Archive for the Category Sonett

 
 

Wetterkapriolen

Nun zeigt sich doch schon Herbst, vertieft die Spuren,
verwandelt gar September in April,
ist wetterwendisch, launisch, wie er ’s will,
bringt Regen, Sturm, herzt manchmal Sonnenuhren.

Vorbei des späten Sommers milde Träume,
nicht nur die Nächte geben sich nun kühl,
auch fehlt am Tag durchgängig’ warm‘ Gefühl,
Gewitterstürme peitschen nasse Bäume.

Da hoffe ich auf goldenen Oktober
mit klarem blauem Himmel, unverstellt,
ein Indian-Summer-Bild, wie ’s mir gefällt.

Des Herbstes Farbenspiel in Wald und Feld
erhellt die Landschaft meiner kleinen Welt,
im Blätterkleid des Ahorns glüht Zinnober.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Sehnsucht nach Frieden

Im Blau des Himmels weiße Wölkchen ziehen,
ein Tag so friedlich hier, fast wie bestellt;
dies wünsche ich mir für die ganze Welt,
auf dass kein Wesen muss vor Kriegen fliehen.

Wo jetzt fast täglich herrschen Kummer, Not,
was vielen Kindern, Eltern Leiden bringt,
weil Autokraten-Macht in Kriege zwingt,
mit ferngelenkten Bomben schickt den Tod.

Dort sollten endlich alle Waffen schweigen,
damit das Leben hell bestimm’ den Tag,
nur kleine Sorgen seien Alltags Plag.

Das täglich‘ Brot für alle, ohne Klag,
der Mensch in Frieden lebe, wie er’s mag
und Freude schenk’ erneut der Klang der Geigen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Bruch des Völkerrechts

Den Weg zum Frieden, den man einst beschritten,
verlassen wurde er im Wahn der Macht;
nur Not und Tod ward vielen da gebracht,
kalt ignoriert, was Menschen so erlitten.

Aus Großmannssucht mit Kernkraftwaffen Stärke,
von Autokraten taktisch eingesetzt,
das Völkerrecht missachtet und verletzt,
noch machtgeil preisend kriminelle Werke.

Was Menschen lieb und heilig, zu zerstören,
entblöden sie sich nicht in ihrem Wahn,
sie sich historisch schon als Helden sah’n.

Als könne ihnen gar die Welt gehören,
ist Volks-Vernichtung ihr perfider Plan.
Doch auch Despoten-Untergang wird nah’n!

© Text: Ingrid Herta Drewing

Foto: Pixabay

Sommermittag

Im zarten Blau gleich Schleiern Cirrus-Weben,
ein milder Sommertag, fast wie bestellt;
ich sitz’ in meiner kleinen Gartenwelt,
genieß’ beschirmt die Ruhe, die gegeben.

Mir ist’s, als schliefe träumend schön das Leben,
sogar die Katze ruht nun gerne aus,
liegt schnurrend dort vor unsrem Gartenhaus,
wo sie verfolgte des Kohlweißlings Schweben.

Hier, wo sonst Mauersegler ohn’ Ermüden
auf ihrem Beutezug den Tag belebt,
sich Bienensummen aus den Beeten hebt.

Die schnellen Vögel zogen schon nach Süden,
von kühlen Regentagen wohl bewegt,
obwohl sie sonst Insektenfang gepflegt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Erinnerung

Gepresste Blüten, Schatten eines Strebens,
doch sichtbar noch in Farbe und Gestalt;
getrocknet, Jahre überdauernd, alt,
erzählen sie vom hellen Licht des Lebens.

Verblasst die Blumen, die im Wind sich wiegten,
im Meer der Gräser einer Sommerwiese,
besucht von Schmetterlingen, Immen; diese
sich Nektar suchend in die Kelche schmiegten.

Alsdann von einem kleinen Kind gepflückt,
das sie in seinem Händchen hielt entzückt,
um sie erfreut der Mutter schön zu schenken.

