Wetterlaune
Wolkenschafe, wild
stieben über den Himmel,
vom Windhund gehetzt.
Ingrid Drewing
Wolkenschafe, wild
stieben über den Himmel,
vom Windhund gehetzt.
Ingrid Drewing
Dieser Juni spielt April,
Wetterkapriolen.
Mal zeigt er sich kalt, dann will
Sonnenbrand er holen.
Gehst du ohne Schirm, wird’s nass,
prasseln Wolkenbrüche,
oder’s Sonnenbutterfass
macht die Wetterküche.
Deckst im Garten du den Tisch,
liebst die Luft im Freien,
holt’s der Wind mit einem Wisch,
nichts kann dort gedeihen.
Nun, was soll’s, wir können nicht
unser Wetter machen,
doch ein fröhliches Gesicht,
lasst uns drüber lachen!
Ingrid Drewing
Der Tag trägt heut ein graues Kleid,
zeigt mürrisch uns sein Angesicht,
selbst in der frohen Frühlingszeit
mag er sich manchmal wirklich nicht.
Die Sonnenbraut hat ihn verlassen,
sie, die ihm kürzlich noch so hold
mit liebem Blick ihr Herz gelassen,
verweigert ihrer Strahlen Gold.
Doch Sturmwind hat sich eingefunden,
will mit ihm um die Häuser ziehen,
und Regen mischt sich in die Runde
zum Trost, ein mannhaftes Bemühen.
Dann ist es klar, der Wolken Wuseln
hatte von Sonne ihn getrennt.
Nun, da sie weg sind, darf er schmusen
mit seinem hellen Element
Ingrid Drewing

Schwül hängt der Tag in seiner Matte,
gar grau zieht er den Vorhang zu.
Gewitterwolken, regensatte,
jetzt türmen sich hoch auf im Nu.
Wild wettert Sturmwind in den Bäumen,
Jungvögel zittern bang im Nest,
wenn er zerstört die Blütenträume,
mutwillig tobend im Geäst.
Und finster wird es, Donnergrollen,
erst fern, dann blitzt es, und es kracht,
Die Regenmassen nun anrollen,
der Tag gleicht einer Höllennacht.
Geschützt die Kinder sind im Hause,
geborgen in der Eltern Arm;
tobt draußen auch des Sturms Gebrause,
hier fühlen sie sich sicher, warm.
Zwei Stunden währt das schlimme Wetter,
dann klart es auf, die Sonne spricht
aufheiternd zu dem Tag, der netter,
nun strahlend schließt im Abendlicht.
Ingrid Drewing

Der Osterhase Meier
hat heuer statt der Eier
den Frühling froh versteckt.
Als er das ausgeheckt,
dies irdische Malheur,
da hat er, weiß woher,
mit viel Eierlikör
zu reichlich sich gestärkt
und ist , ganz unbemerkt
und auch recht ungezwungen,
dann in die Wetterstube
Frau Holles eingedrungen.
Dort klopft der kecke Bube
die dicken weißen Kissen,
drum hat’s viel schneien müssen.
Der Winter bleibt der Erde
und auch die Flockenherde,
bis Hase,
aus dem Rausch erwacht
und ausgeschlafen,
wieder ganz den braven
Osterhasen gibt,
der auch den Frühling liebt.
Ingrid Drewing

Nun ja, wir jammern über’s Wetter
und manchmal nimmt es uns den Mut.
Bei Sonnenschein wirkt vieles netter,
denn uns tun Licht und Wärme gut.
Ist’s dunkel, grau sind wir verdrießlich,
es drückt gar schwer uns auf’s Gemüt.
Doch finden wir es sehr ersprießlich,
wenn hell der Sonne Licht erglüht.
Um uns die Welt blüht auf dann reich,
im grünen Frühlingskleid sie singt.
Auch Frösche tanzen froh im Teich,
wenn ihnen Mückensegen winkt.
Ingrid Drewing
Ein regenmüder Tag ertrinkt
im Sturm, der wild die Bäume rüttelt,
den Winter aus den Zweigen schüttelt
und Dächer von den Häusern zwingt.
Ein Klappern, Heulen, lautes Rasen,
als sei ein Höllentanz in Sicht;
der Fastnachtsfreunde Papp-Hut-Nasen
wirbeln in Lüften, schmücken nicht.
Am besten bleibt , wer kann, zu Haus‘
entgeht des Sturmes Wüten,
um sicher vor Unwettergraus
die Seinen zu behüten.
Ingrid Drewing