Heimat

H eimat heißt : zu Hause sein,

E ng verwandt und lieb erschaut,

I nnig ,tief verwachsen, rein,

M it Natur, Kultur vertraut.

A uch in meiner Sprache lebend,

T reue , Liebe, Recht erstrebend.

Ingrid Drewing

Abendrot

Am Himmel wachsen Cirrusweben,

so kurz vor Sonnenuntergang,

und Espenblätter zitternd beben

im Wind,der streicht den Hang entlang.


Der kühle Abend meldet sich,

verweile noch im Garten,

im Freien bleibend möchte ich

das Abendrot erwarten.


Sobald am Himmel rote Glut

die Bläue brennend tönt,

der warmen Farben milde Flut

die Landschaft sanft verschönt,

werd‘ ich das wunderschöne Bild

mit meinen Augen trinken

und kann dann,wenn mein Durst gestillt,

in tiefe Andacht sinken.

Ingrid Drewing

Mozarts Musik

Es sind die sanften Klänge,
die mein Herz beglücken
und mich aus allen Zwängen
wunderbar entrücken.

Ein Balsam für die Seele,
der allen Kummer nimmt.
Auch wenn mich Sorgen quälen,
Musik mich froh doch stimmt.

Von Mozarts Melodien
entführt in reine Sphären,

darf ich, in Harmonien
genesend ,Freude hören.

Ingrid Drewing

Verliebt

Und deine Augen strahlen, Glanz der Liebe,
ein zärtlich Lächeln spielt in deinen Zügen,
als weiltest du in fernen Räumen
und deine Seele tief in Träumen,
die süß und sanft sie in den Himmel wiegen.

Was ich dir sage, dringt nicht zu dir hin,
zwar nickst bejahend du,
doch wird mir wohl bewusst,
in diese Sphären trifft kein Sinn;
dein Herz bewahrt ein Engel in der Brust.

Ich warte, bis dich wieder hat die Erde
und du erwachst aus rosafarb’nem Traum.
Im siebten Himmel sagt’s sich leicht,ich werde…
Doch Liebe leben braucht auch klaren Raum.

Ingrid Drewing

Blödeleien

Irrtum

Die Henne, kurz gesagt, kurzsichtig,
war unterwegs , fidel, touristisch:
Sie hatte sich ins Bad verirrt,
sah einen Hahn, begann den Flirt.
Jedoch der silbrige Geselle
rührte sich nicht von seiner Stelle.
das hat die Henne sehr verwirrt.
So was passiert, wenn man sich irrt.

Der Hai

Ich kannte ‚mal einen Hai,
der las so gerne Karl May.
Doch bei Winnetou
fiel ein Auge ihm zu.
Offen war jetzt nur noch eins;
mit dem las er froh dann Karl-Heinz.

Stuss

Als die Muse mich geküsst,
war ich wie von Sinnen,
dachte ,dass ich träume,müsst
dichtend neu beginnen.

Doch ich merkte schnell,der Kuss
war von kurzer Dauer.
was ich schrieb ,war alles Stuss.
herzlich grüßt Ka Lauer.

Ingrid Drewing


Winterszeit

Der Winter schreibt Erbarmen
nur eisig auf die Wand,
und gibt sodann den Armen
das Schneetuch als Gewand.

Aus Tränen wirkt er Perlen
und zaubert silberweiß
am Bach den grauen Erlen
den Wurzelschuh aus Eis.

Den See lässt er erstarren,
ihm raubend seinen Spiegel;
nun muss er starr verharren,
der sonst gern aufgewiegelt.

Im Wald die stolzen Tannen,
sie knacken laut im Frost.
das Rotwild zieht von dannen,
findet nur schmale Kost.

Der Mensch,gut eingerichtet,
erträgt die Winterszeit,
ist er doch unterrichtet,
dass Frühling steht bereit.

Ingrid Drewing

Frühlingserwartung

Kalt noch liegt des Winters Hand
auf dem kargen, stillen Land ,
beherrschend rau die Räume.

Doch süße, zarte Träume,
sie sprießen, drängen hin zum Licht,
das,wachsend,leis von Hoffnung spricht,
sanft flüsternd in den Bäumen.

Vorsichtig spähen grüne Spitzen,
die noch im weichen Schneepelz sitzen,
aus welkem Laub sich hebend,
zur Sonne aufwärts strebend.
Sie werden bald im Frühlingsröckchen
lieblich läuten ihre Glöckchen,
erwacht zu neuem Leben.

Ingrid Drewing

Kurzer Traum

Zärtlich klingt ein Lied , und leise
summ ich seine Melodie,
eine wundersame Weise
singt von Glück und Harmonie.

Fliederfarben will’s sich färben,
diese Milde, lieblich , traut ,
ein Tenor im Liebeswerben,
Töne schmelzend,ohrvertraut.

Doch dann dröhnen wilde Bässe,
und der zarte , kurze Traum
löst sich auf in grauer Blässe,
bis er stirbt im stummen Raum.

Ingrid Drewing

Roter Papagei

Es sitzt ein roter Papagei
beschaulich in der Pflanzenecke,
passt gut zum Dschungelkonterfei,
ins Hoffnungsgrüne meiner Hecke.

Was wäre ohne Hoffnung Liebe,
fehlte da nicht das Grün dem Rot?
Komplementär,gemeinsam übe ,
harmonisch rudernd,man im Boot.

Ergänzt sich gut auch, was verschieden,
wenn es Berührungspunkte gibt;
und manche , die sich erst gemieden,
haben einander sehr geliebt.

Der kleine , rote Papagei,
er ist aus jenem Stoff zum Träumen,
thront leuchtend in den Drachenbäumen,
erhellt das Alltagseinerlei.

Ingrid Drewing

Frühlingsgruß

Als hätten Frühlingsstimmen
zart gesungen
und milder Hauch aus Süd
die Luft durchdrungen,
so war mir heute,
als ich durch den Park gegangen.

Am Weidenbaum vorbei
mein Weg mich führte,
wo erste Kätzchen schon
aus Knospen drangen
und mich
ein sanftes Schauern rührte,
vom Mittagssonnenlicht umfangen .
Ein lieber Gruß,
den Herz und Wange spürten
.

Der Frühlingston,
der lange nachgeklungen,
ließ leise ahnen,
Winters Macht ist bald bezwungen.

Ingrid Drewing