Sie dankte froh und herzt’ ihr Kind, beglückt.
Das Blütenbild im Buch, der Zeit entrückt,
lässt sie erinnern, liebend daran denken.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Naturgeschenk

Geschützt durch die Zypresse vor den Winden
gedeiht am Zaun fast heimlich roter Mohn,
bestäubt von Hummeln, die der Nektar-Lohn
dort einlädt, sich hier häufig einzufinden.

Sie schmausen, gut getarnt, sind kaum zu sehen;
willkommen sind der Blume sie als Gast,
erträgt sie wohl als eine süße Last,
die ihr verhilft, hier weiter zu bestehen.

Und mich erstaunt der Anblick immer wieder,
wie die Natur das Leben weiter bringt,
vielfältig blühend, reift, in Schönheit schwingt.

Die Luft erfüllt mit Düften, ihre Lieder
erklingen lässt im hellen Sonnenlicht
und uns den Hauch des Ewigen verspricht.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Im Garten

Pfingstrosen blühen üppig im Garten,
neigen zur Sonne ihr Blumengesicht,
die Blätterhände, grün glänzend im Licht,
müssen nicht erst noch den Festtag abwarten.

Sie schenken sich hin in lieblichen Düften;
Immen besuchen dies gastlich Revier,
stimmen sich ein auf die blühende Zier
hier nun in des Maien mild warmen Lüften.

Auch Dreimaster-Blumen darf ich erblicken,
einst aus Amerikas Süden bestellt;
ihr königsblau’ Leuchten den Tag hier erhellt.

Von Floras Schönheit lass ich mich beglücken,
stehe, bestaune, was mir so gefällt,
und danke Gott für das Leben der Welt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Herbstahnen

Herbstanemonen sind bereits verblüht,
obwohl Spätsommers Wärme sich noch hält,
die Sonnenblume leuchtend uns gefällt,
ihr Strahlen-Antlitz singt des Sommers Lied.

Ein Regentag, der heut getrübt mag zeigen,
dass uns jetzt bald ein langer Abschied naht,
dem Frühherbst ebnet kühl den feuchten Pfad,
der noch gesäumt vom Klang der Erntegeigen.

Ich freue mich auf Indian-Summer-Tage,
wenn hell der Pflanzen Laub in Gold erglänzt,
die Birken, Linden grüßen lichtumkränzt.

Wenn Maler Herbst hier keine Pflichten schwänzt
und uns sein schönes Farbenspiel kredenzt,
sich lösend aus des Morgennebels Plage.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Spätsommers Ende

Es streift der junge Herbst schon durch den Garten,
bemalt vereinzelt Bäume hier geschwind;
begleitet wird er da von frischem Wind,
der Blätter lupft, den Reigen flugs zu starten.

Doch mittags mag der Tag sich heiß noch zeigen;
Spätsommers Feuer schwelen in der Glut.
Beschaulich man im Schatten träumend ruht
und lauscht dem zarten Flüstern in den Zweigen.

Als strebe nun das Jahr, reif zu vollenden,
womit Natur hier Flora reich bedacht,
ein Ernte-Spiel vor langer Nebelnacht.

Und Früchte fallen aus dem Nussbaum sacht;
das Eichhörnchen sie sammelt mit Bedacht;
auch du birgst diesen Schatz in deinen Händen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

UPDATE-DESASTER

IT-Begeisterte nicht wenig staunten,
als ihre Welt die Pforten plötzlich schloss,
durch Update-Fehler Sicherheit zerfloss
und weltweit die Systeme nicht mal raunten.

Wo Vieles ist mit Vielem dicht vernetzt,
die Daten blitzschnell um den Globus eilen
in Algorithmen und Strukturen-Zeilen,
ward im Blue Screen of Death das Netz verletzt.

Da wär’ wohl sinnvoll eine Art „ Konserve“,
Plan B, wenn A erweist sich fehlerhaft,
was auch beim Analogen Vorteil schafft.

Wenn man das Investieren vorschnell strafft,
zu leicht bei Sicherheit die Lücke klafft,
Milliardenschäden droh’n ohne Reserve!

© Text: Ingrid Herta Drewing

Foto : Pixabay