Archive for the Category Liebe

 
 

Ewige Liebe

Inmitten einer saftig grünen Wiese

fließt frisch und klar ein Bach in schnellem Lauf;

man wähnt sich wahrlich fast im Paradiese,

im Sommer duften Blumen hier zuhauf.

Doch dort ganz tief im hellen, kühlen Grunde

geht’s seltsam schaurig zu um Mitternacht;

die Geisterreiter, so erzählt die Kunde,

sie kämpfen hier in atemloser Schlacht.

Auf ihren Rossen, die mit ihnen starben,

sieht man sie glänzend weiß im Mondenschein;

ein junger Ritter trägt noch stolz die Farben,

gewidmet seinem Fräulein, schön und fein.

Auch sie ist schon vor langer Zeit verblichen,

doch manchmal, wenn der Nebel leise fällt,

sieht man sie kauernd ihre Tränen wischen;

sie trauernd ihrem Liebsten Treue hält.

Dann flüstert es am Bach, und Gräser singen

von einer großen Liebe tiefem Leid,

und es verstummt der scharfen Schwerter klingen.

Er eilt zu ihr für eine kurze Zeit.

Am Tag verhallt der Liebe stumme Bitte,

und auch nichts kündet von der Geister Zorn.

Nur eine große, liebliche Marg’rite

wächst strahlend neben einem Rittersporn.

Ingrid Drewing

Liebesgesang

Jetzt singen alle von der Liebe,

wen wundert’s, Vögel tun es auch.

Die maiengrünen Hoffnungstriebe

bindet nicht nur des Maibaums Brauch.


Ein neues Werden lässt vergangen

die Trauer und den Kummer sein,

und scheues, zärtliches Verlangen

lädt uns in helle Zukunft ein.


So wachsen Liebe und Vertrauen

mit sehnsuchtsvoller frischer Kraft.

Dem Leben in die Augen schauen,

lehrt uns der Frühling, froh er schafft.

Ingrid Drewing

Liebeslied

Sanft sing‘ ich dir ein Lied zur Nacht

und bette dich auf Rosen,

der Duft wird dich , bis du erwacht,

im Traume zart liebkosen.

Froh sing‘ ich dir ein Lied am Tag ,

komm , reich mir deine Hände !

Gemeinsam woll’n wir, wenn du magst,

hier tanzen, ohne Ende.

Lieb sing‘ ich dir ein Lied im Licht

und schenke dir mein Leben,

nur eine Bitte habe ich,

mögst mir auch deines geben !

Ingrid Drewing

Mamale

Mein Mamale, nun jährt sich wieder
der Tag,an dem du von uns gingst.
Dein Grab geschmückt mit weißem Flieder,
an dem du so im Frühling hingst.

Noch heute sehe ich dich lächeln,
wenn wir dir diese Blüten brachten,
den Duft dir in die Nase fächeln,
wie wir gemeinsam scherzten, lachten.

Dein Leben nach dem Krieg nicht leicht,
doch fühlten wir die Schwere nie,
hast mit Humor es stets erreicht,
sangst deine Liebesmelodie.

Stark warst du ,und dein Herz voll Güte
wies uns die Ehrlichkeit als Weg.
Wir lernten, dass vor Frucht und Blüte
des Lebens Müh und Arbeit steht.

Du schenktest uns das Urvertrauen,
den Glauben, Lieben und Verzeihen.
Wir konnten immer auf dich bauen
und fühlten niemals uns allein.

Mein Mamale, nun steh ich weder,
um dir zu danken, still am Grab
und sage dir mit weißem Flieder,
wie lieb, wie lieb ich dich noch hab.

Ingrid Drewing

Frühlingsliebe

Pfingstrosen blühen, weißer Flieder

eröffnet nun den Maientanz.

Die Tage singen Sternenlieder,

und Nacht erstrahlt im Sonnenglanz.


So leicht und zart auf Frühlings Schwingen

naht deiner Liebe helles Licht.

Ich könnt’ vor Glück wie Glas zerspringen,

erblicke ich dein lieb’ Gesicht.


