Herbstgeschenk

Sanft fliegen Fäden; die silbernen Weben
erstrahlen in weißhellem Mittagslicht.
Wie zart sie hier frei durch die Lüfte schweben,
von Ort zu Ort in ein anderes Leben,
wie lind und leicht ist ihr Spinnwebgewicht!

Der Himmel glänzt blau, kein Wölkchen zu sehen!
Heut’ schenkt uns der Herbst ein Spätsommerleben,
er lockt uns, hinaus ins Freie zu gehen.
Dem Reiz kann und will ich nicht widerstehen
und werde mich bald in den Park begeben

zu genießen die üppige Herbstespracht,
das Potpourri der leuchtenden Farben,
das hier zum Finale ein Feuer entfacht,
bevor der November mit nebliger Macht
uns nötigt, still im Grauen zu darben.

Ingrid Herta Drewing

Musik

Musik,
lieblicher Klang,
weckt alle Sinne,
ruft auf, zu beginnen
Tagesanfang

Melodie,
farbiger Traum,
in Klängen schwebend,
in Rhythmen zart bebend
Erfüllungsraum

Musik,
heilender Klang,
streichelt die Seele,
dringt aus froher Kehle
Freudengesang.

Ingrid Herta Drewing

Jahreszeitenwechsel

Sanft segnet er die Flur mit milden Händen.

Das Sonnenschiff hat Segel schon gehisst.

Nach Süden wird sich nun der Sommer wenden.

Dort hat man ihn schon lange Zeit vermisst.

Bei uns kehrt Frühherbst ein mit klaren Tagen,

auch wärmt uns noch das helle Sonnenlicht,

bevor Novembers graue Nebelsagen

beständig feiern Feuchte und Verzicht.

Wir trinken uns noch satt am Farbenspiel,

das Herbst in seinem Malerrausch beschert,

die reifen Früchte, pralles Ernteziel,

zum Erntedank-Fest würdigt man den Wert

Wir preisen froh den Schöpfer, der dies gibt

und alles Werden, Leben göttlich liebt.

Ingrid Herta Drewing