Sonntag

Version 3

Im Osten blinzelt Sonne ins Gelände,
ein Sommertag erwacht mit blauem Blick.
Der Sonntag ruht noch sanft und hält die Hände,
die sonst geschäftigen, nun still zurück.

Vom Turm der Kirche läuten hell die Glocken,
und mancher Schläfer wünschte sie gern fern.
Doch Gläubigen gefällt’s; wie ein Frohlocken
der Engel ruft es sie zum Haus des Herrn.

Ermuntert, in Bewegung jetzt geraten,
spaziert man durch den Park; des Sonntags Ruh‘
tut gut nach einer Woche Arbeit, Taten.
Man kommt zu sich und hört der Seele zu.

Und selbst dem Atheisten es beliebt,
dass es den siebten Tag, den Sonntag gibt.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Nassauer Dom ( Marktkirche)

Karfreitag, 03.04. 2015

Als sei der Winter hier zurück,
so kühl gibt sich der Tag,
obwohl der Park im Blütenglück
sich sonnig zeigen mag.

Der Morgen schenkt dem Städtchen Ruhe.
Nur Ringeltauben rufen.
Ihr dunkles Gurren, sanft Getue,
begleitet Frühlings Stufen.

Doch dann die Glocken hell ertönen
zum Gottesdienst. Sie laden ein
zur Andacht. Gott gewährt Versöhnen
in Christi Liebe gnadenrein.

© Ingrid Herta Drewing,2015