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Sommernostalgie

Oh sing mir Wind! Sing in den Wiesen

dein Lied, die Gräser flirren lind,

den Sonnenmittag zu begrüßen!

Der Lerche Sang, dem hellen süßen,

lauschte ich träumend schon als Kind.


Aus Wiesenblumen einen Kranz

flocht ich, trug ihn als Krone, Zier.

Und Elfen luden mich zum Tanz,

vor Glück war ich benommen ganz

im Spiel der Phantasie mit mir.


Oh sing mir Wind die alten Lieder!

Ein süßes Weh mein Herz bewegt,

lausch längst vergangnen Klängen wieder

und lass’ mich sanft im Grase nieder,

erfühle, was ich einst gehegt.

Ingrid Drewing

Sonntag am See

Du mit deinen Sternenhänden,

Amberbaum, im grünen Licht,

kannst mir schattig Ruhe spenden,

sticht mich hier die Sonne nicht.


Unter deinen frischen Zweigen

lieg ich träumend da im Klee,

blicke, ohne mich zu neigen,

auf den nahen , blauen See.


Wo zwei kleine Segelboote

kreuzen weiß und schnell im Wind.

Standhaft bleiben sie im Lote,

eines nun an Fahrt gewinnt.


Doch das zweite folgt, im Tanze

scheinen beide dort zu sein,

in der Sonne hellem Glanze

auf dem See, im Blau, allein

Ingrid Drewing

Frühsommer

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Die Luft zart seidig, und Jasmin

verströmt berauschend süßen Duft.

Ich fühle, wie der Sommer ruft,

und sehe seine Blumen blühn.


Der Klatschmohn zündet rote Feuer

im Grün der Wiesenwogen an,

erweist sich jedes Jahr als treuer

Gespiele und als Malersmann.


Auch Klee mit rosa ,weißen Mützen

streckt keck das Köpfchen in die Höh’,

das Bienenvolk zu unterstützen,

das summend sucht in seiner Näh’.


Die Grille zirpt und Vögel singen;

die Jungen, flügge, halten Schritt.

Die ganze Welt scheint heut zu klingen,

strahlt hell im Sonnenscheine mit.

Ingrid Drewing