Archive for the Category Besinnliches

 
 

Beethoven

Von Bonn nach Wien, auf Mozarts Spuren,

bei Haydn angekommen dann,

schuf er die schönsten Klangfiguren,

und wir erfreuen uns daran.

In seinen hellen Symphonien,

so Klang gewaltig neun, betörend

in Farbe ,Tiefe, Harmonien,

sind wir beglückt, beseelt ihn hörend.

Die Neunte ist uns ein Vermächtnis,

im Freudenfeuer Schillers Ode,

schreibt uns Gemeinschaft ins Gedächtnis,

Geschwister sein, steht zu Gebote

auch mit entfernten Antipoden.

Ingrid Herta Drewing

Zu Sisleys Gemälde „Schnee in Louveciennes“

In einer Straße Gartenmauerflucht,
fast unwirklich, so Schnee verhangen,
mein Auge seines Blickes Anker sucht.
In der Bildmitte, schwarz betucht,
nimmt es im Fluchtpunkt die Gestalt gefangen.

Sie ist es, die der weißen, kalten Stille
den Hauch von Leben gibt, gewillt,
dass man erschaue, wie des Malers Wille,
einsam inmitten dieser Winterfülle,
des Menschen Sehnsucht nach dem Menschen stillt.

Ingrid Herta Drewing

Abend im Garten

Ein milder Abend reicht dem Tag die Hände,
den Himmel rötend geht die Sonn’ zur Ruh
und streichelt zärtlich warm noch das Gelände,
bis lange Schatten decken alles zu.

Es gurrt der Täuberich nach seiner Taube.
Sie fliegt herbei, folgt seinem lieben Ruf,
gesellt sich zu ihm auf das Dach der Laube.
Sie turteln schnäbelnd, wie sie Gott erschuf.

Ich sitz’ im Garten, hör’ der Vögel Singen,
das hell erklingt, allmählich leiser tönt,
und freue mich am Abendglühen, Klingen
der Abendglocken, das von fern verwöhnt.

So kann beschaulich ich den Tag beschließen,
des Abends Ruhe andächtig genießen.

© Foto und Text: Ingrid Herta Drewing

Pfingstwetter

Der Nordwind greift mit kühler Hand
wild in der Blütenbäume Zweige
und rüttelt sie, fährt über Land,
wo sich die schlanken Birken neigen.

Und dennoch glänzt der Himmel blau,
der Sonne Schein erquickt so strahlend
in Feld und Flur, in Wald und Au,
sich auch in unsre Herzen malend.

Ingrid Herta Drewing

Regentag

Die grauen Wolken trüben
den Tag, und Regen fällt.
Kein Vogel mag heut’ üben
sein Lied in kühler Welt.

Ich blicke in den Garten.
Das nasse Laub, so grün!
Und dennoch heißt es warten
auf neu erwecktes Blüh’n.

Die Blumen traurig neigen
die Blütenköpfchen dort.
Kein heller Strahl will zeigen,
dass hier der Sonne Hort.

So bleibt mir nur, zu träumen
von warmer Frühlingszeit,
wenn Zwitschern in den Bäumen
mein müdes Herz erfreut.

Ingrid Herta Drewing

Elfenklage

Die Silberharfe hat den zarten Klang verloren,

und in des Mondes fahlem Licht die Elfe weint.

Sie klagt um gute Geister, die sie einst beschworen;

im Dunkel lauert böse Schlangenbrut, vereint.

Die Wälder, die hier grün im Sommerwinde rauschten,

sie starben kläglich nun durch grobe  Menschenhand,

und auch die Quellen, Bäche, die so munter plauschten,

sind nun versiegt, nur Steine liegen dort im Sand.

Kein frohes Tanzen mehr, die Glockenblumenwiese

ist nun verwaist, verdorrt; nur Staub weht hier im Wind.

Kein Schmetterling, kein Vögelchen sich niederließe,

die, die nicht starben, längst weit weg gezogen sind.

Wie lange noch wird sein im feuchten Schatten,

am alten Baumstumpf hier ihr moosbegrüntes Haus,

bis auch die letzte, kleine  Elfe  im Ermatten

wird merken, dass ihr Lebenslicht geht langsam aus?

Ingrid Herta Drewing

Moneyman

Sag, Mister Moneyman, was soll dies’ Jagen?

Nur Geld als Gut?

Ist dir bewusst,

auch dich wird nur dies eine Leben tragen?

Sei auf der Hut!

Du säest Verlust!

Denn das, was wirklich zählt und wert im Leben,

gibt ’s nicht für Geld,

ist ein Geschenk

Wer nur Materie wählt, wird an ihr kleben
als seiner Welt.

Darum bedenk,

das ,was als Mensch dich letztlich glücklich macht,

wird dir durch Gold und Geld nicht dar gebracht!

Ingrid Herta Drewing

Vorstellungskraft

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Es trotzt der Mensch dem Grau der Tage
und zaubert sich den hellen Klang,
denn singend stillt er jene Klage,
die folgt dem depressiven Drang.

Er kann sich Blüten, Sonne träumen,
in karger Wüste Leben sehen;
des schönsten Paradieses Bäume
lässt ihm die Phantasie entstehen.

So überbrückt er Öde, Grauen,
bewahrt der Seele ihren Raum,
und oft in innigem Erschauen
wird wirklich auch ersehnter Traum.

Ingrid Herta Drewing

Mutter Erde

Enlros

Ach, Mutter Erde, wir als deine Kinder
sind unersättlich, eitel, arrogant.
Statt dich zu ehren, pflegend dich nicht minder,
verwüsten und zerstören wir dein Land.

Wir ,die so reich beschenkt mit allem Leben,
wir nehmen ’s hin, als sei ’s nur für uns da,
vernichten, was uns anvertraut, mal eben,
von Gier geleitet, sind wir uns Gefahr’.

Es wäre an der Zeit, sich zu besinnen,
das wir uns ändern, dich nicht beuten aus.
Denn ohne dich versagt, was wir beginnen;
du trägst das Leben, gibst uns ein Zuhaus’.

Ingrid Herta Drewing

Regenbogen

Regbo

Was die Physik, die Optik kann erklären,

des Regenbogens helles Farbenspiel,

das wird durch Schönheit fraglos uns betören,

denn es vermag Gefühle zu beschwören,

die zärtlich finden unsrer Seele Ziel.

Der Farben Töne als Musik hier schwingen,

so trinkt sich auch das Auge suchend satt,

das winters noch im blassen Weiß der Dinge

die Kraft und Vielfalt, jenes bunte Singen,

ersehnte und nun vorgefunden hat.

Wen wundert es, die Bibel spricht vom Bund,

den Gott versöhnend zeigt im Regenbogen,

gespannt weit übern Himmel, zarter Fund,

ein Zeichen, Licht gesandt ins Erdenrund.

Der Mensch erschaut so, dass ihm Gott gewogen.

Profaner sieht dies wohl der Aberglaube,

und dennoch geht ’s dem Menschen auch um Glück;

ein Goldfund soll dem Armen das erlauben,

am Bogen-Ende mag er ihn aufklauben,

dort wo die Elfen halten ihn zurück.

Was auch der Mythen Bilder hier erfassen,

es zeigt die Freude, die uns auch berührt

durch diese Schönheit, die im Regenblassen

der Sonne Strahl hat hell erblühen lassen

und uns zur Farbenharmonie geführt.

Ingrid Herta Drewing