Archive for the Category Besinnliches

 
 

Dornröschen

Die Muse ruht, der Hitze ist ’s geschuldet;
nur schläfrig blinzelnd nimmt sie alles wahr.
Was sonst poetisch Aufschub nicht geduldet,
das wirkt nun müde, fast der Worte bar.

Im Schatten lockt jedoch ein zartes Lächeln,
wo eine frische Brise weht vom Fluss,
und ich genieße dieses Windes Fächeln,
das meine Wange streift als zarter Kuss.

Der Kuss, der meine Lebensgeister weckt,
den Wunsch, es mögen hell die Worte walten.
In Bild und Klang Gedanke sich entdeckt,
und lässt in Versen, Reimen sich gestalten.

So bringt der Hitze Fluch nicht den Verzicht,
die gute Fee schenkt Traum mir und Gedicht.

Ingrid Herta Drewing

Gutes

Wie gut tut eines frischen Windes Fächeln
an einem Tag, der schwül in Hitze schwelt,
als kose mich ein liebes, sanftes Lächeln,
das neu mit Wohlbehagen mich beseelt.

Wohltuend auch ein starker Sommerregen,
der Staub und Sorgen in die Gosse spült,
es hell ergrünen lässt auf grauen Wegen,
wenn Leben wieder hoffend Freude fühlt.

Wie schön der milde Abend und die Sterne!
Der Glanz in deiner Augen liebem Blick
verspricht mir zart, du säh’st es gerne,
dass wir gemeinsam fänden unser Glück.

So mag der Liebe Feuer gütig leiten,
behutsam unser Hoffen stets begleiten

Ingrid Herta Drewing

Sommerabend

Es weht ein milder Abendwind,
vertreibt die dumpfe Schwüle.
Jetzt sitzt im Freien man so lind,
genießend Wohlgefühle.

Ein gutes Buch, ein netter Plausch,
der Amsel süße Sänge;
ein guter Trunk im Blütenrausch
verschönt des Tages Länge.

Und dann im Glanz die Sternennacht
lädt ein zu sanftem Träumen.
Gern weilt man, bis der Tag erwacht
dort unter Sommerbäumen.

Ingrid Herta Drewing

Schlaf

Es legt der Schlaf die Hand sanft auf die Uhren,
gebietet Einhalt nun der schnellen Zeit,
die ihre wilden, tanzenden Figuren
in Atem hält wie weiland die Lemuren.
Doch nun kehrt Ruhe ein, die Räume sind bereit.

Bereit mit Morpheus auf dem Floß zu fahren,
lässt zart die Seele führen sich im Traum,
und ohne widerstrebendes Gebaren,
sich lösend von der Schatten dunklen Scharen,
gewinnt sie neue Sicht am Lebensbaum.

Ingrid Herta Drewing

Sommermittag

Der Ventilator schnurrt sein Lied
und dreht sich schnell im Kreise.
Ein leichter Wind durch ’s Zimmer zieht,
ein Wohllaut, der die Hitze flieht
zur Mittagszeit, ganz leise.

Es liegt die Katze dösend dort
am Rand der Balustrade,
und Stille herrscht, du hörst kein Wort,
kein Vogelsang erklingt am Ort
der Sonnenstrahlparade.

Auch du hältst deine Siesta nun,
ermüdet von der Hitze.
Die Füße, die, befreit von Schuhen,
im kühlen Bad ganz locker ruhen,
sie müssen jetzt nicht flitzen.

So zwingt der Sonne gleißend’ Licht
dich auch zum Innehalten.
Das Leben mag nun Wuseln nicht.
Für eine Weile fordert Pflicht:
„Lass jetzt die Ruhe walten!“

Ingrid Herta Drewing

Jahresmitte

Nun angekommen in des Jahres Mitte,
blickst du erstaunt die kurze Zeit zurück.
Was noch im Januar nur stumme Bitte,
zeigt sich zum Teil in der Erfüllung Glück.

