Archive for the Category Natur

 
 

Igeltag

Nach einer fröstelnd kühlen Nacht

die Sonne wärmend spricht.

Das Igelkind ist nun erwacht

vom streichelwarmen Licht.

igelito

Genüsslich frisst es Katzenfutter,

das wir ihm hingestellt,

zum Tierarzt bringt es unsre Mutter,

dass heil die Igelwelt.

Ingrid  Herta Drewing

Igelglück

Ein kleiner Igel saß in unsrem Garten

nach kalter Nacht, er wirkte fast erstarrt.

Sein schwarzes Schnäuzchen zitterte, das zarte.

Es hatte ihn der Frost getroffen hart.

Wir bargen ihn in einem warmen Nest,

der Tierarzt wurde tunlichst auch befragt.

Nun liegt der Igel kuschelwarm, schläft fest,

bis dann für ihn ein neuer Frühling tagt.

Ingrid  H. Drewing

Fremde Pflanze

Du fremde Pflanze, dort in meinem Blumenbeet,

kamst ungebeten, hab’ dich nicht gesät.

So weiß ich nicht, woher und was du bist;

kamst mit dem Wind, vielleicht als Vogelmist?


Ich seh’ dich wachsen hoch in deinem Grün,

hoff’ dein Geheimnis lüftest du im Blüh’n.

Doch scheint mir, deine Blätter sind schon Blüte,

neunfingrig, wie ein Schirm zentriert, in Güte.


Würd’ deinen Namen gar zu gerne wissen,

suchte im Internet, in Büchern schon beflissen;

hab’ nichts gefunden, was mir Auskunft gibt.

Dann sei halt so geheimnisvoll geliebt!

Ingrid Drewing

Amsel

Schwarz befrackter Amselhahn dort auf dem Dache,

willst nun singen, stehst in Positur,

drehst dich schnell noch einmal um, doch nun entfache

bitte deine schöne Klangfigur!


Lampenfieber ist es nicht, weshalb du wartest.

Deine Lampe, Sonne, kennst du wohl,

und wenn du nach einem Zögern startest,

hast du hier das Sängermonopol.


Denn so lieblich wie dein Melodienreigen

klingt des Abends hier kein Vogelsang;

darfst dich ruhig ein wenig schüchtern zeigen,

hinterher beglückt uns heller Klang.

Ingrid Drewing

Grünfinken

Grünfinken wippen mit den Zweigen,

die wiegend sich im Winde neigen,

so federleicht sind sie

und fliegen flugs dann in die Höhe

zur Efeuwand, die in der Nähe

ein Haus begrünt, nun sieh!


Im grünen Blätterhaus versteckt,

die Finken man nur schwer entdeckt,

ihr Heim ist fein verwoben.

In ihrem schönen, kleinen Nest,

der Sonne nah, doch wetterfest,

sind sie gut aufgehoben.


Insekten gibt es hier und Pollen,

auch Regenwasser, wenn sie wollen;

der Tag lädt ein zum Fest.

So sorgt Natur für ihre Kinder.

Die Vogelmutter nun nicht minder

versorgt die Brut im Nest.

Ingrid Drewing

Himmelsblick

Zarte Mondsichel

am Blauhimmel des Mittags,

einsam ohne Stern.

* * *

Langsam greift Sonne

mit ihren Strahlenfingern

ins Waldesdunkel.


Ingrid Drewing

Begegnung auf See

In silberfarbnem Bogen

folgte er meinem Boot,

sprang spielend aus den Wogen,

tauchte, pfeilschnelles Lot.


Ja , einer der Delphine

begleitete mich sacht;

ich sah in seine Miene,

mir schien, als ob er lacht‘.


Mein Boot, es lag, recht schnittig,

mit Segeln gut im Wind;

doch der Delphin , unstrittig ,

schwamm so gewandt, geschwind.


Nach etwa einer Meile

ließ er mich dann zurück,

gebannt für eine Weile

von diesem Augenblick.

Ingrid Drewing

Baum

Wie schön der Baum mir Schatten spendet

in dieser heißen Sonnenglut.

Er, der dem Lichte zu sich wendet,

schenkt mir die Kühle, wohl und gut.


Und wenn ein leichter Sommerwind

ihm zärtlich streift das Blätterkleid,

dann rauscht es leise, sanft und lind,

ein zarter Gruß zur Mittagszeit.

Ingrid Drewing

Gänseblümchen

Im Gänseblümchenwald versteckt

sitzt eine kleine Grille;

ein Samenkorn ihr würzig schmeckt,

hier in der Mittagsstille.


Doch bald im warmen Sommerwind

lässt sie ihr Zirpen hören;

es scheint, als wolle sie ganz lind

die Blumenschar betören.


Sie recken ihre Sterngesichter

dem Sonnenschein entgegen.

Unzählige Laternchen, Lichter

im Winde sich bewegen.

Ingrid Drewing

Sommerabend

Es weht ein milder Abendwind,

vertreibt die dumpfe Schwüle.

Jetzt sitzt im Freien man so lind,

genießend, Wohlgefühle.

Ein gutes Buch, ein netter Plausch,

der Amsel süße Sänge;

ein guter Trunk im Blütenrausch

verschönt des Tages Länge.


Und dann im Glanz die Sternennacht

lädt ein zu sanftem Träumen.

Gern weilt man, bis der Tag erwacht

dort unter Sommerbäumen.

Ingrid Drewing