Werwolf- Begegnung

Der Vollmond scheint, s’ist Mitternacht,
die Turmuhr zwölfmal schlägt.
Ein Werwolf heult, liegt auf der Wacht,
und gruselig ein Irrer lacht,
die Kettensäge sägt.

Das Kind, es eilt, doch starr vor Schreck
kommt es nicht aus dem Wald,
sucht hinterm Baume ein Versteck,
steht steif und rührt sich nicht vom Fleck.
Der Stamm verschwindet bald.

Schon fürchtet es des Wolfes Biss,
der grässlich fletscht die Zähne.
Es möchte laufen, denkt gewiss
an die, die er, wild mordend, riss,
da streift es seine Mähne.

Ein Schrei! Da ist das Kind erwacht,
noch kann es atmen kaum.
Doch Mutter kommt und streichelt sacht
ihr Kind, beruhigt es mit Bedacht.
Vorbei der böse Traum!

© Text: Ingrid Herta Drewing
Foto : Pixabay

Krimi (Plot-Reimerei)

Schriller Schrei,
schrecklich’ Kreischen
zum Erbleichen.
Mitternacht.
Frieda wacht,
denkt an Leichen,
kann erreichen
Polizei.

Sie rückt an
mit zwei Mann,
stürmt das Haus,
findet raus:
Keine Leichen,
deutet Zeichen.
Otto Malte
sah „ Der Alte“.

© Ingrid Herta Drewing

Zu Edvard Munchs Gemälde“Der Schrei“

Du hast erfühlt
die Angst, die Qualen,
die sich entladen
in dem Schreckensschrei.
Die Leere,
hier in diesen Blick sich malend,
wird tausendfach
als furchtbar Echo neu.
Das dann in Wellen
in die Weite gellt.
Und hilflos schreit
das Leid
der ganzen Welt.

Ingrid Herta Drewing