Archive for the Category Sommer

 
 

Spätsommergesang

Noch grünen Bäume, und die Sonnenuhren

zeichnen im Blütenrund die Stundenzeit.

Der Früchte Glanz verwischt die ersten Spuren

des Herbstes, der sich wartend hält bereit.


Wenn abends früh die langen Schatten schweifen,

schließt sanft der Tag das Sonnenfenster zu;

der Sommer mag noch schwelend Feuer greifen,

bis er als Phönix bettet sich zur Ruh.


Die Rosen leuchten dennoch rot im Garten

und warten bis des Nebels Vorhang fällt.

Mit ihrem Liebesblick, dem warmen, zarten,

beglücken lächelnd sie noch lang die Welt.

Ingrid Drewing

Vollmondnacht im Süden

Des Mondes Silber schimmert auf den Wellen,

taucht eine blaue Nacht in Zauberlicht;

unwirklich zieht dies magische Erhellen

dich in den Bann, der Träume dir verspricht.


Wenn hier nun Nixen sanft ans Ufer kämen,

du würdest ihnen ungefragt vertrauen

und ihnen folgen, so sie dich mitnähmen,

ihr Schloss dort auf dem Meeresgrund zu schauen.


In dieser Sternennacht verspricht der Süden

dem Kind des Nordens seine Sinnenwelt,

der Duft der Myrthen und Orangenblüten

liegt lieblich in der milden Luft, gefällt.

Ingrid Drewing

Sommermittag

Der Mittag spreizt die blauen Flügel,

gönnt sanft dem Leben etwas Ruh’,

und Sonne strahlt hoch überm Hügel,

schaut lächelnd der Idylle zu.


Sieht Vögel auf Kaminen sitzen,

die Katzen auf Gesimsen ruhen,

Eidechsen in den Felsenritzen

und Bienentanz in Pollenschuhen.


Der Mensch, der sonst auf Sonn’ versessen,

geruhsam döst im Schatten jetzt.

Die Hitze mag er gern vergessen,

liebt Wasser, das ihn kühl benetzt.


Und leise Wind rauscht in den Bäumen,

von fern erklingt ein Flötenlied.

Pan weckt der Sehnsucht süße Träume,

ein Klang, der sanft zum Himmel zieht.

Ingrid Drewing

Sommersonntag

Ein sanfter Sommersonnentag,

Geräusche nur gedämpft, verschwommen;

sie scheinen unwirklich, verzagt,

aus großer Ferne herzukommen.



Mild streichelt dich ein leichter Wind,

fährt zärtlich fast durch Büsche, Bäume.

Im Garten spielt ein kleines Kind,

beglückt vertieft in seine Träume.


Du sitzt und schaust, genießt die Stille,

die zart im Hauch des Mittags singt.

Hier, wo auch dein bemühter Wille

entspannt im Licht des Sommers schwingt

Ingrid Drewing

Sommerwiese

In diesem Sommer blüht die kleine Wiese,

als habe eine unsichtbare Hand

sie sanft liebkost und ihr gesagt, man ließe

ihr für ihr Blumenvolk das ganze Land.


Sie strotzt nur so im Sonnenlicht mit Grünen

der Blätter, mannigfach in Form und Kraft,

als wolle sie die Regentage sühnen

und zeigen, wie das Wasser Leben schafft.


Insekten tummeln sich in diesem Garten,

das zirpt und summt und surrt im Mittagslicht,

in frohen Tänzen hier im Spiel der Arten

schreibt auch der Wind sein zärtliches Gedicht

Ingrid Drewing

Hoffnung im August

Ein Regenvorhang rinnt hernieder,
grau ist es, und kein Vogel singt.
Vorbei die Zeit der Sommerlieder,
ist’s das, was der August noch bringt?
*
Ich hoff‘, der Sommer macht nur Pause
und kehrt zurück mit neuer Kraft;
die Sonnenblumen vor dem Hause
stehn noch erwartungsvoll im Saft.
Ingrid Drewing

Sommerglück

Der Tag stolziert im blauen Kleid,

hat Sonne eingeladen,

glänzt glühend nun zur Mittagszeit

auf lichten Sommerpfaden.


Im Grünen, nah dem kühlen See,

lässt es sich herrlich leben;

beim Picknick hier in Glück und Klee

scheint Zeit sich aufzuheben.


Es ist, als segne eine Hand

beschaulich, zart dein Leben,

ein milder Wind weht hier auf Land

kann fächelnd Frische geben.

Ingrid Drewing

Sommertag

Ein blauer Himmel, zart mit Sahnehäubchen,

verleiht dem Sommertag den hellen Glanz.

Die Luft ist klar, als kenne sie kein Stäubchen,

nur goldner Blüten Fest und Bienentanz.


Der Mensch fühlt sich vom Licht verwöhnt, gesegnet,

hält sich hellauf beglückt im Freien auf.

Nachdem es tagelang nur grau geregnet,

bewundert er der Farbenspiele Lauf.


Und so entsteht durch Wetterwechsel uns Genuss,

Naturgeschenke, noch wohlfeil zu haben,

und Hoffnung, alles bleibe so im Fluss,

damit wir uns noch lange können laben.

Ingrid Drewing

Sommerhaikus

Ein Rosengesicht

begrüßt dich zart am Morgen,

erhellt deinen Tag



Die Blüten beben

im Hauch des Sommerwindes

und verströmen Duft


Das Kind liegt im Gras

Der Sonne entgegen fliegt

ein Silbervogel.


Ingrid Drewing

Sommersehnsucht

Das luftige Kleid

wird in den Koffer gepackt

Sehnsucht nach Sonne .

Ingrid Drewing