauen mit Entzücken
und lassen uns von diesem Bild beglücken.

Ingrid Herta Drewing