In deinen Armen fest geborgen,

sehe ich neu die Welt erblühn.

Gemeinsam grüßen wir den Morgen,

der lächelnd lässt den Tag erglühn.

Ingrid Drewing

Vergissmeinnicht

Vergissmeinnicht, du blauer Stern,

der dort am Bach die Wiese ziert,

dein Lächeln grüßt mich schon von fern,

eh sich der Blick im Blau verliert.

Ja, dort, es bleibt mir unvergessen,

hab’ einst im Frühling mit Marie

ich traulich lieb am Bach gesessen.

„Vergiss mein nicht!“, so sagte sie.


„Wenn in der Heimat bist zurück,

die du verlässt für lange Zeit,

ich einen Blütenstrauß dir pflück,

erwart’ dich hier im Festtagskleid.“


Vergissmeinnicht, du blauer Stern,

nun zierst du auch ihr kühles Grab.

Ach, ich würd’ sagen ihr so gern,

dass ich sie nie vergessen hab’.


Ingrid Drewing

Geheimnivoller See

Wo in des Wassers Tiefe Strudel drängen,
da ist des Nöcks dämonisches Zuhause.
Er lauscht der Wassernixen Chorgesänge,
bewacht des nahen Wildbachs Brausen,
der dort stürzt durch des Tobels Enge.

Nur selten tönt der Nixen Weise;
doch, wenn in sanftem Vollmondschimmer
hell glänzend grüßt geheimnisvoll der See,
sieht man sie dort auf Felsen flimmern
und hört ihr leises Singen, süß und weh.

Sie singen zärtlich von der Liebe, frühem Tod
des Jünglings, der in Sturmes Not
hier auf dem Weg zur Liebsten einst ertrunken,
und seiner Braut im Hochzeitsboot,
die dann im Sehnsuchtsschmerz,
ihn suchend , auch im dunklen See versunken.

Und dennoch hat die Sage zu berichten,
im Reich des Nöck sei glücklich nun das Paar
vereint, wie einst es wohl ihr Wille war.
Ein alter Fischer weiß um die Geschichte,
behauptet kühn, dass er die beiden sah.

In einer klaren Vollmondnacht wie heute
hab’ er sie tanzen sehn im Wasser nah dem Wald

in ihrer jugendschönen Wohlgestalt,
und ihre überird’sche Liebesfreude
sei dort als Echo ihrer Stimmen widerhallt.

Ingrid Drewing

Hochzeitsbild

Im grünen Haar der Weide,
spielt zart der Frühlingswind,
wie kostbares Geschmeide
das Licht im Wasser blinkt.

Das Brautpaar am Gestade
steht traumverloren da,
im See zieht seine Pfade
ein sanftes Schwanenpaar.

Ingrid Drewing

Frühlingsnacht

Ein Windhauch trug der Blütenharfe Klang,
mild duftend in die Frühlingsnacht am See,
wo Mondes Silberbarke glitt entlang.
In deinem Sternenlächeln süßes Weh.

Von Liebe sang des Blütenliedes Weise,
ein heller Zauber hielt die Stunde an.
Zwei Schmetterlinge fanden sich lieb,leise
und flogen lippenzärtlich himmelan.

Ingrid Drewing

Regenromanze

Ein Regenvorhang rinnt hernieder,
unwirtlich kühl gibt sich der Tag.
Kein Vogel zwitschert Frühlingslieder,
nur eine Krähe krächzend klagt.

Doch wir trinken gemütlich Tee,
im warmen Raume wohl geborgen.
Es ist,als habe eine Fee
verzaubert uns an diesem Morgen.

Es strahlt dein Blick, wie keine Sonne
ein Leuchten mir je schenken kann,
verspricht mir deiner Liebe Wonne,
und zärtlich schau auch ich dich an.

So gleicht der kalte, starke Regen,
der dich in dies Cafe geführt,
für mich nun einem Frühlingssegen,
bin glücklich und zutiefst berührt.

Ingrid Drewing