Wetter-Extreme

Die Trockenheit beherrscht bereits die Felder,
obwohl der Sommer hier doch erst begann.
Im Süden, Osten brannten viele Wälder
und außerdem verdorren Fichte, Tann‘.

Im Juni gab es kaum noch Frühlings Milde,
die Hitze machte sich in Städten breit.
Zwar tobten die Gewitter, in Gefilden
war man vor Sturm und Hagel nicht gefeit.

Wir warten noch auf reichlich Sommerregen,
dieweil Down-Under in der Flut ertrinkt.
Doch waren auch Tornados hier zugegen,
der Klimawandel uns wohl mahnend winkt.

Es taut der Permafrost, die Gletscher schwinden,
sogar dort am Polarkreis Hitze steht.
Wir müssen die Extreme überwinden,
sonst wird bald unser Leben obsolet.

© Text: Ingrid Herta Drewing
Foto: Pixabay

Barock-Garten

Gesäumt vom Dunkelgrün
aufragender Zypressen
führt hin in weißem Kies
der Weg zum Schloss.
Hier wirkt die Ratio, kühl;
wer einstmals dies besessen,
Klarheit genoss.

Doch schuf er sich auch hier
geheimnisvolle Orte:
Ein Buchsbaum-Labyrinth
führt in die Irre,
Springbrunnen, ihrer vier,
senden auf laute Worte
Fontänen in den Wind,
dass es verwirre.

Und hinter Mauerhecken
ganz plötzlich Steingestalten,
die Nymphe und der Faun,
dich frech anschauen,
du sollst erschrecken,
erfahren dunkles Walten,
ein leises Grauen.

So wie der Tod das Leben
heraus aus hellem Blühen
mit kalter Hand ergreift,
hinab ins Dunkel schleift,
so sollst du hier erbeben
und wahrhaft dich bemühen,
nach Edlem streben.

© Text: Ingrid Herta Drewing
Foto: Pixabay

Sommerwald

Es fliegen die Schwalben und schweben,
der Sommer reist durch das Land.
Belaubt sich die Bäume verweben,
und Wald wird zur grünenden Wand.

Im Innern er gleicht Kathedralen,
durch deren Fenster das Licht
in Bahnen ins Dunkel darf strahlen
und flüsternd von Leben spricht.

Da wirken die Spinnen im Busche;
in Netzen funkelt der Tau.
Noch träumen die Eulen, es huschen
die Rötelmäus‘ aus dem Bau.

Das Eichhörnchen tanzt auf den Zweigen,
im Kobel es Junge nährt,
die bald in des Sommertags Reigen
erfahren, was Mutter sie lehrt.

Der Wind streift die Wipfel, ein Rauschen
wogt in den Bäumen so lind,
als wollten die Blätter nun plauschen,
im Spiel mit dem Elfenkind.

© Foto u. Text :Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Rambach

Sommermorgen

Sanft rötet sich der Horizont im Osten
und früh begrüßen Vögel froh den Tag.
Als Morgenwachen sind sie auf dem Posten
und singen, zwitschern hell in Feld und Hag.

Vom Fluss herüber trägt ein leichter Wind
Motorgeräusche, Schiffe, die nun fahren,
nachdem sie zeitig schon gestartet sind
vom Hafen-Kai, wo sie zum Löschen waren.

Ich sitz‘ auf der Terrasse still am Tisch,
mag auch den Sonnenaufgang jetzt begrüßen,
die Tasse Tee hier trinken; ganz für mich
beschaulich diesen Glücksmoment genießen.

Schau nun gelassen in den neuen Tag
und sorg‘ mich nicht, was er noch bringen mag.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Gewitter

Und es wachsen Wolkenberge,
türmen weiß sich himmelan.
Sie umzingeln Häuserzwerge,
und verbergen Sonne dann.

Bald färbt sich der Himmel grau,
dräut in schwefelgelben Streifen.
Und der Wind stürmt rasend, rau,
wütend will er alles greifen.

