Unzeit
Sommerhitze,
und Pfeffernüsse
in den Supermarktregalen
flüstern von Winter, Weihnachtszeit.
Ver-rückt!
© Ingrid Herta Drewing,2013
Sommerhitze,
und Pfeffernüsse
in den Supermarktregalen
flüstern von Winter, Weihnachtszeit.
Ver-rückt!
© Ingrid Herta Drewing,2013
Der Handel eilt der Jahreszeit voraus:
Herbstmode darf sich in den Sommer malen,
und im September grüßt der Nikolaus
mit Pfeffernüssen, Lebzelt in Regalen.
Ja, unsre Rituale sind verworren,
die Freude im Erwarten bleibt da aus,
die Feierhöhepunkte im Verdorren,
beliebig gönnt man sich den Festtagsschmaus.
Wir Menschen planen, nicht nur in Gedanken
gerät so manches gierig in den Blick.
Was gegenwärtig sich will um uns ranken,
wird übersehen leicht, das kleine Glück.
„Das rechte Maß, zur rechten Zeit, am rechten Ort“,
das sollte Richtschnur sein, mehr als nur wahres Wort!
© Ingrid Herta Drewing,2013
Schon wieder eine solche Spurensuche
und Giftgasopfer, mir ein De´ja`- Vu!
Des Todes Fratze lacht auf bleichem Tuche
und wieder hechelt wild Kriegshysterie.
Lasst ab, schießt nicht dorthin mit Bombendrohnen!
Zerstört nicht, was noch heil am Leben ist!
Ihr tötet Menschen, die in Trümmern wohnen;
glaubt ihr, dass euch dies Recht gegeben ist?
Wer heilen, helfen will,der darf nicht töten.
Seht doch, wie arg geschunden der Irak!
Lässt euch vor Scham nicht jener Krieg erröten,
den ihr verlogen führtet, dieses Massengrab?
Dort, wo Gewalt der Unschuld widerfährt,
ist Bombenkrieg als Lösung gar nichts wert!
© Ingrid Herta Drewing,2013
Recht haben und Recht bekommen?
Zweischneidig ist Justitias Schwert,
wenn Bürgern die Rechte genommen,
ihnen die Freiheit verwehrt.
Gefangen sei G.M. im Wahn.
Er brachte Betrug auf ’s Tapet,
zeigt‘ Schwarzgeldkonten einst an;
doch für das Gericht obsolet.
Geschlossene Psychiatrie,
das Urteil; war es denn recht?
Im Rosenkrieg, ER gegen SIE
verwirkte er da wirklich Recht?
Sie lege die Binde doch ab,
die klaren Durchblick verstellt;
wer eigene Fehler zugab,
verbesserte damit die Welt!
© Ingrid Herta Drewing
Die Mauersegler hoch am Himmel schwirren.
Sie wirken klein, fast wie ein Mückenschwarm,
als müssten zwischen Flugzeugen sie irren,
die ständig lautstark starten, uns zum Harm.
Das Fliegen, das wir Menschen gern genießen,
bringt es uns doch sehr schnell in Weiten fort,
das kann mit jenem Lärmen uns verdrießen,
wenn es uns so belästigt hier vor Ort.
Da wünscht man sich zurück vergangne Zeiten,
als Leben hier geruhsam noch verlief,
die Menschen wussten regional sich zu bescheiden,
nur ab und zu ein Posthorn Ankunft rief.
Jedoch vergeblich ist der Traum, die Nostalgie,
die Lösung gilt’s zu finden, aber wie?
© Ingrid Herta Drewing
Lieb Nachtigall, hör‘, lass‘ dir raten,
verweile hier und flieg‘ nicht fort!
Mach’s wie die Amsel, andre Arten,
die Orts treu sind bei uns im Garten,
und bleibe in Europas Hort!
Denn fern dort in Ägyptenland
kannst du auf Reisen dich nicht schonen.
Als kilometerweite Wand
wurden dort Netze aufgespannt,
damit sich Vogelfang soll lohnen.
Gefangen wirst, gerupft, gebraten,
zuvor die Flügel dir gestutzt.
Der Mensch neigt ja zu rohen Taten,
wird deines Sanges Kunst verraten,
wenn für ihn zählt nur Eigennutz.
Und meistens blickt er ohne Bangen
auf das, was kurz ihm Wohl gewährt;
was zu komplex, in Sicht zu lange,
der Artenvielfalt Welt-Belange,
sie bleiben dabei ungehört.
© Ingrid Herta Drewing, 2013
Als Kind Monopoly gespielt,
jonglierend mit Millionen,
Besitzes Macht dabei gefühlt
und lässig andre weggespült;
Investment sollt‘ sich lohnen.
Und später dann als Broker
Milliarden hin und her bewegt,
gewonnen manchen Poker,
ob mit ob ohne Joker;
das Kapital vermehrt, gehegt.
Den Börsencrash auch mit entfacht,
doch in dem Club, verschworen,
er wieder weiter unbedacht
die Spielchen mit dem Gelde macht,
das andern geht verloren.
© Ingrid Herta Drewing, 2013
Unterschriften von Millionen
Menschen unter Petitionen
bringen offenbar Erfolg.
Für zwei böse Pestizide
ist zu Ende die Ägide;
Rettung naht dem Bienenvolk!
© Ingrid Herta Drewing,2013
Du hältst den Euro sinnend in der Hand
und weißt, du wolltest einst die D-Mark lieber;
doch’s Volk ward nicht gefragt zum Währungspfand.
Wem nützt es, falls du fleißig wie ein Bieber,
wenn zu viel fließt ins Euro-Schulden-Land?
Europa, die sonst stolz dort auf dem Stier
erhob’nen Hauptes in die Zukunft ritt,
wo alle friedlich fänden sich im Wir,
geriet ins Straucheln;Bullen-Bären- Schritt
brachte die Schuldenkrise ins Revier.
Sie pokern schon ums letzte Hemd der Dame,
die emsig, doch in Euroland verwirrt,
als kenne sie nicht mehr den wahren Namen,
von einer Bad-Bank in die andre irrt,
mit Rettungsschirmen macht für sich Reklame.
Fände Europa wohl die Würde wieder,
wenn sie nicht sänge diese Währungs-Lieder?
© Ingrid Herta Drewing
Offshore-Leaks,Assi-Freaks,
Steuern nichtig,Zahler flüchtig,
Dank der Bank,wild Gerank‘,
Cayman und die Virgin Inseln,
Londoncity-Tricks-Gepinsel,
Zypern, Schweiz, Lux, Liechtenstein,
Austria lässt Fünf grade sein,
lädt so Hinterzieher ein.
Bankgeheimnis,welch Gewinsel!
Selbst in Griechenlands Gerinnsel
wirken dunkle Hehlerinseln.
Amsterdam und Delaware,
unsereins nimmt’s ja kaum wahr,
Briefkastenfirmen ohne gleichen
halten sich die Superreichen.
Dabei zieht’s so viel Konzerne
monitär weit in die Ferne,
denken nur ans Profitieren:
Mag’s Gemeinwohl doch krepieren!
© Ingrid Herta Drewing