Archive for the Category Sommer

 
 

Sommermorgen

Das ist ein Sommermorgen, den ich mag.
Ein klarer Himmel grüßt in hellem Blau.
Die Schwalben tanzen schwebend in den Tag,
vom Fluss her bringt der Wind ein Lüftchen lau.

Die Sonne, kaum erwacht, gefällt sich strahlend,
blickt zärtlich lächelnd auf die kleine Stadt,
die goldnen Grüße auf die Fenster malend,
bis ihren Weckruf man vernommen hat.

Nun findet Leben seine Spur, versonnen,
ins Licht noch blinzelnd, steht es langsam auf.
Der Alltag winkt, die Arbeit wird begonnen,
ein neuer Tag nimmt sanft nun seinen Lauf.

Ein Tag, der schon am Morgen Freude bringt
und lieblich in des Sommers Armen schwingt.

Ingrid Herta Drewing

Krone der Schöpfung

Die Kröte in dem dunklen Erd-Zuhause,

sie weiß, wie sie sich vor der Sonne schützt.

Der Sommerhitze brütend wildem Grause

entgeht sie so im Kühlen, recht gewitzt.

Doch mancher Mensch lässt sich recht gerne grillen

und legt sich bar an heißen Sonnenstrand;

den Schönheitswahn der Bräune dort zu stillen,

verleugnet er Gefahren, die bekannt.

So wider bessres Wissen falsch zu handeln,

schafft diese Schöpfungskrone jederzeit.

Kein Tier, das mit uns muss auf Erden wandeln,

gebärdet sich so dumm im Hochmutskleid.

Wir, die die Umwelt unentwegt zerstören,

entpuppen uns als Fehler der Natur,

wenn wir nicht endlich auf die Mahner hören,

die Umwelt schonen, finden rechte Spur.

Natur kann ohne uns wohl immer sein;

wir aber sind nur Teil von ihr und klein.

Ingrid Herta Drewing

Dornröschen

Die Muse ruht, der Hitze ist ’s geschuldet;
nur schläfrig blinzelnd nimmt sie alles wahr.
Was sonst poetisch Aufschub nicht geduldet,
das wirkt nun müde, fast der Worte bar.

Im Schatten lockt jedoch ein zartes Lächeln,
wo eine frische Brise weht vom Fluss,
und ich genieße dieses Windes Fächeln,
das meine Wange streift als zarter Kuss.

Der Kuss, der meine Lebensgeister weckt,
den Wunsch, es mögen hell die Worte walten.
In Bild und Klang Gedanke sich entdeckt,
und lässt in Versen, Reimen sich gestalten.

So bringt der Hitze Fluch nicht den Verzicht,
die gute Fee schenkt Traum mir und Gedicht.

Ingrid Herta Drewing

Hitze

Am liebsten möcht‘ ich jetzt im Kühlschrank wohnen,

denn diese Hitze drückt mir auf ’s Gemüt

Ich hab’ gehofft, der Sommer würd’ uns schonen,

weil uns der Frühling unsanft nur geblüht.

Jedoch liebt dieser auch nur die Extreme,

als hätte er beim Winter vorgefühlt,

wie man der Menschen Tatkraft tüchtig lähme,

damit er schädlich nicht auf Erden wühlt.

Er hält uns nun zu heiß in Quarantäne.

Wer es sich leisten kann, hält aus zu Haus.

Im Freien bleckt die Sonne ihre Zähne;

ihr grelles Lachen wird zum Hitzegraus.

Gemäßigt sei doch unsre Klimazone!

Ich wünsch’ es, will gern weiterhin hier wohnen.

Ingrid Herta Drewing

Sommer-Haiku

Ein Rosengesicht
begrüßt dich zart am Morgen,
erhellt deinen Tag

Die Blüten beben
im Hauch des Sommerwindes
und verströmen Duft

Das Kind liegt im Gras
Der Sonne entgegen fliegt
ein Silbervogel.

Ingrid Herta Drewing

Sommernacht

Ein schwüler Sommertag will sanft nun schlafen
und lehnt im Sternenmantel  sich zurück.
Die Glühwürmchen noch flüstern licht, als brave,
getreue Liebesboten ihm vom kleinen Glück.

Und da und dort ein Paar noch unter Zweigen
genießt die milde Nacht im Sommerflaus.
Doch schließlich schweigen auch die zarten Geigen.
Die letzten Schwärmer führt der Weg nach Haus.

Die Nacht ist kurz, es bleibt kaum Zeit zum Träumen.
Die Sonne, hell, weckt bald schon zum Appell,
und Vögel schwirren zwitschernd in den Bäumen.
Auch du erwachst, stehst auf und duschst dich schnell

Und hoffst auf einen klaren, blauen Tag,
an dem die Hitze dich nicht plagen mag.

Ingrid Herta Drewing

Sommerabend

Es weht ein milder Abendwind,
vertreibt die dumpfe Schwüle.
Jetzt sitzt im Freien man so lind,
genießend Wohlgefühle.

Ein gutes Buch, ein netter Plausch,
der Amsel süße Sänge;
ein guter Trunk im Blütenrausch
verschönt des Tages Länge.

Und dann im Glanz die Sternennacht
lädt ein zu sanftem Träumen.
Gern weilt man, bis der Tag erwacht
dort unter Sommerbäumen.

Ingrid Herta Drewing

Sommermittag

Der Ventilator schnurrt sein Lied
und dreht sich schnell im Kreise.
Ein leichter Wind durch ’s Zimmer zieht,
ein Wohllaut, der die Hitze flieht
zur Mittagszeit, ganz leise.

Es liegt die Katze dösend dort
am Rand der Balustrade,
und Stille herrscht, du hörst kein Wort,
kein Vogelsang erklingt am Ort
der Sonnenstrahlparade.

Auch du hältst deine Siesta nun,
ermüdet von der Hitze.
Die Füße, die, befreit von Schuhen,
im kühlen Bad ganz locker ruhen,
sie müssen jetzt nicht flitzen.

So zwingt der Sonne gleißend’ Licht
dich auch zum Innehalten.
Das Leben mag nun Wuseln nicht.
Für eine Weile fordert Pflicht:
„Lass jetzt die Ruhe walten!“

Ingrid Herta Drewing

Morgenstimmung

Federwolken,

filigrane Gebilde,

ins Blaue gehaucht,

des Morgens zärtlicher Kuss,

Windgeflüster.

Windgeflüster,

die Efeuranken

erzählen den Blättern

vom Licht in der Höhe,

Hoffnungsgrün.

Ingrid Herta Drewing

Sommerabend

Die Häuser glühen
im Abendschein des Sommers.
Venus ist erwacht.

Dort auf dem Balkon
fröhliche Menschen am Tisch,
Lachen brandet auf.

Kühler Wind, endlich
weht er talwärts vom Berge,
vertreibt die Schwüle.

Ingrid Herta Drewing