Archive for the Category Natur

 
 

Natur

Die Amsel gräbt und sucht den Regenwurm,

der wiederum versteckt sich in den Gängen.

Es hackt und pickt der Vogel wie im Sturm

und hat den armen Wurm bald in den Fängen.

Der windet sich im Kampf noch eine Weile,

jedoch der Vogel tötet ihn brutal,

um dann flugs zu dem Neste hin zu eilen,

die Brut zu füttern mit dem guten Mahl.

So ist des einen Tod der andern Leben.

Natur kennt keine Ethik, keine Pflicht

Hier herrscht der Trieb, es geht um Überleben,

und Mitgefühl gibt es deshalb da nicht.

Ingrid Herta Drewing

Schöne Welt

Wie schön ist diese Welt,
von Gott in seiner Güte
so licht und klar erhellt,
des Lebens Wundertüte!

Der frischen Wasser Rauschen
in einem klaren Bach,
der Vögel zwitschernd Plauschen,
wenn früh die Sonne lacht.

Der Blumen süße Düfte
und ihre Farbenpracht,
die milden ,weichen Lüfte,
wenn Lenz ist neu erwacht.

Der Kinder frohes Lachen
bei unbeschwertem Spiel,
der Tag nach dem Erwachen,
da Liebe fand ihr Ziel.

Des Sommers reife Früchte,
die Herbstglut, die im Baum
stillt alle Farbensüchte
vor langen Winters Traum.

So schön ist diese Welt
und allen Lebens Blüte,
von Gott in seiner Güte
auch uns bereitgestellt.

Ingrid Herta Drewing

Sommerboten

Die Mauerseglerkinder dort im Blau,
sie üben sich in schnellem Flügelschlag
und gleiten kreisend; ihres Fluges Schau
beseelt den Himmel schon sehr früh am Tag.

Die Großen rasen schwirrend durch die Schlucht
der Häuser, pfeifend Beute dort zu orten;
geschickte Jäger, der Insekten Flucht
gelingt nur wenigen an diesem Orte.

So schützen sie uns vor der Mücken Plage,
die schnellen Vögel, die am Himmel sacht,
der Sonne nah, hier segeln leicht am Tage
und schwarzbefrackt entschwinden in die Nacht.

Mit ihnen währt des Sommers helles Fest,
bis er die Boten südwärts ziehen lässt.

Ingrid Herta Drewing

Wunder der Natur

Wie munter dort die Vögel fliegen

von Dach zu Dach, von Busch zu Baum,

sich gleitend auch im Winde wiegen,

die Schwalbenschar, ein sanfter Traum.

Mit solcher Leichtigkeit zu schweben,

wünscht’ ich mir, fern der Erdenlast.

Der Segelflieger mag ’s erleben,

doch ist auch er nur kurz dort Gast.

Wir Menschen sind meist bodenständig,

obwohl uns der Erfindergeist

beflügelt und erlaubt, dass wendig

man heut’ in ferne Länder reist.

Vielleicht wird eines Tages gar

der Mensch  sich weit im All bewegen?

Ich freu’ mich jetzt, nehm’ staunend wahr

der Erde Wunder, die zugegen.

Ingrid Herta Drewing

Segelflug

Wolkenleicht am Himmel schwebend,
gleitet sanft er leicht dahin.
Segelflug, das ist sein Leben,
dafür gibt er vieles hin.

Denn hier oben über Feldern
darf er frei im Aufwind fliegen,
sieht herab auf dunkle Wälder,
die wie grüne Kissen liegen.

Alles Irdische dort unten
wirkt so klein und weit entfernt.
In den hellen Segelstunden
hat er Lebenssicht gelernt.

Lässt sich von den Nichtigkeiten
auch im Alltag nicht erdrücken,
sieht die hellen, frohen Seiten,
die sein Leben reich beglücken.

Ingrid Herta Drewing

Sommerglück

Der Sommer schenkt uns lange Tage,

es badet die Natur im Licht,

und alles, was zuvor nur vage

im Grauen währte, zaghaft fragend,

das zeigt sich nun in klarer Sicht.

Und wohlig in den warmen Strahlen

– der Himmel zeigt sich hell und offen –

darf Leben frohe Bilder malen,

das Schöne heilt die dunklen Qualen.

Es blühen Glaube, Liebe, Hoffen.

Ingrid Herta Drewing

Sommerlächeln

Der Sommer öffnet golden seine Pforten,
und in den Gärten duften die Reseden.
Es flüstern Rosenblüten allerorten
von Sehnsucht, Liebe, Glück; die zarten Worte,
sie leuchten glühend und erfreuen jeden.

Und wohlig auch empfängt ein sattes Grünen
den Blick, der träumend sich darin verliert.
Die Efeuwand, sie wuchert im Erblühen
und schützt die Vogelkinder, die nun ziehen
zaghaft ins Freie, zwitschernd ungeniert.

Besuchen mich schon mal am frühen Morgen
– ich sitz beim Frühstück gern auf dem Balkon-
Sie kommen dann, ein Krümchen sich zu borgen,
das Wasser aus der Tränke zu besorgen
und fliegen flatternd wieder flugs davon.

Ingrid Herta Drewing

Frühlingskraft

Im Grün des Frühlings sanft verwoben,
die Kraft, die Hoffnung, Freude schenkt,
wächst keimend, blühend, zart nach oben,
zum Lichte hin nun alles drängt.

Der Sonne klare Strahlen wärmen
und wecken, was verborgen schlief.
Das Bienenvolk gerät ins Schwärmen,
sucht Nektar in den Blüten tief.

Und muntrer Vögel helles Singen
von Nestbau kündet, Paarung, Brut.
Im sanften Frühlingswinde schwingen
sie himmelan sich, frohgemut.

Ingrid Herta Drewing

Frühsommer

Ein Flüstern in den Wäldern;

das Bächlein plätschert sacht.

Es blühen blau die Felder,

Lavendelduft in Pracht.

Und wispernd in den Wiesen

flirrt zart der Sommerwind,

der rote Mohn mag grüßen

das schön bekränzte Kind.

Es tanzt dort, selig träumend,

und singt sein helles Lied.

Im Schatten alter Bäume

ich sitz‘, froh mein Gemüt.

Und  fühle mich geborgen

in diesem Sommerglück,

ich  frage nicht nach  Morgen,

verwehr’ der Zeit den Blick.

Ingrid Herta Drewing

Kirschbaum nach dem Unwetter

Der Kirschbaum, bar der Blüten, die der Regen
und Sturmwind ihm genommen vor der Zeit,
wird nun den Bienen nicht zum Pollensegen,
trägt keine Früchte, die auf Sommers Wegen
sonst gastlich für die Vogelschar bereit.

Jedoch in seinem grünen Blätterhaus
verweilen gerne Amseln und auch Dohlen.
Auch Ringeltauben kennen sich hier aus;
es findet sich noch manch’ Insektenschmaus,
den sie sich sorgsam von den Zweigen holen.

Und mir wird er im Sommer Schatten schenken,
an Tagen, wenn die Sonne gleißend sticht.
Ich muss nicht unterm Hut den Kopf versenken
und kann in Ruhe alles klar bedenken,
behütet von des Baumes grünem Licht.

Ingrid Herta Drewing