Drohend grelle Blitze zucken,
und der Donner dröhnend rollt,
ängstlich kleine Vögel gucken,
als der Hagel prasselnd grollt.
Amsel

Laut tobt das wohl eine Weile,
dann wird ’s wieder hell und still,
bis hoch auf der Dachfirstzeile
eine Amsel ohne Eile
süß ihr Liedchen singen will.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Sommermittag

Es träumt der Sommer auf den grünen Fluren,
und Luft hier in des Mittags Hitze flirrt.
Die Zeit spielt schattig in den Sonnenuhren,
ihr Blütenkranz der Schmetterlinge Wirt.

Der Kater ruht, liegt auf der Balustrade,
hält schnurrend nun dort seine Siesta ein.
Nach ausgedehnter Morgenpromenade
lässt er das Mausen jetzt wohl lieber sein.

Beschaulich, fast melodisch Bienen summen,
die in den Blüten, Nektar suchend, sind.
Was sonst hier lärmt, scheint zu verstummen,
und fächelnd grüßt ein leichter Sommerwind.

Da magst auch du nicht all zu emsig walten,
gönnst dir die Pause für ein Innehalten.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Abendrot

Es leuchten hier im Abendrot
so wunderschön die Rosen.
Die zarten Blüten warm umloht,
bevor die Nacht steht zu Gebot,
ein sonnig‘, mildes Kosen.

Dazu der Amsel süßes Lied,
das hell noch darf erklingen,
so lieblich in die Weite zieht,
erfreut melodisch mein Gemüt,
lässt sanft den Tag ausklingen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Gegen den Rüstungswahn

Ach, wenn sie doch was Bessres wüssten,
fern jenes Wahnes in Allianz,
statt nur so kriegstoll aufzurüsten,
sich waffenklirrend stolz zu brüsten,
und suchten Friedens milden Glanz!

Dass Kampfbereitschaft unser Leben
hier generell durch Waffen schützt,
das ist nicht notwendig gegeben,
zu oft zog’s in den Krieg; dies’ Streben
hat Kriegsgewinnlern nur genützt.

Da schaukelt sich auf beiden Seiten
der Argwohn mit dem Feindbild auf,
und bald schon nimmt ein Waffenstreiten,
das Tod und Elend wird bereiten,
dann seinen unheilvollen Lauf.

Lasst uns aus der Geschichte lernen!
Wir sehen, wohin Starrsinn führt’.
Baut Brücken, statt euch zu entfernen,
beginnt das Misstrau’n zu entkernen,
zeigt, dass die Menschlichkeit euch rührt!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing, 2015

Naturnähe

Wie gut, dass wir hier hautnah noch erleben,
empfinden können alle Jahreszeiten,
dass uns Natur im Umfeld ist gegeben
und nicht nur virtuell im Bildschirm-Gleiten!

Dass es noch Häuser gibt, wo man die Fenster
weit öffnen kann, die frische Luft zu spüren,
und nicht im Bann geschäftiger Gespenster
sich lässt das Leben weich gespült filtrieren!

Noch ist der Mensch ein Wesen, das Natur
in Nähe braucht, nicht nur PC, Maschinen,
die leicht auch führen in des Fremdseins Spur,
obwohl die Dinge täglich nützlich dienen.

Wir mögen die Natur mit ihrem Flunkern,
verabscheuen ein Leben, grau, in Bunkern.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Wiesbaden,Weiher im Park “ Am Warmen Damm“

Mittsommer

Der längste Tag des Jahres hat begonnen,
und golden feiert Licht, uns nun bedacht
Mittsommernacht, in Liebe lass uns sonnen,
bevor die Dunkelheit erneut erwacht.

Die Hoffnung, dass auch hier ein Sommerleben,
in Licht getaucht, sein blühend’ Lied erfüllt,
lässt uns in Harmonie nun mild verweben,
was sonst so grau die Wirklichkeit verhüllt.

Wohl wissend, dass die Sommersonnenwende
allmählich kürzt den Tag in unsrem Raum,
genießen wir dies’ Leuchten ohne Ende
wie einen schönen, lang ersehnten Traum.

Wir reichen freudig uns zum Tanz die Hände,
so als ob unser Leben neu sich fände.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing