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Winterabend

Schnee liegt, die weiße Stille
verbirgt des Lebens Klang.
Es lässt ein ernster Wille
hier schweigen den Gesang.

Der Winter hat nun mächtig
sein kühles Reich erbaut
und prangt, dort herrschend, prächtig
frostklirrend, eisergraut.

Doch warm gehüllt, ich schaue
zum klaren Himmelszelt,
das sternenreich, verblauend ,
schirmt märchenhaft die Welt.

Ingrid Drewing

Bescherung

Als hielte ihn ein Engel an der Hand

und flüstert‘ sanft ihm Worte,

geheimnisvolle , die nur er verstand ,

ihm weisend seines Glückes Pforte;

so stand er da , der Knabe

und blickte , zart entzückt ,

zur Krippe, gleichsam auf die Gaben,

die glänzend , reich bestückt ,

dort unterm Lichterbaume lagen.

Dann brach aus ihm die helle,frische Freude,

und er ,ein frohes Menschenkind,

sang leichten Herzens ,denn er wusste , heute

hat ihn beschenkt so reich das Christuskind.

Ingrid Drewing

Gewissheit

Irgendwann einmal,

wenn ich

schon lange

nicht mehr

schreiben kann,

noch

mit den Lippen

Worte

zu formen vermag,

ruft mein Herz

deinen Namen,

und ich weiß ,

mir wird Antwort.

Ingrid Drewing

Neues Jahr

Das alte Jahr, es geht zur Neige ,
gar prächtig sagt es uns Adieu
mit Weihnachtsglanz , Sylvestergeigen
und Feuersblumen in der Höh’.

Das Neue, jung noch, kaum erwacht,
begrüßen wir mit bangem Hoffen,
ob wir nun werden wohl bedacht?
Noch bleiben viele Fragen offen.

Wie gut, dass wir es noch nicht wissen,
was es uns bringt , die wir beflissen
uns kümmern, suchen Sicherheit.

Drum lasst es freudig uns beginnen,
mit frohem Herzen , wachen Sinnen,
sehn , was es Schönes hält bereit !

Ingrid Drewing