Vorfrühling im Nerotal

Es webt das Licht an diesem kühlen Morgen
ein leuchtend Glänzen in der Wiese Grün.
Als sollten sie für Frühlings Kunde sorgen,
hier Krokus-Grüppchen farbenfroh erblüh’n.

Obwohl der Nachtfrost, Winters Kampfgenosse
die Eishaut auf dem Teich noch harsch gestählt,
bestärkt der Schwarzbach, rauschend unverdrossen,
dass Winters Tage sind schon angezählt.

Die Amseln, Meisen proben hell ihr Singen,
sind Boten für des Frühlings Blüten-Fest,
wenn neu erwachtes Leben darf erklingen,
und Freude unbeschwert aufatmen lässt.

Du hoffst, dass bald dann wird Corona-Spur
zur Randnotiz sich wandelnder Natur.

© Foto u. Text : Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Nerotal

Vorfrühling

Vorbei des Winters grau Geleit!
Die Sonne strahlt, lässt Heiterkeit
nun blau den Himmel lupfen.

Wo Busch und Baum war’n eingeschneit,
glänzt es schon knospend, bald bereit
die Blüten wach zu zupfen.

Dort, wo noch unlängst Eises Zeit
den Teich verschlossen, sieht zu zweit
man Enten schwimmen, hupfen.

Die Amsel singt und so verleiht,
ins neue Werden eingereiht,
sie Charme dem Nestbau-Rupfen.

Und Frühling ist nun nicht mehr weit;
die Wiese grüßt in grünem Kleid
mit bunten Krokus-Tupfen.

© Foto u. Text : Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Nerotal

Valentins Brief

Mein duftend süßes Frühlingsveilchen,
mein allerliebstes Warteinweilchen,
mein zitterzartes Elfenlöckchen
und wohlig weiches Wollgrasflöckchen,
mein Zirbelchen, mein Zauselchen,
mein Zuckerschnütchen, Mauselchen,
mein Herzchen, Sternchen, Morgenlicht
mein Glühwürmchen und frecher Wicht,
mein Teufelchen und Freudefunken,
du siehst mich hier so feuertrunken,
dass ich schon fasel im Gedicht,
doch ist’s auch Liebe, die da spricht.

Dies schreibt, sich sehnend hier in Wien
nach dir, so einsam, Valentin.
P.S.
Geliebte, meines Herzens Sonne,
du Rose meiner Liebeswonne,
mein Freudenquell und Blütenlicht,
ach bitte, komm, vergiss mich nicht!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Lichtbrücken

Gerade wurde mein Taschenbuch LICHTBRÜCKEN veröffentlicht

ISBN: 9783754950098 / 7.99 €

Das Taschenbuch LICHTBRÜCKEN lädt ein zu einer kleinen poetischen Reise, lässt verweilen in beschaulicher Natur-Stimmung, stellt tiefgründige Lebensfragen, hält schöne Augenblicke in verschiedenen Gedichtsformen fest.
Ingmar Drewings beeindruckende Zeichnungen ergänzen etliche Texte.
Das Werk eignet sich gut als Gabe für Menschen, die die Poesie in ihrem Leben schätzen.
Getragen von einer positiven Grundstimmung, kann das Buch auch kranke Menschen beglücken,
ihnen Zuversicht geben. Sein Titel „Lichtbrücken“ ist Leitmotiv.

Ingrid Herta Drewing

Kriegsgefahr in Europa

Als gebe es für uns auf dieser Erde
nichts, was der Menschheit an Gefahren droht,
zieht man aus jenen Kriegen keine Lehre,
die nur Zerstörung brachten, Leid und Tod.

Dies Aufrüsten, Manöver, Drohgebärden;
zu leicht wird böses Feuer neu entfacht!
Man sollte so einander nicht gefährden;
nichts eskalieren, handeln mit Bedacht!

Die Menschen wollen nur in Frieden leben,
da ist es gleich, wo sie zu Hause sind,
statt Krieg und Leid gilt letztlich ihr Bestreben,
dem trauten Glück mit Mann und Frau und Kind.

Anstatt sich hier mit Waffen zu bekriegen,
sollt‘ dieser Friede uns am Herzen liegen!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Vogelperspektiven

Gerade ist mein Taschenbuch VOGELPERSPEKTIVEN erschienen.
ISBN: 9783754949085 / 6.99€
VOGELPERSPEKTIVEN
präsentiert mit Zeichnungen und Texten auf fabelhafte und zum Teil satirisch-ironische Weise menschliches Verhalten.
In dieser Kombination erinnert es ein wenig an Wilhelm Busch.
Sowohl Ingmar Drewings Zeichnungen als auch meine gereimten Texte laden zum Schmunzeln ein.

Lob der Lyrik


Oh doch, du solltest singen, Kind!
Prosaisch graut zu oft das Leben,
in das wir hier gegeben sind.
Drum singe fröhlich, laut und lind,
lass glockenhell die Klänge schweben!

Fatal, zu glauben, Formen hätten
ihr klares Spiel in unsrer Zeit
verwirkt, weil sie des Menschen Stätten
in heile Bilder fälschlich retten,
wozu real sei nichts bereit.

Lass uns doch auch das Schöne sehen!
Dies’ Leben, Lobgesang im Licht,
lehrt die Natur uns zu verstehen;
sie liebt ’s gestaltend aufzugehen;
vielfältig schreibt sie ihr Gedicht.

Sie kennt der Rhythmen Macht, die Klänge,
verleiht dem Chaos noch Struktur.
Mit Phantasie sprengt sie die Enge,
erfindet Formen, löst die Zwänge
und folgt des Lebens lichter Spur.

So schenk’ dein Lied in Sinn und Sagen,
in Bildern, Versen, Melodien,
das Schöne auch, nicht nur die Fragen,
das Suchen, Streiten oder Klagen!
Ein Fundament sei ’s, uns zu tragen
auch in ein Reich der Harmonien!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Frühlingshauch

Noch weilt der Winter auf den Höhen
der nahen Berge, lässt den Schnee
gefestigt dort als Firn bestehen;
Frost stärkt die Eishaut auf dem See.

Doch schon im Tale, weit und eben,
das Grün der Wiesen schön besticht,
und Knospen frühlingszart erbeben,
sich wenden hin zum Sonnenlicht.

Die Zaubernuss zeigt ihre Blüten,
Schneeglöckchen mischen sich ins Bild
der Gärten, die geschützt hier hüten,
was Lenz als Boten schickte mild.

Auch darfst du hin und wieder hören
der Amsel lieblich‘ helles Lied.
Das mag die Sinne dir betören,
dringt freudenfroh in dein Gemüt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Wetter im Februar

Die Sonne lässt sich hier nur ahnen,
zu dicht der graue Wolken-Schmand.
Des Regens kalte, nasse Fahnen
nun klatschen eisig an die Wand.

Was unlängst weiß erstrahlt im Schnee,
lehrt erdig braun, grün den Verzicht,
obwohl in frühem Frühlingsweh
schon hier und da ein Knospen spricht.

Des Winters Wetterkapriolen
mal froststarr, trocken, dann nass, mild,
sie stehlen uns hier unverhohlen
das alte Jahreszeitenbild.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Februar

F astnacht muss er heuer lassen.
E rnst steht jetzt auf seiner Stirn.
B leich die Farben in den Gassen
R aureif lässt ihn fröstelnd fassen,
U ns treibt ’s Sorge ins Gehirn
A uch, dass Covids Neu-Mutanten
R asch hier könnten tödlich landen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing