Archive for the Category Liebe

 
 

Wandelsterne

Du bist das Licht in meinem Tage
und in der Nacht der helle Stern,

mein Alter-Ego ohne Frage,
dein Lächeln hab ich gar zu gern.

Du schenkst mir Träume in der Stille,
in deinen Armen ich mich find’,
geborgen in der Güte Fülle,
in Leidenschaft und Lieben lind.

Doch beide ziehn wir unsre Kreise,
Planeten gleich, auf unsrer Bahn.
Wenn wir uns treffen auf der Reise,
dann brennt der Himmel wie im Wahn.

Ingrid Drewing

Verlorene Liebe

Manche zarte Frühlingsliebe
währt nur einen Sommer lang.
Herbstlich welken grüne Triebe,
Nebel wird zum Farbenfang.

Dich traf im Herbst ich, ahnungslos,
zog mit dir in den Süden.
Dort waren Lieb und Wärme groß
im Glück ,das uns beschieden.

Dann nahte Winter, brach das Licht
und auch die Rose rot.
Die Nachtigall sang von Verzicht,
das Käuzchen gar von Tod.

Doch blieb mir hell dein liebes Bild,
gehegt mit allen Sinnen.
Ich trag es stets im Herzen mild,
mag auch die Zeit verrinnen.

Ingrid Drewing

Memento mori

Kurz ist das Leben.
So banal
ist dieser knappe Satz.
Und dennoch hat sein tiefer Sinn
in unsrem Streben
seit der Geschichte Anbeginn
hienieden wenig Platz.

Wir handeln oft so unbedacht,
sind herzlos, ungehalten,

vergeuden gar die Zeit,
lassen,was wichtig,außer Acht,
für Nichtiges bereit,
statt Liebe zu entfalten.

Ein Lächeln und ein liebes Wort,
sie bauen eine Brücke.
Die ausgestreckte Hand
wirkt helfend wohl am rechten Ort
dem Nächsten,der erkannt,
und Freude folgt dem Glücke.

Ingrid Drewing

Junge Liebe im Frühling

Im Schwanenkleid der jungen Liebe
steht sinnend lächelnd sie am See;
nichts gibt es, was ihr hier nun trübe
dies Glücksgefühl im Maienschnee.

Der Blütenhimmel lässt sie träumen,
und Liebessonne ist ihr Licht.
Sein Kuss bei den Magnolienbäumen
klingt nach als zärtliches Gedicht.

Ingrid Drewing

Unser Baum

Hier unsre Initialen ,
seit langem eingeschnitzt,
ein Herz sollt‘ sie ummalen,
in Rinde eingeritzt.

Der Jahre graue Spuren
beschwört Erinnerung
in goldenen Figuren
der Zeit,als wir noch jung.

So in verklärtem Lichte,
vertraut in liebem Blick,
erzählt uns die Geschichte
von zartem Liebesglück.

Und in des Lächelns Stille
besiegeln wir den Traum
geschenkter Lebensfülle
hier unter unsrem Baum.

Ingrid Drewing

Der erste Kuss

Und als du mich zum ersten Mal geküsst,
da war mir so, als weilte ich in Träumen,
in wundermilden Blüten, Sternenbäumen,
bei Vögeln, deren Singen heilig ist.

Zwei Schmetterlinge unsre Lippen waren,
sich zart berührend,doch auch frischer Quell,
ließ spritzig leicht der Liebe Kraft erfahren.
Was dunkel quälte, wich dem Glücke hell.

Auf sanftem, lichtdurchwirkten Vliese,
geborgen, lieberfüllt umschlungen,
ist selig uns im Duft der Sommerwiese
der ersten Liebe Lerchenlied erklungen.

Ingrid Drewing

Eurydices Antwort

Dein Lied ,Orfeu ,das in sanften Tönen

der Sonne Licht in meinen Morgen bringt,

erweckt die Freude ,schenkt die wunderschönen,

erträumten Bilder, und die Seele singt.


Dem Vogel gleich erhebt sie ihre Schwingen,

erbebt und fliegt im Glück der Harmonie

in Sphären dieser Welt , die himmlisch klingen,

lebendig , eine Liebessinfonie.

Ingrid Drewing

Anmerkungen von Ingrid Drewing zum Gedicht:

In dem wundervollen Film ORFEU NEGRO von Marcel Camus
singt Orfeu auf einem Hügel über Rio de Janeiro
bei Sonnenaufgang ein wunderschönes Lied, das er sich ausgedacht hat, und gewinnt Eurydices Liebe.In diesem Film, der zur Karnevalszeit spielt, wird das Motiv von Orpheus und Eurydike abgewandelt verarbeitet.Dieser
Film inspirierte mich zu diesem Gedicht.

Deine Liebe

Und deiner Stimme dunkelwarmer Ton

umfing mein Ohr und auch mein Herz,

tief samten zog ein Rausch von rotem Mohn

mich ganz zu dir und trug mich himmelwärts.


In deinen Armen liebevoll geborgen,

ist mir mein Leben neu erwacht

an einem zärtlich sanften Morgen,

der mir dein Lächeln als Geschenk gebracht.

Ingrid Drewing

Verliebt

Und deine Augen strahlen, Glanz der Liebe,
ein zärtlich Lächeln spielt in deinen Zügen,
als weiltest du in fernen Räumen
und deine Seele tief in Träumen,
die süß und sanft sie in den Himmel wiegen.

Was ich dir sage, dringt nicht zu dir hin,
zwar nickst bejahend du,
doch wird mir wohl bewusst,
in diese Sphären trifft kein Sinn;
dein Herz bewahrt ein Engel in der Brust.

Ich warte, bis dich wieder hat die Erde
und du erwachst aus rosafarb’nem Traum.
Im siebten Himmel sagt’s sich leicht,ich werde…
Doch Liebe leben braucht auch klaren Raum.

Ingrid Drewing

Mutterglück

Noch schweißgebadet, müde von den Wehen,
erhebt die junge Mutter nun ihr Haupt,
um endlich jetzt ihr Kindchen anzusehen.

Erfasst von Glück , wie sie es nie geglaubt,
sogleich von allem Schmerz genesen
und noch nicht ahnend,was den Schlaf ihr raubt,

verliebt sie sich in dieses kleine Wesen,
schmiegt’s an ihr Herz , sanft mit Bedacht.
Auch ,wenn sie es zuvor bereits gewesen,

als Mutter ist sie wieder neu erwacht ,
um fortan nun in lebenslanger Treue
dem Kinde beizustehn mit aller Macht,

damit es glücklich sich des Lebens freue ,
das sie hat heut zur Welt gebracht.

Ingrid Drewing