Und vieles wurde anders, als du dachtest.
Das Leben spielte fraglos sein Roulette.
Die Kapriolen, die du ernst beachtest,
erschienen deplatziert oft im Parkett.

Erwachsen ist das Jahr wohl doch geworden.
Jetzt sollte es dir zeigen sein Gesicht.
Zwar schickte es den Winter spät nach Norden,
den Sommer aber, den verschmäht es nicht.

Und hegst du viele Fragen auch, betroffen,
das Jahr geht weiter und dir bleibt dein Hoffen.

Ingrid Herta  Drewing

Frühsommerfreude

Nun ruht des Sommers Blick warm auf den Fluren,
und Freude bringt die Leichtigkeit ins Land.
Der Tag blüht lächelnd auf; die Sonnenuhren,
sie reichen goldnen Stunden sanft die Hand.

Wir lieben sie, die langen, hellen Tage
und auch die sternumflorte, milde Nacht.
Frühsommerträume halten an die Waage,
die sonst oft trägt der Alltagssorgen Fracht.

Die Seele, froh gestimmt, beginnt zu singen
und fühlt geborgen sich in ihrer Welt.
Kein Argwohn mag den Zauber zu durchdringen,
der zärtlich liebend sie umfangen hält.

Der Sommersegen, der nun unser Leben
vermag in Glücksmomente zu verweben.

Ingrid Herta Drewing

Schöne Welt

Wie schön ist diese Welt,
von Gott in seiner Güte
so licht und klar erhellt,
des Lebens Wundertüte!

Der frischen Wasser Rauschen
in einem klaren Bach,
der Vögel zwitschernd Plauschen,
wenn früh die Sonne lacht.

Der Blumen süße Düfte
und ihre Farbenpracht,
die milden ,weichen Lüfte,
wenn Lenz ist neu erwacht.

Der Kinder frohes Lachen
bei unbeschwertem Spiel,
der Tag nach dem Erwachen,
da Liebe fand ihr Ziel.

Des Sommers reife Früchte,
die Herbstglut, die im Baum
stillt alle Farbensüchte
vor langen Winters Traum.

So schön ist diese Welt
und allen Lebens Blüte,
von Gott in seiner Güte
auch uns bereitgestellt.

Ingrid Herta Drewing

Sternschnuppen

Sternschnuppen fallen in den Nächten nieder,

und wir, in Wünschen weilend, schauen sie

begeistert an und hoffen immer wieder,

es werde wahr die zarte Melodie.

Die Weise, die der Seele singt von Glück,

von einem Lächeln, dessen sanftes Streben

uns schenkt vom Paradies ein kleines Stück,

die Zauberkraft im  Alltagsplan des Lebens.

Wohl wissen wir, der Wunsch ist Illusion,

die vor des Tages Licht kaum kann bestehen;

und dennoch finden träumend wir den Lohn

in dem Geheimnis, das wir nicht verstehen.

Aus Dunklem kommend, glüht es strahlend auf,

das Leben in des weiten Weltalls Lauf.

Ingrid Herta Dreewing

Gammablitze

Von Gammablitzen hörte ich,

die aus des Weltalls Weiten

zerstören könnten dich und mich

und alles, was hier täglich sich

das Leben mag bereiten.

Mir kribbelt wundersam die Stirn,

wenn ich ans All nur denke.

Mein armes menschliches Gehirn

fühlt arg ein Grauen, Gletscherfirn

will kühl sich auf mich senken.

Fast schwindelig wird mir dabei,

denk ich an diese Weiten,

der Galaxien Konterfei,

der Strahlen Kraft, wie groß sie sei,

bezwingend Raum und Zeiten.

Drum lasse ich das Grübeln sein,

an alles, was von draußen

in unsre Welt bös greife ein.

Ich glaub’ an ein behütet Sein

durch Gott, trotz allem Grausen.