Archive for the Category Winter

 
 

Wintertempo

Harz

Dick liegt der Schnee, sogar Kamine
sich zeigen jetzt mit weißen Mützen,
der Rauch steigt auf in zarten Linien,
flieht hoch bis zu des Kirchturms Spitze.

Gedämpft die Schritte, langsam fahren
die Autos auf gestreuter Spur.
Was unlängst flotte Flitzer waren,
entpuppen sich als Kriechtier’ nur.

Der Winter zwingt zum Innehalten,
verordnet uns der Stille Zeit.
Mal einen Gang herunter schalten,
den Tag nun musisch zu gestalten,
dazu ist mancher auch bereit.

Ingrid Herta Drewing

Winters Rückkehr

Wimau

Der Winter ist zurückgekommen,

die Wärme er verwehrt

Wer schon den Frühlingsruf vernommen,

wird nun recht kühl belehrt.

Am Fenster malt er filigran

aus Eis hauchzarte Blüten.

Der Straße Bild als Schlitterbahn

muss Streusalz jetzt verhüten.

Wir hüllen uns in Pelze wieder

für ein paar klamme Wochen

und träumen von des Frühlings Liedern.

Er kommt doch, wie versprochen!

Ingrid Herta Drewing

Tauwettter

Den Schnee, der neulich in der Nacht
in Fülle war gefallen
in seiner weißen, weichen Pracht,
hat nun mit seiner klaren Macht
der Regen fast ganz weggebracht,
und dies missfällt uns allen.

Vereinzelt grüßen weiße Inseln
im grauen Matsch der Gassen,
als habe eines Malers Pinsel,
beeindruckt durch des Schnees Gewinsel,
neben dem dunklen Farbgerinnsel
sie in dem Bilde noch belassen.

Da tröstet kaum der milde Wind,
der heute aus Südwesten weht.
Und traurig sieht so manches Kind
den Schlitten an im Keller-Spind
und seine Ski, die auch dort sind.
Wie schnell des Winters Freud’ vergeht!

Ingrid Herta Drewing

Winternebel

DSCI0006

Ein müder Morgen tritt auf Tages Schwelle,

in grauem Kleid mit tristem Angesicht.

Die Hoffnung auf der Sonne warme Helle

erstirbt im milchig weißen Nebellicht.

Tief im Dornröschenschlaf liegt noch die Welt.

Die Nebelhecken wachsen hoch, umschließen

das Haus; sogar der Farbe Fülle fällt.

Kein Strahl will uns hier von der Sonne grüßen.

Wo ist der Frühlingsprinz, der kann erlösen

mit seinem Liebeskuss die kleine Welt,

sie holt aus diesem Graugespinst des Dösens,

damit sie lebhaft, farbig uns gefällt.

Ingrid Herta Drewing

Winterhoch

Hyafe

Bob heißt das Hoch, das uns nun Kälte bringt,
versagt uns dennoch klaren Himmels Blau.
Der Nebelkönig hier sein Zepter schwingt,
verhüllt den Ausblick uns auf Tal und Au.

So mag der Winter mich schon fast verdrießen,
kein helles Schneegesicht, kein lichter Tag.
Die Bäume schemenhaft im Grau verfließen,
feuchtkalte Luft, das Atmen eine Plag.

Doch mein Zuhause bleibt mir als Oase,
warm und gemütlich, freundlich helles Licht.
Es leuchten Frühlingsblumen in der Vase,
und Duft von Hyazinthen sagt der Nase:
In dies Refugium kommt Winter nicht.

Ingrid Herta Drewing

Winter – Haiku

Schneeflocken fallen.

Ein Vorhang weißer Spitze

verhüllt nun die Stadt.

Ingrid Herta Drewing

Winters Macht

SchneemauNun zeigt der Winter seine Macht
mit Sturm und Kälteschauern;
denn auch den Schnee, den er gebracht,
türmt er hoch auf zu Mauern.

Und mit dem Schnee sogleich verweht
er uns die weißen Freuden;
nun ungern man ins Freie geht,
muss sich zu Haus’ bescheiden.

Wie wütet er, des Frostes Speere
so stürmisch rasen über Land,
und wild entfesselt aus dem Meere
peitscht er die Wellen an den Strand.

So wild mag man dich, Winter, nicht!
Lass rieseln sanft den Schnee und zart!
Danach im Blau und Sonnenlicht
zeig’ uns dein schönes Angesicht
zur Ski- und Schlittenfahrt!

Ingrid Herta Drewing

Winterspaziergang

Wispaz

Gedämpft sind meine Schritte,
sanft rieselnd fällt der Schnee.
Wie eine stumme Bitte
liegt eiserstarrt der See.

Durch einen Vorhang schreite
ich einsam in der Stille ,
empfinde diese Weite
beglückt als Teil der Fülle

Des Lebens, das im Träumen
nun sammelt neue Kraft
und bald in Frühlings Räumen
erneuernd sich erschafft.

Ingrid Herta Drewing

Wintertraum

Winzaub

Das Schneekind naht in weichen Puschen,

bestreut mit Sternchen weiß das Land.

Der Mond reicht seine Strahlenhand

und lässt es leicht vorüber huschen.

Es tanzt im hellen Sternenkleide,

lädt ein in seine Zaubernacht

und hat von Winters kühler Weide

die Flockenherde mitgebracht.

Das wirbelt, stiebt in wildem Tosen,

bis alles hier liegt tief verschneit.

Dann schläft das Schneekind, lässt sich kosen,

träumt in der Stille sanfter Zeit.

Ingrid Herta Drewing

Nebelmeer

Ach, dieses Wintergrau macht gar so müde.
Ich möcht’ den Nebelvorhang, diesen langen,
zur Seite ziehen, um dann unverhangen
der Sonne Licht zu sehen, Glanz im Süden.

Ich wünsche mir die klare Winterwelt,
das Blau des Himmels über weißem Schnee.
Doch alles, was ich heute draußen seh’,
wirkt als Kulisse, für den Schlaf bestellt.

Um nicht ins Nebelmeer zu tauchen, sinken,
zünde ich Kerzen an. Im warmen Licht
zu Hause träumen, Phantasie mag winken,
Musik mir klangvoll Heiterkeit verspricht.

Musik, die uns in allen Lebenslagen
wird Wohlgefühl und Freude nicht versagen

Ingrid Herta Drewing