Archive for the Category Besinnliches

 
 

Ölpest

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Hier wächst das neue Leben; in den Bäumen
zeigt sich der Frühling, blühend rein umloht.
Doch fern von diesen hellen, zarten Träumen
naht schleichend auf der Welt ein fremder Tod.

Es drohen Katastrophen dort dem Leben;
nicht nur Natur, der Mensch hat sie gemacht.
In seiner Gier und seinem eitlen Streben
dringt er in Zonen vor, oft unbedacht.

So klebrig zäh, wie diese Ölpest wirkt,
vernichtend, was das Meer an Leben birgt,
hält auch die Menschheit fest am Wachstumswahn.

Aufwachen müssen wir und klar ermessen,
dass wir den Schutz der Umwelt nicht vergessen,
sonst ebnen wir dem eignen Tod die Bahn.

Ingrid Herta Drewing

Grenzen des Wachstums

Es treibt ein Todesteppich auf dem Meere,
zäh, klebrig , braun im Golf von Mexiko,
ein Unfall zwar und dennoch eine Lehre:
Wir schlagen uns allmählich selbst KO

Wir wollen Wachstum, sollten uns beschränken;
denn wie wir wachsen, trägt ’s die Erde nicht.
Ressourcenschutz, wir müssen doch bedenken:
Die Art erhalten, heißt zugleich Verzicht.

Nur eine Erde hat für uns das All,
mag auch noch eine sein bei fernen Sternen.
Die Zeit ist da, wir hätten nun zu lernen:
Nachhaltigkeit ist unser Rettungsfall.

Lasst uns dies Paradies des Lebens schützen;
das wird auch unsren Kindeskindern nützen!

Ingrid Herta Drewing

Frühlingsregen

Homagnoli

Der Frühling kost mit regennassen Händen
die Gärten, Felder, Wälder, Wiesenflur,
um gütig dort dies’ kostbar’ Nass zu spenden;
damit das Wachsen bleibe auf der Spur.

Die Vögel pflegen sich im Nieselregen,
gar zart und sanft benetzt er ihr Gefieder.
Sie schütteln sich behaglich und bewegen
uns Menschen mit dem Klange ihrer Lieder.

Und ab und zu die Sonne lächelnd blickt
auf diese schöne frisch gewaschne Erde,
wenn leuchtend sie die warmen Strahlen schickt,
damit das Grünen, Blühen möglich werde.

Wir stehen staunend, schauen mit Entzücken
und lassen uns von diesem Bild beglücken.

Ingrid Herta Drewing

Wanderfalken

Am Himmel Wanderfalken kreisen.

So nah der Sonne scheint ihr Drehen,

als wollten sie des Tanzes Weise

gemeinsam festlich dort begehen.

So fern dem Leben auf der Erde!

Sie wirken losgelöst, befreit,

als zähle nicht dies „stirb und werde!“

Sie fliegen jenseits aller Zeit.

So scheint mir ihrer beider Leben,

verbunden in dem sanften Wiegen,

ein seliges ,vereintes Schweben,

das leicht die Schwere kann besiegen.

Ingrid Herta Drewing

Abendstille

Der Abend naht mit leisen Stimmen,

und Vogelsang verklingt nun bald.

Der Sonne Glut, sanft im Verglimmen,

färbt rot den Himmel überm Wald.

Dort, wo jetzt weiße Nebel steigen,

bettet die Wiese sich zur Ruh,

bis dann die Nacht in zartem Schweigen

ihr flüstert Sternenlieder zu.

Ingrid Herta Drewing

Mittags im Garten

Löwgäns

Ein heller Mittag, sanft und mild,
die Luft von Blütenduft erfüllt,
genieße ihn im Garten,
erfreue mich am zarten
Grün, das aus den Zweigen quillt
und meine Frühlingssehnsucht stillt.
Vorbei das lange Warten!

Die Pflanzen auf der Wiese zeigen
vielfältig sich im Blütenreigen.
Es grüßt goldgelb der Löwenzahn
der Gänseblümchen Sternenbahn.
Dort, wo sich rote Tulpen neigen,
blaut Immergrün; Forsythienzweige
strahlen am Tor mich freundlich an.

Und in der Mittagsstille Räumen,
nichts missend und auch nichts versäumend,
erfreu’ ich mich am Vogelsang,
beglückt von seinem zarten Klang.
Dort, sitzend unter Blütenbäumen,
möchte ich gern die Zeit verträumen,
andächtig, einen Sommer lang.

Ingrd Herta Drewing

Frühlingsweise

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Wo Blütensterne in den Himmel greifen,
entfaltet Frühling seine Lebensmacht;
und neue Erdenträume dürfen reifen,
im Hoffnungsgrün vielfältig nun entfacht.

Uns wärmt der Anblick dieses jungen Lebens,
schenkt Wagemut, stimmt freudig unsren Sinn.
Wir wissen, nichts wächst hier vergebens;
im großen Ganzen wirkt es mittendrin.

Und wir in unsrem kurzen Erden-Sein
begreifen jetzt doch ahnend das Geschehen:
Wir werden auch nach toter Winterszeit
den Blütengarten wieder leuchten sehen.

Ingrid Herta Drewing

Frühlingssonntag

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Heut glänzt der Tag im Sonnenlicht

schirmt blau die kleine Stadt,

in deren Gärten Frühling sich

zart eingefunden hat.

Da blühen Kirsch- und Mandelbäume,

das goldgelbe Forsythien-Lied

beflügelt Bienen- Honigträume,

auch Hummeln in den Bann es zieht.

Und Kinder spielen hier im Freien,

ihr helles Lachen Leben bringt,

dorthin, wo sonst in Autoreihen

nur Hupkonzert den Stau durchdringt.

So schenkt der Sonntag die Idylle,

die meist im Alltag wird versäumt,

ein Urlaub, Sammlung in der Stille,

wie ’s sich manch müdes Herz erträumt.

Ingrid Herta Drewing

Illusion

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Viele Bewohner von Einflugschneisen
Islands Vulkane nun dankend preisen,
denn endlich genießen für kurze Zeit
sie Ruhe, weil vom Fluglärm befreit.

Und mancher sinnt träumend, es könnte sein

dass diese Vulkane  sich üben ein,

um Asche noch etliche Wochen zu speien,

so dass hier lärmfreie Zonen gedeihen.

Doch dann wird’s ihm bewusst, er hat ja gebucht,
sein Urlaubsziel weit in der Ferne gesucht.
Da muss auch er fliegen, will er hinkommen.
„Ach!“, seufzt er enttäuscht, “nichts ist vollkommen!

Ingrid Herta Drewing

Siehe hierzu auch „Skywash“

Frühlingssehnsucht

Gemohn

Wie wenig braucht man doch, um froh zu sein.

Ein Frühlingstag genügt in seiner Milde,

erquickt, uns wärmend, hell mit Sonnenschein,

zeigt farbenfrohes Blühen im Gefilde.

Man möchte jubeln und vor Freude singen,

wenn man der Kindheit nicht entwachsen wäre

und fühlt die Seele zärtlich sehnend schwingen

Das Fernweh lockt zur Reise über Meere.

Doch fährst du nicht und hütest deinen Garten,

der nun ergrünt und blühend grüßt den Tag.

Auch hier kann lieblich Schönes  auf dich warten.

Es singt die Nachtigall im Rosenhag.

Das Lebensglück, das wir oft suchen fern,

liegt meist so nah auf unsrem kleinen Stern.

Ingrid Herta Drewing