Verrückter Januar in Wiesbaden

In meinem Leben noch nie war
Gewitter hier im Januar,
dazu ein sanfter Frühlingsregen.

Die Wiesen Gänseblümchen hegen,
auch dort im Park, im stillen Hag
die Rose rot noch blühen mag.

Und Vögel, die zu Haus’ geblieben,
hell singend in den Bäumen stieben,
sich zwitschernd schon im Nestbau üben.

Ich fänd‘ das schön und säh’s beglückt,
wär‘ nicht die Jahreszeit ver- rückt.

© Ingrid Herta Drewing

Grüne Papageien

Jetzt schwirren keckernd sie von Baum zu Baum
die Halsbandsittiche hier in Wiesbaden.
Im Kurpark lebt der Papageientraum;
du siehst die Vögel auf den luft’gen Pfaden.

Sie sitzen, leuchtend grün ist ihr Gefieder,
dort in Geäst und Wipfeln alter Bäume.
Sie rufen lautstark, singen keine Lieder
und wecken dennoch frohe Frühlingsträume.

Am kleinen See, wo majestätisch Schwäne
so sanft im Wasser ihre Bahnen ziehen,
vorbei am hellen Rauschen der Fontäne,
sieht man in kleinen Scharen sie entfliehen.

Sie fliegen hoch zum Nisten in Platanen,
im Grün versteckt, kann man sie nur erahnen.