Archive for the Category Liebe

 
 

Honigmond

Ich schenk’ dir den goldenen Morgen

und du mir das Silber der Nacht.

Von Sonne und Mond wir uns borgen

ein Lächeln, das Leuchten entfacht.

Wir werden in rosigen Blüten

uns betten in lieblichen Duft

und liebend einander behüten,

bis  Lerchengesang uns dann ruft.

Der Tag mag uns zärtlich liebkosen,

beglückt wir erschauen die Welt,

verweilen im Zeitenlosen,

beseligt von Liebe erhellt.

Ingrid Herta Drewing

Mein Liebesbrief

Ach bitte, buchstabier mir Liebe!
Dies Wort, es klingt so schön von dir.
Ich wüsste gar zu gern, was bliebe,
wenn ich dir diesen Brief nun schriebe,
was du hernach dann denkst von mir.

Vielleicht blieb’ Liebe nur ein Wort,
das wandelt zwischen Lippen, Zeilen,
verwünscht an einen andern Ort,
sich stehlend aus dem Herzen fort,
wo sie doch zärtlich sollte weilen.

L ässt Liebe sich so buchstabieren?
I nnig , mein Liebster, lieb ich dich!
E in Herz nur hab ich zu verlieren.
B itte, willst  du es deponieren,
E wig sein Platz, dein Herz für mich.

Ingrid Herta Drewing

Netzliebe

Internettes Lächeln,

Herztwitter

In der virtuellen Umarmung

wächst Mut

zur Liebe,

bis

der PC abstürzt.

Ingrid Herta Drewing

Liebespaar

Dufti

Es turteln auf dem Dach die Ringeltauben;
das Paar sitzt dort so traut im Abendschein.
Du möchtest auch gern an die Liebe glauben,
jedoch ziehst Du es vor, allein zu sein.

Man muss wohl etwas wagen für die Liebe,
so ist die Partnerschaft nicht nur geschenkt.
Da gilt es Rücksicht, Nachsicht sanft zu üben;
man kann nicht walten, wie man es sich denkt.

Zu oft kommt’s vor, dass gar zu fest das Halten,
das Klammern einen Liebenden verwirrt.
Es fehlt die Freiheit ihm und das Entfalten,
und schließlich fühlt er, dass die Lieb’ geirrt.

Darum bedenkt, trotz zärtlichem Umfassen,
zu lieben heißt sehr oft auch los zu lassen!

Ingrid Herta Drewing

Erinnerung

Rotsamt

Als seien alle Sterne nun verglüht,

so war ihr, als er ging an jenem Abend.

Sie lächelte, um Fassung noch bemüht,

sich müde nach dem Grund des Scheiterns fragend.

Nun weiß sie, falsch war auch dies bange Fragen,

wenn Liebe geht, hält sie kein Schloss mehr auf.

Der Schlüssel ist vergebens wie das Klagen.

Das Leben gibt nur einen Schauplatz auf.

Wir leiden, doch bewahrt uns wahre Liebe

vor Bitterkeit und falschem Eigensinn.

Was gut und schön war, jenseits aller Triebe,

das bleibt nach all den Jahren doch Gewinn.

So wärmt das Bild der Rose, längst verblüht,

im Winter uns noch zärtlich das Gemüt.

Ingrid Herta Drewing

Romanze

sinasapfel

Ein zarter Duft, Orangenblüten,
drang lieblich aus dem nahen Garten.
Ich kam, du standest dort, zu warten;
vor Freude unsre Wangen glühten.

Und hier in der Agave Schatten,
die einzig jetzt in Blüte stand,
fragtest Du freundlich:“ Sie gestatten?“
und nahmst so zärtlich meine Hand.

Wir tanzten in die Sternennacht,
am Meer nur leises Wellenrauschen.
Wir durften unsrer Liebe lauschen,
die uns entführte sanft bedacht.

Ingrid Herta Drewing

Nachricht am Valentinstag

DSCI0001Noch eben wiegte lächelnd ihre Seele
so innig diesen Traum vom Glück.
Nun aber schnürt ihr wilder Schmerz die Kehle,
und Traurigkeit verhüllt den Blick.

Die Nachricht, die sie ahnungslos vernommen,
kann sie noch nicht ermessen ganz:
Tot sei der Liebste, werde nie mehr kommen!
Verloren ist der Sonne Glanz.

Ingrid Herta Drewing

Foto von

Ingmar Drewings „180 ° “

Zeichnung Nr.104

( drewing.de)

Der Rosenkavalier

DSCI0001

Und meiner Liebe Rosenlied

erfüllt mich tief, so dass ich dir,

hier klopfend nun an deiner Tür,

da heiß mein Herz für dich erglüht,

mich dir voll Freude schenke!

Rosen

Rote Rosen

Ich liebe dich

So schenke ich mich

Dir

IHD

Kommentar

zu Ingmar Drewings

Zeichnung Nr.102(drewing.de)

Liebe

Duftrose

Ja, Liebe, dir zu widersprechen,

ist uns versagt, du hast die Kraft,

das stärkste Bollwerk sanft zu brechen,

und heilst, wo tief die Wunde klafft.

Du meisterst kühn den Sturm der Meere,

und Eis schmilzt hin in deiner Glut.

Du überbrückst der Wüste Leere

und lenkst in Bahnen wilde Flut.

Wo du in deinem Rosenkleide

die dunkle Erde zart berührst,

erblüht sie grünend, fern dem Leide,

und wird ins helle Licht geführt.

Ingrid Herta Drewing

Erinnerungen

DSCI0061 Kopierosaheck

Die Lagerstatt im weichen Moos,
des Waldes sanftes Rauschen,
wir lagen in des Sommers Schoß
und fühlten unser Glück so groß,
wollten mit keinem tauschen.

Des Lebens Zeit zog hin in Hast,
auch Schlimmes ward erfahren.
Jetzt ist der Winter unser Gast,
der kühl uns bei den Händen fasst
und nüchtern zählt die Jahre.

Doch er vermag uns nicht zu rauben
den Sommertraum, September.
Es turteln der Erinn’rung Tauben,
die an die Macht der Liebe glauben
noch zärtlich im Dezember.

Ingrid Herta Drewing