Archive for the Category Frühling

 
 

Liebesgesang

Jetzt singen alle von der Liebe,

wen wundert’s, Vögel tun es auch.

Die maiengrünen Hoffnungstriebe

bindet nicht nur des Maibaums Brauch.


Ein neues Werden lässt vergangen

die Trauer und den Kummer sein,

und scheues, zärtliches Verlangen

lädt uns in helle Zukunft ein.


So wachsen Liebe und Vertrauen

mit sehnsuchtsvoller frischer Kraft.

Dem Leben in die Augen schauen,

lehrt uns der Frühling, froh er schafft.

Ingrid Drewing

Elfennacht

Der Mond erweckt sanft, silberhell

zum Tanz die Glockenblumenwiese.

Aus jedem Glöckchen schlüpft nun schnell

ein Elfenkind, um bei der süßen

Musik der Maienmitternacht

zu singen und zu tanzen sacht.


Die Grillen stimmen ihre Geigen,

die Nachtigall ihr Stimmchen schwingt,

und Elfen sammeln sich zum Reigen,

am Bach geheimnisvoll es klingt.

Die Wassernixen murmeln dort

im Plätscherplausch manch Zauberwort.


Am Waldesrande in den Linden

erwacht ein Rauschen wunderbar,

es gleitet zart auf milden Winden

heran das Elfenkönigspaar.

Als sie hinab zur Wiese schweben,

Grasharfen süß und leise beben.


Und nun im Mondstrahl, treu begleitet,

gefolgt von lichter Elfenschar,

das holde Paar zum Tanze schreitet,

ein Schimmern, Leuchten, sternenklar.

In Königsblau flugs die Libellen

das Schleppentragen lieb bestellen.


Das jubelt, jauchzet in den Lüften

in dieser Frühlingsnacht im Mai.

Ich lausche, trunken von den Düften,

schaue erstaunt, frag’ mich, was sei.

Noch als ich aus dem Traum erwach’,

hör ich ein Elfenkind, das lacht.


War all dies nur ein Vollmondscherz?

Doch wer brachte das Lindenherz,

das grün dort liegt auf meinem Kissen?

Ich möchte es so gerne wissen!

Das Lindenblatt, ich werd’ es pressen,

das Traumerlebnis nie vergessen.

Ingrid Drewing

Mai

Der Mai zeigt sich als kecker Wicht,

sprüht froh mit frischem Regen;

die Bäume duscht er im Gesicht,

zupft Blüten ab verwegen.


Doch hat er prächtig über Nacht

als Gärtner großer Güte

den grünen Glanz hervorgebracht

aus seiner Wundertüte.


Die Erde blütenreich geschmückt,

den Brautstrauß lieb gebunden.

Das Vogelvolk im Nestbauglück

hat singend sich gefunden.


Wir Menschen fühlen, leicht und frei,

auch uns lacht jetzt das Leben;

trotz Krise, Sorgeneinerlei

woll’n wir nur vorwärts streben.

Ingrid Drewing

Abend auf dem Balkon

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Ein Flugzeug schneidet silbern Himmelsblau,

ein leichtes Dröhnen, das sich sacht entfernt.

Zum Abendbrot ruft lautstark eine Frau

ihr Kind im Hof, das Rollschuh fahren lernt.

Ein Fenster klappert, wird dann fest geschlossen,

und wiederum geöffnet eine Tür,

die Pflanzen des Balkons noch schnell gegossen.

Zwei Häuser weiter übt noch wer Klavier.

Und endlich krönt der Amsel Lied die Stille,

von fern tönt leise Abendglockenklang.

So endet eines Frühlingstages Fülle,

hauchzart errötend, Sonnenuntergang.


Ingrid Drewing

Nachmittag im Frühling

Nachmittagssonne, und ihr sanftes Licht

lädt zum Verweilen ein in Park und Garten,

wo zarter Blüten Duft von Frühling spricht

in vielen farbenfrohen Blumenarten.


Vom nahen Spielplatz helle Kinderstimmen

verbreiten wie die Vögel Heiterkeit.

Im Blütenmeer sorgt das Gesumm der Immen

und Hummeln für Beschaulichkeit.


Nur manchmal stört die friedliche Idylle

ein Martinshorn; zur Unfallstätte fährt

der Notarztwagen, zeigt, dass Lebensfülle

und Glück bleibt selten lange unversehrt.

Ingrid Drewing

Frühlingsflausen

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Könnt’ ich meinen Traum besingen,

und die Sterne in der Nacht

würden mit im Takte schwingen

hell in ihrer Strahlen Pracht.

So das Dunkel ganz verdrängen,

das dem All zur Nacht entsteigt,

Blütenlieder, Engel sängen,

und der Mond ein Ständchen geigt.

Aber alles sind nur Flausen

einer lichten Maiennacht,

die in Fliederbäumen hausen,

wo ein Frühlingskobold lacht.


Ingrid Drewing

Maiabend

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Die Zeit des hellen Abends hat begonnen,

gesellig sitzt man noch beisammen, plauscht,

Straßencafes , Biergärten, Blütenwonnen,

im Glück das Paar, das Nachtigallen lauscht.

Ein rosa Leuchten in den Gaslaternen

grüßt, einem Lächeln gleich, die späte Nacht,

die tiefblau, seidenweich mit Silbersternen

den Blütenflor verschönt in Glitzerpracht.


Da mag man gerne wandeln unter Sternen,

verliebt in einen sanften Frühlingstraum,

bis leis’ erlischt der Glanz in den Laternen,

ein letzter Kuss noch unterm Fliederbaum.

Ingrid Drewing

Aprilkäfer

Wärmer wird es, zeigt das Jahr,

im April schon blüht der Flieder,

und was sonst im Maien wieder

typische Erscheinung war,

ist drei Wochen früher da.


Spargel schießt, ausschlagen Bäume,

der Kastanien Kerzenträume,

alles grünt und blüht, ist da,

leider auch der Käfer Schar.


Sonst im Maien erst erwartet,

doch jetzt ist er ausgeartet;

im April schwärmt er nun aus,

Maikäfer, des Landwirts Graus.


Laben sich an sanften Sprossen,

und, wenn sie genug genossen,

fliegen sie auf neues Feld

und zerstören Pflanzenwelt.


Giftig naht nun auch die Spritze.

Was bei Busch noch Onkel Fritze

von der Handarbeit geborgt,

wird heut maschinell besorgt.


Oft fällt dieses Gift aus Lüften,

und die süßen Maiendüfte

sind dann leider schnell vorbei,

auch die Käferkrabbelei?

Ingrid Drewing

Frühlingsliebe

Pfingstrosen blühen, weißer Flieder

eröffnet nun den Maientanz.

Die Tage singen Sternenlieder,

und Nacht erstrahlt im Sonnenglanz.


So leicht und zart auf Frühlings Schwingen

naht deiner Liebe helles Licht.

Ich könnt’ vor Glück wie Glas zerspringen,

erblicke ich dein lieb’ Gesicht.


In deinen Armen fest geborgen,

sehe ich neu die Welt erblühn.

Gemeinsam grüßen wir den Morgen,

der lächelnd lässt den Tag erglühn.

Ingrid Drewing

Frühlingslächeln

Jubelnd und jauchzend und tanzend im Glück

rauscht es und singt es in blühenden Bäumen;

freudig verkünden, dass Frühling zurück

gefiederter Sänger schillernde Träume.

Und golden am Morgen der Himmel erklingt,

lockt uns und zaubert das Licht in die Seele.

Was uns an Mühen der Tag nun auch bringt,

des Frühlings Lächeln kann niemand verhehlen.