Archive for the Category Frühling

 
 

Frühlingshimmel

Der Himmel blinkt in hellem Blau,
kein Wölkchen in den Lüften schweift.
Ein milder Blütenduft mich streift
im Frühlingswinde, der so lau.

Leicht teilt in Weiß ein Düsenjet
den Himmel auf mit schrägem Strich.
Die Zeichnung bleibt nur kurz,als hätt’
ein blaues Tuch sie weggewischt.

Nur lautlos noch zwei Schatten kreisen,
ein Falkenpaar die Runden dreht,
und dann entschwebend, sanft und leise
ihr Tanz aus meinem Blickfeld weht.

Ingrid Drewing

Frühlingssonntag

Wattebäusche

weiß, gezupft,

schweben hoch oben

am hellen Sonntagshimmel dahin,

Wölkchenparade.


Kinderstimmen

tönen hell

in ausgelassener Freude

über den grauen Hinterhof,

Frühling.

Ingrid Drewing

Frühlingsregen

Es fällt ein sanfter Frühlingsregen
und netzt der Erde frisches Grün.
Nun kann der helle Blütensegen
auch weiterhin im Glanz erglühn.

Die Vögel, froh gestimmte Sänger,
begrüßen flugs das klare Nass;
im Vogelbad drängt man nicht länger,
Platz gibt es auch am Regenfass.

Und auf dem Dachfirst munter sitzen
zur leichten Dusche sie gereiht,

nur ab und zu zum Neste flitzend
und sehn, ob alles noch bereit.

Wir lieben’s trocken. Schirme tragend
ziehn wir durch regenfrische Luft,
des Frühlings Lächeln in uns fragend,
das lichtverwöhnt nach Sonne ruft.

Ingrid Drewing

An ein altes Steppenpferd

Bevor die Müdigkeit der Glieder
dir in das Herz kriecht,
bäume dich noch einmal auf.
Wirf deine Mähne in den Wind,
der mit ihr spielt,
und hebe deine Lider,
nimm so mit wachem Blick
das Grauen und den Glanz
der Sonnensteppe in dich auf!
Trink ihn mit innigtiefem Zug,
den Duft aus Wind und Wiese,
der dich leicht umweht;
lass dich davon berauschen,
geh und wage einen Schritt!
Setz einen zweiten nach ,
dann schwing dich auf
zu freiem Lauf!
Ob’s Lust, ob’s Leiden sei,
frag‘ nicht danach!
Wer lebt, erfährt!
Dort, wo du Abgrund streifst,
entgehst du deinen Grenzen,
im Taumel spürst du dich,
erhebst dich aus dem Fall.
Hier leben heißt:
Im Spiel den Tod umtanzen.
Wo alles ruht, lebt nichts.
Du bist, und sei’s dein Traum,
ein freies Wesen,
Wille und Bewegung
im Erdenraum!
Ingrid Drewing

Sommergefühl

Es riecht nach Sommer, duftenden Reseden,

obwohl April noch im Kalender steht;

die Kraft der Sonne sagt es einem Jeden,

der staunend durch den Blütengarten geht.


Als habe eine unsichtbare Hand

hier, heimlich zaubernd, in der Nacht gewaltet,

in Parks und Gärten überall im Land

die Blütenlichter zärtlich angeschaltet.


Weiß blühend, rosa hebt sich ab der Flor

von eines klaren Himmels sattem Blau,

und der Verliebten Balz im Vogelchor

erinnert, dass dies ist des Frühlings Schau.

Ingrid Drewing

Bild v. Paul Uhl

Frühlingselfchen

Blüteninseln

im Himmelblau,

Vogelsang, summende Bienen,

weißer Traum des Kirschbaums,

Frühlingslieder.

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Menschen

im Park

flanieren, froh gestimmt

unter hell blühenden Bäumen,

Osterspaziergang .


Ingrid Drewing

Ermunterung

Ranunkel und Lavendelblüten
begrüßen einen jungen Tag,
nun lass auch du das Sorgen , Brüten,
befreie dich von Müh‘ und Plag !

Wag‘ dich hinaus in Wald und Flur,
genieße froh die grüne Welt,
folge dem Duft, des Frühlings Spur,
tu endlich das, was dir gefällt !

Ingrid Drewing

Ostersonntag

Ein Blütenrausch hält uns umfangen,
und frühlingsneu erwacht die Welt,
vorbei das wintergraue Bangen,
beglückt vom Jubel- Vogelsange
grüßt uns das Leben, froh erhellt.

In Farben schwelgen Park und Garten,
selbst der Balkon im Blütenlicht
weiß duftend,leuchtend aufzuwarten,
die Sinfonie der Blumenarten
singt täglich hier ihr Lobgedicht.

So schaun wir Christi Auferstehen
im Widerschein der Schöpfung hier .
Geschenkt wird uns ein neues Sehen,
im Ostersinn den Weg zu gehen:
Die Liebe Gottes führt zum Wir.

Ingrid Drewing

Störche

Störche

stehen majestätisch

im luftigen Nest

auf dem alten

Fabrikschornstein,

Frühling.

* * *

Frühling

blauer Himmel

ein Wölkchen schwebt

kleine Federwuschel im Nest

Jungstörche

Ingrid Drewing

Endlich Frühling

Jetzt wird der Lenz doch jubilieren
im Blütenrausch und Sonnengold.
Es lockt der Vögel Tirilieren
uns Wintermüde lieblich,hold
hinaus ins Freie,wo die Luft
ist reich erfüllt vom süßen Duft
der Veilchen,Tulpen, Hyazinthen,
bald auch vom Flieder und den Linden
im Blütenkleid, wie’s uns gefällt,

dies Frühlingsparadies der Welt.

Ingrid Drewing