Archive for the Category Liebe

 
 

Glücksdrache

Gebaut mit Lust und Liebe,
Glücksdrache, nicht zu klein.
Wir ließen auf der Wiese
den Wind ihm Partner sein.

Wir sahen diesen Drachen
leicht in die Lüfte ziehn,
der Kinder freudig Lachen,
und Wangen rot erblüh’n.

So himmelhoch sein Schweben,
spielend in Tändelspur ,
ein lustig Drachenleben,
wir hielten fest die Schnur.

Doch  unverhofft ein Riss
zerstört‘ das feste Band;
das Drachenglück zerschliss,

entglitt uns aus der Hand.

IHD

Liebesblick

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Als hätte ich begonnen eine Reise

in ein entferntes, schönes Land,

sahst du mich an auf wunderbare Weise,

die mir zuvor noch nicht bekannt.


Als wollt’ dein Blick mit tausend Händen binden,

was einer Hand sich nicht ergibt.

Und ich verlor mich, um mich neu zu finden

in deinen Armen und von dir geliebt.

Ingrid Herta Drewing

Schlaflied

rosereifSchlafe,  mein Kind !

In den Bäumen

säuselt der Wind dir ein Lied.

Schlafe, mein Kind !

In den Träumen

fährt dich dein Traumboot nach Süd.

Aheija, aheija, eija

“         ,    “          “    hm, hm, hm, hm.

Schlafe, mein Kind !

In den Zweigen

schlafen die Vöglein im Nest.

Schlafe, mein Kind !

Denn sie schweigen,

kuscheln einander ganz fest.

Aheija…

Schlafe, mein Kind !

In den Wiesen

träumen die Blümelein fein.

Schlafe, mein  Kind !

All die süßen

Düfte , sie hüllen dich ein.

Aheija…

Schlafe, mein Kind !

Denn schon funkeln

am Himmel die Sternelein schön

Schlafe, mein Kind !

Auch im Dunkeln

kann dich dein Schutzengel sehn.

Aheija…

Anmerkungen von Ingrid Herta Drewing zum Gedicht:

Dieses Lied ist getragen zu singen(a-Moll,C-Dur,3/4 Takt).
Ich habe es mir 1970 für meine kleine Tochter ausgedacht und ihr vorgesungen im Rahmen des Einschlafrituals.Es war sehr wirksam.

Wiegenlied

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Auf linden Rosenblüten

will ich dich betten lieb, mein Kind.

Ich werde dich behüten,

und Engel, die stets bei dir sind!

So schlafe süß und träume

von Gärten, wo dir sanfte Lieder

im Zauberlicht der Sternenbäume

in Silberglöckchen klingen wieder.


Nun schlafe ein, du bist geborgen!

Ich hab’ dich lieb und bin dir nah.

Mein zarter Kuss weckt dich am Morgen.

Die Sonne ist dann wieder da.

Ingrid Herta Drewing

Wir

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Du hast mein Lied gesungen,

ich deines, schöner Klang.

Von Liebe ganz durchdrungen

war süß uns der Gesang.


Dein Lächeln war mir Sonne,

dein Atem Lebenshauch,

dein Blick, Geschenk und Wonne,

wie deine Küsse auch.


Zwei Flammen, die hell brannten

zu einem Feuer, Licht;

wenn wir einander fanden,

verschwand der Zeit Gesicht.


Jedoch die Zeit hat Flügel,

sie trug dich mit sich fort.

Ich steh’ am Grabeshügel,

und fremd ist mir der Ort.


Doch deine lieben Worte,

die trag’ ich tief in mir.

Erinnerung schenkt Horte,

dort lebst du noch mit mir.

Ingrid Herta Drewing

Liebe

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Ach, Liebe ist so leicht.

Wenn sie dich flugs erreicht,

kannst du dich kaum erwehren

und wirst ihr schnell gehören.


Doch Liebe ist so schwer.

Wenn’s nicht der Liebste ist,

man gar zu schnell vergisst,

dem Nächsten zuzuhören.

Ingrid Herta Drewing

Aller Seelen / Am Grab

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Nun , da die goldnen Klänge schweigen ,

und nebelgrau der Tag erbleicht ,

will ich , bevor sich meine Tage neigen ,

dir hier zum Abschied Liebe zeigen ,

auf dass sie tief dein Herz erreich‘ .



Mit dieser Rose , knospenoffen ,

die sanft noch blüht auf deinem Grab ,

verbinde ich ein sel’ges Hoffen ,

dass ich dereinst dich wieder hab.


Denn alles , was uns einend fand ,

weit über Glück und Körper Schein,

der Geist , der liebend uns verband ,

war mehr als unser beider Sein .


Ingrid Herta Drewing

Herbstliebe

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Du – du – du

Wort für Wort

fällt

wie vom Herbstbaum

brennendes Laub.

Den Kranichflug beginnend,

ahn ich es:

Süden ist dort,

wo dein Herz schlägt,

und ich folge dir

in der Brandstifterzeit

des Oktobers.

Sag mir, Liebe

Ach, Liebe, warst uns einst doch so gewogen,

dein Feuer strahlte heller als das Licht,

als du uns fest in deinen Bann gezogen.


In diesem Traum vom Glück, das ewig währe,

der Liebenden Geborgenheit verspricht,

vergaßen wir das Grau des Ungefähren.


Wer glücklich ist, sieht nur der Rosen Blüte,

nicht diesen Schmerz, den ihre Dornen nähren,

vergisst, dass Herbst folgt auf des Sommers Güte.


Nun halten kühle Nebel sie gefangen,

die Wärme, die uns leuchtend rot erglühte;

und dennoch bleibt ein hoffendes Verlangen.


Ach, Liebe, sag, wohin bist du gegangen!

Ingrid Drewing

Abschied

Und fahlgelb schien uns der Septembermond,

als du gemeinsam mit dem Sommer gingst.

Dein Abschiedskuss, noch liebevoll betont,

und doch dies Fremdeln, als du mich umfingst.


Du warst zwar hier und dennoch schon gegangen.

Dein Blick, verlegen, wich dem meinen aus.

Darum verbarg ich sorgsam mein Verlangen

und folgte dir noch traurig vor das Haus.


Wer weiß, wohin die Liebe müde ging;

warum wir sie nicht bergen konnten,

obwohl sie einstmals uns so lieb umfing,

als glücklich wir in ihrem Glanz uns sonnten?

Ingrid Drewing