Kurpark im März

Regenbogen

Ein kühler Wind, doch blau und klar
sein Lächeln dieser Sonntag schenkt.
Im Park die grüne Sittichschar,
für die der Winter sonderbar,
recht lautstark meine Blicke lenkt.

Sie sitzen auf dem Sonnen-Ast
der hohen Eiche dort am See,
dicht beieinander; böig fasst
der Winterwind als wilder Gast
ins Wasser, wirft es in die Höh’.

Aus der Fontäne hochgeflogen,
millionenfach, der Tropfen Vlies
wird farbenschön zum Regenbogen,
glänzt überm See, ins  Licht gezogen,
ein Blick ins Frühlingsparadies.

Ingrid Herta Drewing

Frühlingsbefreiung

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Auch du trugst Schnee in deinen Haaren.

Als dich der Sonne Strahl erfasst’,

erkanntest du die Last der Jahre,

befreitest sorgsam Ast für Ast.

So wird der junge Frühling greifen

ins Herz dir, lässt dich leicht nun gehen.

Wohin auch deine Blicke schweifen,

siehst du das Leben neu entstehen.

Des Tages blaue Augen strahlen,

die Silberfähre Mond, zur Nacht

sich Sterne klar ins Dunkel malen,

du schaust beglückt, im Licht erwacht.

Und leise tönt ein zartes Klingen,

wird zum Crescendo, füllt den Raum.

Das Lied, das schlief, beginnt zu singen

in dir, es blüht dein Frühlingstraum.

Ingrid Herta Drewing

Osterhase ante Portas

DSCI0002Nicht nur in Läden im Regal
lockt schon das Ostereiermahl.

Es seien auch so manche Hasen
gesichtet worden auf dem Rasen,
bepackt mit Körben auf dem Rücken,
dem Huhn abschwatzend Ei und Küken.

Und einer hätte sich, man staune,
beschwipst , in einer Hoppellaune,
geschwungen auf den Baum in Hatz,
am Nest gemeldet bei Herrn Spatz.

Begeistert von  XXL- Eiern,
wollt’ er sie haben für das Feiern.
Jedoch Fritz Spatz, er lehrt’ ihn Mores,
sagt’, dies sei alles Kokolores.

Die Sperling’ als bedrohte Art,
sie wüssten um des Nachwuchs’ Part.
Er trolle sich und solle rennen,
sonst lern’ er Spatzenpower kennen.

Wie, wann und ob der Has’ gegangen,
ob er vom Ast fiel gar im Bangen,
das kann ich hier nun nicht berichten.
Das ist ’ne andere Geschichte.

Ingrid Herta Drewing

Foto von Ingmar Drewings Zeichnung Nr.124

(www.drewing.de)

Winter-Interim

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Ein blasser Morgen grüßt mich aus dem Spiegel,
und sinnend blick ich auf das müde Land.
Vor Tagen zeigte noch des Winters Siegel
hier prächtig weiß und glänzend seine Hand.

Nun hat der Tauwind mild entfernt die Hülle;
graubraun und fahl wirkt noch das Erdenbild.
Doch ahn’ ich, dass hier bald des Frühlings Fülle
in Blütenzier aus allen Knospen quillt.

So wachsen Sehnen, Freude im Erwarten,
und lieblich grüßt der helle Vogelsang,
erzählt vom Frühlingsglück in Wald und Garten.
Das Leben rüstet sich zum Neuanfang.

Uns kann beflügeln auch dies zart Beginnen;
wir schauen hoffend auf mit allen Sinnen.

Ingrid Herta Drewing

Big Spender

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.Sinnend und fast hingerissen

kost sie da den Money- Man.

Der lehnt hölzern in den Kissen,

sagt nicht feurig „Yes, we can!“

Als Big-Spender-Lust-Objekt

ist der Mann vielleicht verschreckt.

Ingrid Herta Drewing

Kosmos

GalaxDu zauberst
im Sternenmantel
der Liebe
Silbermond
und Sonnengold
in die schwarze Nacht.
und
die blauäugige Erde,
zart in Nebel gehüllt,
bergend den Tag,
der flüchtig
die Seiten wechselt,
tanzt,
sich neigend,
um die Sonne.

© Ingrid Herta Drewing

Romanze

sinasapfel

Ein zarter Duft, Orangenblüten,
drang lieblich aus dem nahen Garten.
Ich kam, du standest dort, zu warten;
vor Freude unsre Wangen glühten.

Und hier in der Agave Schatten,
die einzig jetzt in Blüte stand,
fragtest Du freundlich:“ Sie gestatten?“
und nahmst so zärtlich meine Hand.

Wir tanzten in die Sternennacht,
am Meer nur leises Wellenrauschen.
Wir durften unsrer Liebe lauschen,
die uns entführte sanft bedacht.

Ingrid Herta Drewing

Winters Rückkehr

Sonnig0

Und der Narzissen Sterne sind erloschen;

zu früh erblüht, hat sie der Frost erfasst.

Der Winter, der den Frühling arg verdroschen,

kam jüngst zurück, spielt ungebeten Gast.

Behäbig  hat er sich hier ausgebreitet,

mit Schnee die Blumenbeete zugedeckt.

Auch auf dem See er frostig wieder gleitet.

Die Wasservögel flüchten aufgeschreckt.

Der Narren Kampf galt zwar seinen Dämonen,

jedoch vergebens war ihr Winterkrieg.

Er wird hier noch ein Weilchen trotzend thronen,

bis endlich Frühlings Tauwind bringt den Sieg.

Dann können wir, erquickt von Frühlingssonne,

uns wohlig freuen an der Blüten Wonne.

Ingrid Herta Drewing

Sprichwörter-Gerangel

Not kennt keine Morgenstund’,
Dem Glücklichen Gebot.
Hochmut kommt,
hat Gold im Mund.
Vor dem Fall
sind viele Hunde.
Keine Stunde,
schlägt
des Hasen Tod.

Wer andern eine Grube gräbt,
ist noch kein Meister.
Lüge mit Weile,
vom Himmel gefallen,
Eile.
Der blinde Übermut
hat kurze Beine,
ist der einäugige König,
fällt selbst hinein,
tut es selten gut.

Ingrid Herta Drewing

Vorfrühling

DSCI0019 Kurpark

Schon schnurren hier am See der Weide Kätzchen,

vom warmen Sonnenlicht so sanft geweckt.

Zwei Schwäne finden dort ihr Liebesplätzchen,

im Uferdickicht kauern sie versteckt.

Gemeinsam werden sie durchs Wasser gleiten,

sobald der See sich hat vom Eis befreit.

Der Frühling wird die Liebenden begleiten,

zum Tanze führen, er hält sich bereit.

Lässt bald den kleinen Park erneut erblühen,

und du und ich, wir freuen uns daran,

vergessen dann den Alltag, Lebens Mühen

und schauen seine Schönheit dankbar an.

Denn alles Schöne, das die Sinne lenkt,

auch unsre Seele tief beglückt, beschenkt.

Ingrid Herta Drewing