Archive for the Category Frühling

 
 

Winter-Interim

DSCI0010

Ein blasser Morgen grüßt mich aus dem Spiegel,
und sinnend blick ich auf das müde Land.
Vor Tagen zeigte noch des Winters Siegel
hier prächtig weiß und glänzend seine Hand.

Nun hat der Tauwind mild entfernt die Hülle;
graubraun und fahl wirkt noch das Erdenbild.
Doch ahn’ ich, dass hier bald des Frühlings Fülle
in Blütenzier aus allen Knospen quillt.

So wachsen Sehnen, Freude im Erwarten,
und lieblich grüßt der helle Vogelsang,
erzählt vom Frühlingsglück in Wald und Garten.
Das Leben rüstet sich zum Neuanfang.

Uns kann beflügeln auch dies zart Beginnen;
wir schauen hoffend auf mit allen Sinnen.

Ingrid Herta Drewing

Vorfrühling

DSCI0019 Kurpark

Schon schnurren hier am See der Weide Kätzchen,

vom warmen Sonnenlicht so sanft geweckt.

Zwei Schwäne finden dort ihr Liebesplätzchen,

im Uferdickicht kauern sie versteckt.

Gemeinsam werden sie durchs Wasser gleiten,

sobald der See sich hat vom Eis befreit.

Der Frühling wird die Liebenden begleiten,

zum Tanze führen, er hält sich bereit.

Lässt bald den kleinen Park erneut erblühen,

und du und ich, wir freuen uns daran,

vergessen dann den Alltag, Lebens Mühen

und schauen seine Schönheit dankbar an.

Denn alles Schöne, das die Sinne lenkt,

auch unsre Seele tief beglückt, beschenkt.

Ingrid Herta Drewing

Frühlingsahnen

Maiglö

Des Winters Plagen werden bald vergehen.

Den Frühlingsruf, ich habe ihn gehört.

Er tönte in der Amsel Liebesflehen,

das klangvoll schwingend im Vorübergehen

mein müdes Herz so lieblich hat betört.

Ich ahne schon den Duft der Hyazinthen,

den Fliederrausch, der alles neu belebt.

Maiglöckchensträuße, die wir binden,

in milder, weicher Luft uns glücklich finden

von Freude, Hoffnung, Liebe tief beseelt.

Ingrid Herta Drewing

Winterabgesang

Birke

Der Winter trägt nicht mehr sein weißes Kleid,
das regengraue kleidet ihn nun schlicht.
Er herrscht noch müde für geraume Zeit,
bis er hier tat Genüge seiner Pflicht.

Des Frühlings erste Boten dort im Garten,
Schneeglöckchen und die gelben Winterlinge,
auch Finken, Amseln sind schon guter Dinge
und können seine Ankunft kaum erwarten.

Es scheint nur so, als träume noch die Erde,
als schliefen tief hier Wiese, Strauch und Baum.
Denn insgeheim wächst knospend neues Werden,
um aufzublühen bald im hellen Raum.

Ingrid Herta Drewing

Vorfrühling

Schnöckchen

Noch sitzen hier im Schnee die Ringeltauben

und sonnen sich behaglich auf dem Dach.

Grünfinken zwitschern in der Efeulaube,

und hell die Amsel singt am nahen Bach.

Der Frühling streckt schon seine Hände aus,

lässt strahlend glänzen gelbe Winterlinge,

und des Schneeglöckchens Lieder zart erklingen

hier in dem kleinen Garten vor dem Haus.

Wir Menschen sehnen uns nach Sonnenlicht,

das warm nun streichelt unser Angesicht.

Beglückt genießen wir die milde Luft

und legen ab die dicke Winterkluft!

Ingrid Herta Drewing

Frühlingserwarten

Schnöckchen

Kalt noch liegt des Winters Hand
auf dem kargen, stillen Land ,
beherrschend rau die Räume.
Doch süße, zarte Träume,
sie sprießen, drängen hin zum Licht,
das,wachsend,leis von Hoffnung spricht,
sanft flüsternd in den Bäumen.

Vorsichtig spähen grüne Spitzen,
die noch im weichen Schneepelz sitzen,
aus welkem Laub sich hebend,
zur Sonne sehend, strebend.
Sie werden bald im Frühlingsröckchen
lieblich läuten ihre Glöckchen,
erwacht zu neuem Leben.

Ingrid Herta Drewing

Frühlingsgruß

Schnöckchen

Es taut, und zarte Blumengrüße
schickt uns der Frühling in die Welt.
Schneeglöckchen, noch im Schnee die Füße,
das Blütenköpfchen zart erhellt.

So keimt die Hoffnung im Erschauen,
dass Sonne strahlend Stellung hält,
uns warm befreit aus Winters Klauen,
dem Frühling überlässt das Feld.

Schon bald erklingen frohe Lieder
der Vögel in den hellen Tag,
und milde Luft beglückt uns wieder,
schenkt Lebensfreude, wie man’s mag.

Ingrud Herta Drewing

Phönix

Kapuzi

Im Winternest hast du dich tief verkrochen,
entfliehst der Kälte für geraume Zeit
und hältst dich dennoch jederzeit bereit,
da du dein Wort gegeben, Licht versprochen.

Sobald der Sonne Gold die Auen streift,
wagt sich dein heller Blick sanft über Hügel,
du streckst und spreizt die wintermüden Flügel
zum Flug, der in die blauen Höhen greift.

Und landest leicht sodann nach langem Schweifen.
Erblühend rötet sich nach zartem Kuss
im Blütenkleid für dich die Zaubernuss
und lässt die sanften Frühjahrsträume reifen.

Im Frühlingsfeuer hält dein Flammenkleid
des Lebens Liebe strahlend schön bereit.

Ingrid Herta Drewing

Altes Haus

Der Wind, er pfeift durch Fenster, Türen,

weckt stürmisch auf das alte Haus,

des Frühlings Milde zu verspüren,

vergessen kalten Winters Graus.


Da unterm Dach die kecken Dohlen

sind emsig, pflegen ihre Brut.

Viel Futter gilt es jetzt zu holen,

selbst in der größten Sturmeswut.


Und an der Hausfront Kletterrosen

entfalten ihrer Blüten Pracht;

sie leuchten, ihre zeitenlose

Schönheit Glücksgefühl entfacht.

Ingrid Drewing

Lindenlied

l

Die Linde grünt in hellem Kleid

und glänzt in ihrer Güte.

Sie spendet Schatten, hält bereit

den süßen Duft der Blüte.


Nun da der frische Frühlingswind

fasst rüttelnd ihre Zweige,

schützt sie die Vogelbrut so lind

durch sanftes Wiegen, Neigen.


Die Vögel lohnen es mit Singen,

das weithin über Wipfel schallt;

im Lindenbaum ein zartes Klingen

und Rauschen lieblich widerhallt.

Ingrid Drewing