Archive for the Category Winter

 
 

Schneeballschlacht

Nerowi

He, Mathias, komm doch raus!

Es hat frisch geschneit.

Sogar Schnuffi ist schon drauß’,

wälzt sich voller Freud’.

Lass doch ’mal das Fernsehgucken,

das läuft dir nicht weg.

Doch bei diesen Wettermucken

ist der Schnee bald Dreck.

Tom und Boris wollen zeigen,

wer hier besser treffen kann.

Wer so angibt, der soll schweigen.

Komm heraus, sei unser Mann!

Ingrid Herta Drewing

Schnee

Schnee

In zarten Flocken schwebt der Schnee

nun auf die Erde nieder,

begrüße froh, wie eh und je,

die weißen Winterlieder.

Wie schön ist’s, wenn die Jahreszeiten

betonen sanft den Unterschied.

Vom Herbst nun in den Winter gleiten,

beschaulich liebt es mein Gemüt.

Unschuldig, rein zeigt sich die Welt

im Sternenkleid aus Schnee,

der, alles nun verzaubernd, fällt

so friedlich aus der Höh’.

Ingrid Herta Drewing

Wintersboten

winwegDie große Efeuwand, gepudert weiß,
die gestern noch in grünen Träumen
sogar den Herbst schien zu versäumen ,
grüßt heut, verziert im Perlensaum aus Eis.

So über Nacht sind hier die Boten
des Winters  eingetroffen,
haben unbewacht,
um seine Macht hier auszuloten,

den Sternenstaub
aus seinem Schneereich mitgebracht.

Bedeckt ist alles, kalt und weiß und weich,
ein Morgen ohne Vogelgruß , so totenstill.
Es scheint, als nahe feindlich hier ein Reich,
das allem Leben Sterben sagen will.

Jedoch die Pfosten an der Balustrade
stehn drollig dort mit weißen Mützen da,
und Katers Spuren auf der Promenade
verraten tapsig, Leben ist hier nah.

Ingrid Herta Drewing

Winter

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Am Berg, im Tal, an Busch und Baum
zeigt nun der Winter seine Spuren.
Alles versinkt in weißem Traum,
es scheint, als schwiegen alle Uhren.

So zeitlos still ruht nun das Land,
sanft hat der Schnee es zugedeckt.
Mir ist, als habe eine Hand
sich, alles segnend, ausgestreckt.

Und wiege nun die Welt in Träumen
in diesem weichen Sternenbett,
bis sie in Frühlings hellen Räumen
ein fröhliches Erwachen hätt’.

Ingrid Herta Drewing

Winterabend

leuchschnee1

Über schneebedeckte Felder

trübe Nebelschleier ziehen,

hüllen ein die weißen Wälder,

die dem Tagesglanz entfliehen.


Kalt und feucht die Abendluft,

gehst allein durch die Allee,

träumst von Wärme, Glühweinduft

in dem Gasthaus dort am See.


Du kehrst ein, der Schein der Kerzen

wärmt dich wohlig hier im Licht.

und der Menschen Lachen, Scherzen

lässt dir ’s leichter sein im Herzen,

fühlst nun fast geborgen dich.

Ingrid Herta Drewing

Der erste Schnee

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Juchhe, juchhe, der erste Schnee!

Kommt, lasst uns einen Schneemann bauen!

Im Garten soll er stehen, schauen,

wie schnell wir schlittern auf dem See.


Zuerst der Bauch, gerollt die Kugeln

aus Schnee, die Brust und dann der Kopf!

Komm, Peter, lass jetzt ’mal das Googeln

und hol’ als Hut den alten Topf!


Die Möhre wird ’ne schöne Nase,

Kastanien werden Augenglut,

gesammelt zwar für Reh und Hase,

als Knöpfe sind sie auch recht gut.


Zum Schluss noch einen Tannenzweig,

das wird ein Weihnachtsbäumchen sein,

dass er sich richtig festlich zeig’,

in seinen Arm passt es hinein.

Ingrid Herta Drewing

Winterkatze

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Die weiße Winterkatze

schlich heimlich in der Nacht

zu uns auf weichen Pfoten;

und mit ihr, unbeachtet,

nahten auch ihre Boten.


Sie brachten sammetweich

Schneeflockensterne

aus ihrem kühlen Reich

in Nordens Ferne.


Hoch oben auf dem Dache

ruht sie gemächlich auch.

Wenn Feuer ich entfache,

hascht sie am Schornstein Rauch.


Der dort gekräuselt, grau,

leicht in die Lüfte steigt,

bis er im klaren Blau

sich zart auflösend neigt.

Ingrid Herta Drewing

Sonniger Wintermorgen

Der Nebel hauchte weiße Spitzen
des Raureifs zärtlich ins Geäst
der Winterbäume;strahlend blitzen
sie in der Morgensonne Fest.

Hier hell erglänzt in Unschuldsmiene
im Schneepelz neu ein Erdentag.
Erfreut entfern‘ ich die Gardine,
Blauhimmelblick,wie ich es mag.

So soll ein Wintertag beginnen,
lichthell,die Luft so klar und rein.
Ich lad ihn nun mit frohen Sinnen
als Gast heut in mein Leben ein.

Ingrid Drewing

Wintermorgen

Aufgang der Sonne, Farben schwingen,
rotgoldne Töne, abgestuft;
des Winters Nebelgrau durchdringen

die Strahlenspeere,Morgen ruft.

Die Vögel, die zu Haus geblieben,
das Amselpaar,die flinken Meisen
am Vogelhäuschen zwitschernd stieben,
sich flatternd um das Futter reißen.

Am Fenster steh‘ ich, seh‘ beglückt,
hier lächelt sich ein Tag ins Leben,
der mich beim Anblick schon entzückt.
Was kann es morgens Schön’res geben?

Ingrid Drewing

Winterszeit

Der Winter schreibt Erbarmen
nur eisig auf die Wand,
und gibt sodann den Armen
das Schneetuch als Gewand.

Aus Tränen wirkt er Perlen
und zaubert silberweiß
am Bach den grauen Erlen
den Wurzelschuh aus Eis.

Den See lässt er erstarren,
ihm raubend seinen Spiegel;
nun muss er starr verharren,
der sonst gern aufgewiegelt.

Im Wald die stolzen Tannen,
sie knacken laut im Frost.
das Rotwild zieht von dannen,
findet nur schmale Kost.

Der Mensch,gut eingerichtet,
erträgt die Winterszeit,
ist er doch unterrichtet,
dass Frühling steht bereit.

Ingrid Drewing