Sommer

Das Kind liegt im Gras
der Sonne entgegen fliegt
ein Silbervogel.
Ingrid Drewing
.

Das Kind liegt im Gras
der Sonne entgegen fliegt
ein Silbervogel.
Ingrid Drewing
.

Zum Himmel strebend
Agave im Sommerlicht
und Hoffnung erblüht
Ingrid Drewing

Frische Luft, ein Labsal schier,
ob es regnet, stürmt und schneit;
draußen lacht die Seele mir,
bin im Freien gern der Zeit.
Sehe, wie die Schwalben fliegen,
dort am Himmel klar und blau,
Wiesen sich im Winde wiegen,
wenn ein Lüftchen weht so lau.
Hör der Lerche Jubilieren,
wenn sie in die Lüfte steigt,
und der Amsel Tirilieren,
grüßt, wenn erstes Licht sich zeigt.
Atme unter Frühlingslinden
süßen Duft der Blüten ein,
und die Heckenrosen binden
sich in das Bouquet mit ein.
Auch im Walde hohe Fichten
schenken würzige Aromen.
Nach dem Regen ist mitnichten
stärker noch der Erde Omen.
Nasen-Augen-Ohrenschmaus
schenkt uns täglich die Natur.
Darum eile ich hinaus ,
folge ihrer schönen Spur!
Ingrid Drewing

Jetzt sind auf einmal alle Wolken weggezogen,
ein blauer Himmel in den Abend geht.
Die Sonne luchsend hinter Häusern steht,
da nun der Tag sich neigt, zeigt sie sich noch gewogen.
Ein Sommerabend, der mit milden Windes Händen
die Wange streichelt, sanft mein Haar berührt,
scheint gütig seiner Blüten Düfte zu verschwenden,
belebend reich, so Sinn und Herz es spürt.
Andächtig lausche ich den lieblichen Gesängen,
die Amselserenade mich betört,
und träumend, frei, entfliehe ich der Großstadtenge
im nahen Park, der allen hier gehört.
Ingrid Drewing
Wie schön der Baum mir Schatten spendet
in dieser heißen Sonnenglut.
Er, der dem Lichte zu sich wendet,
schenkt mir die Kühle, wohl und gut.

Und wenn ein leichter Sommerwind
ihm zärtlich streift das Blätterkleid,
dann rauscht es leise, sanft und lind,
ein zarter Gruß zur Mittagszeit.
Ingrid Drewing

Ich sitze, schaue, sehe Wiegen,
den grünen Tanz; in leichtem Wind
sich Gräser, Blumen zärtlich biegen;
und in den Bäumen rauscht es lind.
Hell in die sanfte Mittagsstille
mischt sich der Vögel süßer Sang.
Ich träume, hoffend, dies erfülle
die Tage einen Sommer lang.
Ingrid Drewing
Im Winde wiegen sich die Ähren,
ihr Goldhaar strahlt im Sonnenlicht.
Der Himmel neigt sein blau Gesicht,
den Kuss am Horizont begehrend.
Wir stehen, schauen in die Ferne,
und hören froh der Lerche Lied,
die aufwärts in die Lüfte zieht,
am Feldrain grüßen Blütensterne.

So mag der Sommer lange währen,
lebendig, prall und sonnenschön.
Im Tal und auf der Berge Höh’n
kann er uns Glanz und Glück bescheren.
Ingrid Drewing
Im Zelt, wenn’s draußen regnet sacht,
fühlt man sich wohl geborgen,
als habe wer ein Nest gemacht,
hielt’ fern von uns die Sorgen.
Das Lied, das Regentropfen singen,
ist eine alte Weise,
auch wenn sie klopfen, wenig klingen,
vibriert die Plane leise.
Tönt :Klopf, klopf! Klopf, klopf! Klopf, klopf, klopf!
Wir Tropfen fallen runter,
doch treffen wir nicht deinen Kopf,
schlupfst unters Dach du munter.
Doch wehe, wenn wer tapsig ist,
die Plane fest befingert,
er bald nach einer kurzen Frist
in Wasserpfützen schlingert.
Ingrid Drewing
Ein gelber, großer Mond
hängt in des Kirschbaums Zweigen,
wo er als König thront;
man möchte sich verneigen.
Dem Zauber zart erlegen,
der diese Stunde bannt,
fühl ich des Sommers Segen
sanft liegen überm Land.

Und träume meine Lieder.
In dieser lauen Nacht
schlüpf’ ich ins Mohngefieder,
ein Sternentraum erwacht.
Ingrid Drewing

Das Sommerhuhn sitzt überm Land,
wir fühlen es als Schwüle.
Es sinkt im Fluss der Wasserstand.
Der Mensch liebt nun das Kühle.
Die Eisverkäufer können strahlen,
gut gehen die Geschäfte.
Der Kürschner müsste da schon prahlen,
entlässt nun Arbeitskräfte.
Und Ferienzeit, der Kinder Glück,
sie spielen, träumen, baden
im nahen See, mit freiem Blick,
Natur hat eingeladen.
Doch wer noch schwere Arbeit hat,
beklagt die schwüle Hitze,
hängt abends in den Seilen matt;
kühl Duschen ist dann spitze.
Ingrid Drewing