Archive for the Category Besinnliches

 
 

Jahreswechsel

Enlros

Nun wird es schnell uns nahen,
dies fremde, neue Jahr;
das alte geht, wir sahen
rückblickend, wie es war.

Viel Schönes hat’s gegeben,
nicht nur privates Glück,
auch im Gemeinschaftsstreben
denkt mancher froh zurück.

Jedoch sind zu beklagen
noch immer Hass und Kriege,
viel Böses zu ertragen,
auch Lüge und Intrige.

Nun schenkt dies neue Jahr
uns einen Neubeginn,
vielleicht erkennt man klar,
was wirklich heißt Gewinn.

Gutwillig bahnen Wege,
selbst durch des Dunkels Wald.
Wir finden, bauen Stege,
geben einander Halt.

Ingrid Herta Drewing

Jahreswende

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Heut schreibt sich Winter grau in den Kalender;
das Jahr, am Ende, tröpfelt so dahin.
Zart keimt die Hoffnung, dass sich etwas ändre,
das neue Jahr auch bringe Neubeginn.

Als sei das Neue an der Zeitenschranke,
die an Sylvester sich zum Starte hebt,
mehr als ein Zeitraum, Intervallgedanke.
Es träumt der Mensch davon, so lang er lebt.

So zweigesichtig Janus um sich blickt,
wir sind es doch, die sinnend hier beginnen.
Ein jeder Tag wird neu von uns gestrickt
aus jenem Faden, den die Nornen spinnen.

Es wird nur Neues, Gutes alsdann geben,
wenn wir bewusst gestalten unser Leben.

Ingrid Herta Drewing

Falke

Frei wie ein Falke

über Felder fliegen,

sich leicht in Lüften wiegen

und aus der Höhe

klaren Blickes schauen,

dem Erdendasein

aus Distanz vertrauen.

Ein Wunsch, ein Wahn,

kein wahres Hoffen ,

als Mensch siehst du betroffen,

dich , fern der Sterne,

erdenlastig neigen

und nur im Traume

in die Himmel steigen.

Ingrid Herta Drewing

Neues Jahr

AusschnittDas alte Jahr, es geht zur Neige,
gar prächtig sagt es uns Adieu
mit Weihnachtsglanz, Sylvestergeigen
und Feuersblumen in der Höh‘.

Das Neue, jung noch, kaum erwacht,
begrüßen wir mit bangem Hoffen.
Ob wir nun werden wohl bedacht?
Noch bleiben viele Fragen offen.

Wie gut, dass wir es noch nicht wissen,
was es uns bringt, die wir beflissen
uns kümmern, suchen Sicherheit.

Drum lasst es freudig uns beginnen
mit frohem Herzen, wachen Sinnen,
sehn, was es Schönes hält bereit!

Ingrid Herta Drewing

Jahresende-Geflüster

Es tropft die Zeit ins Regenfass,

erzählt dir in Synkopen

so hier und da, so dies und das

aus vielen Lebensproben.

Sougameer

Ein Jahr ist wieder fast vorbei,

stellst du ernüchtert fest

und siehst dein alternd’ Konterfei,

das dich ermahnt, den Rest


des Lebens gütlich zu genießen,

bewusst zu sehn, erfüllt,

nicht schwimmend mit den Wassern fließen

und standhaft, klar, gewillt,


dem Felsen gleich, die Brandung brechen,

auf dass sie löse sich in Schaum,

damit dies Leben als Versprechen

mehr sein darf als ein dumpfer Traum.

Ingrid Herta Drewing

Hirten-Lied

dsci00201

Nun kommt die gnadenreiche Zeit

der Freude und der frohen Feste.

Vergessen sei nun Zank und Streit,

besinnen wir uns auf das Beste!

Die Liebe, die die Herzen findet,

verscheuche Sorgen, Last und Not,

damit die Freude nun verbindet,

was sonst von Argwohn ist bedroht!


Gemeinsam in die Zukunft schauen,

bewahren diese eine Welt,

mit Herz und Sinn auf Gott vertrauen,

der uns als Hüter hat bestellt.

Ingrid Herta Drewing

An Rainer Maria Rilke

dsci00853

In deiner Sprache blühend schönem Garten,

auf Pfaden, rein mit weißem Kies,

wo in Rabatten Rosenbüsche warten,

mild duftend, Worte- Paradies.

Hier wird so zärtlich auch mein Herz beglückt,

in lichte Zauberhaine sanft entrückt,

da Quellen murmeln, Bäche rauschen.

Und die Musik der Poesie

lädt lieblich ein, dem Lied zu lauschen,

im klaren Klang der Harmonie.


Ingrid Herta Drewing

Leben

Wie Wellen rinnen
in großen Kreisen,
schon im Beginnen
in Fernen weisen,
so auch unser Leben
wächst und sich weitet,
gütig begleitet,
im Nehmen und Geben ,
im Hoffen und Streben ,
im Können und Üben ,
im Sehnen und Lieben,
zum Ufer gesendet,
ausklingend
endet.

Ingrid Herta Drewing

Falke

Frei wie ein Falke

über Felder fliegen,

sich leicht in Lüften wiegen

und aus der Höhe

klaren Blickes schauen,

dem Erdendasein

aus Distanz vertrauen.


Ein Wunsch, ein Wahn,

kein wahres Hoffen ,

als Mensch siehst du betroffen,

dich , fern der Sterne,

erdenlastig neigen

und nur im Traume

in die Himmel steigen.

Ingrid Herta Drewing


Aster Novae Angligae

Dein grünes Filigrangefieder
entfaltete sich lange Zeit,

und nun, da herbstlich grüßt das Jahr

bist du, noch grünend, wunderbar

zu erstem Blühen still bereit.

Ich stehe staunend hier
und frag‘ mich immer wieder:
Was wirkt in dir?
Wer komponiert die Lieder,
die nun zur rechten Zeit ,
da alles schweigt, gesungen?
Wer hieß dich warten,
gab das Stichwort: Sei bereit

und schließt den Vorhang,
wenn der letzte Ton verklungen?

Ingrid Herta Drewing