Archive for the Category Natur

 
 

Meer,Surfers Sehnsucht

Oh du, mein Meer ,in deinen Weiten
verirrt und findet sich mein Blick!
Des Lebens Sinnbild, die Gezeiten,
abebbend, flutend , mir bereiten
den Spiegel für mein Lebensglück.

In deinen wilden Wasserwogen,
die stürzen in der Brandung Schaum,
sind wir Wind surfend weit gezogen,
den Vögeln gleich so leicht geflogen ,
als sei das Leben nur ein Traum.

Schenktest den Sturm als Abenteuer.
Unbändig trotzten wir der Wut
Mit jugendlicher Kraft und Feuer,
auch wenn uns vieles nicht geheuer;
der Leichtsinn forderte den Mut.

Jetzt bin ich älter und erfahren,
schau dich mit Sehnsuchtsaugen an,
wie du zum Himmel reichst, dem klaren,
den ich als Mensch in meinen Jahren
andächtig nur erschauen kann.

Ingrid Drewing

Begegnung auf See

In silberfarb’nem Bogen

folgte er meinem Boot ,

sprang spielend aus den Wogen,

tauchte , pfeilschnelles Lot.


Ja , einer der Delphine

begleitete mich sacht ;

ich sah in seine Miene ,

mir schien’s , als ob er lacht‘.


Mein Boot , es lag , recht schnittig ,

mit Segeln gut im Wind;

doch der Delphin , unstrittig ,

schwamm so gewandt ,geschwind.


Nach etwa einer Meile

ließ er mich dann zurück ,

gebannt für eine Weile

von diesem Augenblick.


Ingrid Drewing

Fluss am Abend

Wie still der Fluss, in Schnee gebettet,

im Abendschein dort träge fließt.

Aus Eis die Schollen, klein geplättet,

bedecken ihn als schuppig Vlies.


Zum Drachenschweif, in mildem Feuer,

verwandelt ihn das Abendrot;

bis dann die Schattenungeheuer

der Nacht ihn fangen, sternumloht.

Ingrid Drewing

Heimat

H eimat heißt : zu Hause sein,

E ng verwandt und lieb erschaut,

I nnig ,tief verwachsen, rein,

M it Natur, Kultur vertraut.

A uch in meiner Sprache lebend,

T reue , Liebe, Recht erstrebend.

Ingrid Drewing

Abendrot

Am Himmel wachsen Cirrusweben,

so kurz vor Sonnenuntergang,

und Espenblätter zitternd beben

im Wind,der streicht den Hang entlang.


Der kühle Abend meldet sich,

verweile noch im Garten,

im Freien bleibend möchte ich

das Abendrot erwarten.


Sobald am Himmel rote Glut

die Bläue brennend tönt,

der warmen Farben milde Flut

die Landschaft sanft verschönt,

werd‘ ich das wunderschöne Bild

mit meinen Augen trinken

und kann dann,wenn mein Durst gestillt,

in tiefe Andacht sinken.

Ingrid Drewing

Winterjammer

Ach,dieser regennasse Tag
hat nichts vom Winter,den wir lieben;
grau , garstig,kalt,was niemand mag,
sich Wolken vor die Sonne schieben.

Der Regen leckt den letzten Schnee
vom Dache,fleckig noch bedeckt,
und Nebel wabert übern See,
hält Büsche, Bäume gut versteckt.

Nur wer zur Arbeit muss,geht raus,
auch noch zu dringenden Terminen,
ansonsten bleibt man gern zu Haus
nach einem Blick aus den Gardinen.

Manch einer, ausgesucht von Viren,
liegt krank mit Grippe nun im Bett,
keucht hustend,geht auf allen Vieren,
anstatt mit Schatz ins Kabarett.

Dies öde Winterinterim,
kurz vor der Frühjahrsmüdigkeit,
empfindet mancher halb so schlimm,
vertreibt er lesend sich die Zeit.

Ingrid Drewing

A r k t i s – DVD

D i e R o b b e

Die Robbe, rücklings hingegossen,
streckt schlafend von sich ihre Flossen.

Wie kann sie nur so unverdrossen
im Kalten liegen wie erschossen?

Vielleicht ,ja,lebt sie gar nicht mehr?
denk‘ ich mir da ; von ungefähr
naht auf dem Eise nun ein Bär.

Und eh‘ ich mitleidvoll schnell stoppe,
stürzt sich ins Wasser ,schwups, die Robbe.


E i s b e r g e

Sie treiben mächtig groß wie weiße
Segelschiffe auf dem Meer,
die Abgesandten aus dem Eise,
von dem wir sagen,
dass es ewig wär‘.

Als Gletscherkälber
gehen sie auf Reisen
und machen es der Schifffahrt schwer.

Mit ihrem Wankelmut und Schein,
nur wenig zeigen, Rest verstecken ,
kann man sie meist erst spät entdecken.
Sie rauben Mensch und Schiff das Sein.

Ingrid Drewing