Sonntag im Februar

In klarem Himmelblau ein Wintermorgen
begrüßt den Sonntag, der im Sonnengold
erstrahlt, nachdem der Nebel hielt verborgen
das warme Licht, das uns die Helle zollt.

So lob ich mir den Winter, geh’ spazieren;
und freue mich an dieser kleinen Welt,
wo nun schon zwitschernd Vögel jubilieren,
als habe sich hier Frühling eingestellt.

Schneeglöckchen sprießen, blühen dort im Garten,
obwohl noch Nachtfrost herrscht in der Allee.
Sie dürfen weiß im Glockenröckchen starten,
auch wenn demnächst hier rieselt sanft der Schnee.

Es hält so auch die vierte Jahreszeit
so manchen schönen Tag für uns bereit.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Münster, Kinderhaus

Wintertag

Blüten geschlossen,
in Winters kalten Händen
zittern Schneeglöckchen.

Das Haupt im Raureif
Zypresse und Buchsbäume,
weißer Gras-Teppich.

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Doch kahle Bäume
strecken Äste und Zweige
in den Blauhimmel.

© Fotos u. Text: Ingrid Herta Drewing

Münster, Kinderhaus

WINTER IN MÜNSTER, KINDERHAUS

Wintermorgen, kühl,
doch die Gräser erzählen
von Sommertagen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Zur Person Ingrid Herta Drewing

Am 12. Dezember 1942 wurde Ingrid Herta Drewing in Wiesbaden geboren, wo sie dann 82 Jahre lang zu Hause war. Seit 2025 lebt sie in Münster.

Nach dem Studium der Germanistik, Philosophie, Kunstgeschichte und Geographie arbeitete sie 36 Jahre lang als Lehrerin für Deutsch, Erdkunde und Ethik in Mainz, leitete auch eine Theater-Arbeitsgemeinschaft.

Seit 2008 ist sie pensioniert, ihre vier Kinder sind erwachsen, so hat sie Zeit zum Schreiben.

Von den zirka 4500 Gedichten, die sie geschrieben hat, sind viele in Anthologien, Schulbüchern, Zeitungen, im Internet und auf dieser Homepage zu finden. Dank Internet wandern sie um die Welt. Sogar in Japan erschien eines ihrer Gedichte in Übersetzung und im Original in einer Anthologie.

Inzwischen hat sie über dreißig Bücher veröffentlicht, auch wurden etliche ihrer Gedichte vertont. Ihre Vorliebe für Gedichte erklärt sie so: „Ich liebe an der Lyrik die Einheit von Klang, Bild und Gedanke. Stimmungen, Gefühle, Eindrücke, die mich bewegen, kann ich so festhalten.“

Tagen

Ein hellblauer Tag
schlüpft aus Winters Nebeln,
vertreibt hier das Grau.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Münster, Kinderhaus

Beim Lesen der Nachrichten

Oh nein, ich will mich nicht gewöhnen
an dieses Leid, die Kriegsberichte,
Sprachhülsen, die die Not verhöhnen,
den Hedonismus krass verschönen
und Empathie im Keim vernichten.

Nicht tumb den Autokraten frönen,
sich unterwürfig einzurichten,
als Echo Propaganda-Tönen
und deren hasserfülltem Dröhnen
willfährig handelnd beizupflichten.

Postfaktisch, an den Fake gewöhnen,
darauf kann ich getrost verzichten,
muss nicht die Folgen fürchten, stöhnen.
Wahrhaftigkeit und auch Versöhnen,
das Leben friedlich neu belichten,
nicht nur mit Versen im Gedicht!

© Skizze u. Text: Ingrid Herta Drewing

Umzug

Geräumt der Speicher,
in Boxen verstaut,
ruht die bewegliche Habe.
Zerlegt die Regale,
wo Bücher so traut
hüteten geistige Gabe.

Schreibtisch und Schränke,
nun auch abgebaut,
skeletthaft wie leere Wabe.

Versammelt die Pflanzen, auch Gräser und Kraut,

mag ja dem Grün nicht entsagen.

Mein Umzugs-Adieu gilt dem Ort, mir vertraut,
Jahrzehnte von glücklichen Tagen.
Doch wehr’ ich der Wehmut, dem Klagen:
statt Wiesbaden wird alsbald Münster erschaut;
den Neubeginn werd’ ich nun wagen.

© Fotos u. Text: Ingrid Herta Drewing

Winterfest

So kernig ich den Winter mag,
mit sonnig klaren Tagen!
Da wird die Kälte nicht beklagt,
warm eingekleidet, mir ’s behagt,
trag Mütze, Kuschel-Kragen.

Wie schön, dass es den Webpelz gibt,
kein Tier muss dafür leiden.
Er wärmt, auch wenn es schneit und stiebt,
ist leicht zu tragen und beliebt,
gern mag man sich bescheiden.

Zum Vogelhäuschen führt mein Weg;
erfreut darf ich erblicken
die Meisen, Amseln, die ich heg’,
gesundes Futter dort hin leg,
die Sänger zu beglücken.

© Text: Ingrid Herta Drewing
Bild: Pixabay

Esperanza und der Wörter Klang

„Esperanza“, dieses Wort
weiß viersilbig schön zu wecken
ein Erwarten sanft vor Ort,
nach dem Guten sich zu strecken.
Offen reicht es hin sein “ A“,
sieht die Zukunft hell und nah.

Englisch eine Silbe „ Hope“,
auch die „ Hoffnung“, nicht bizarr,
setzen auf gewisses Lob;
anders klingt es bei „ Espoir“.
In die Höh’ reicht es, betroffen,
dass erfülle sich das Hoffen.

Wörter tragen mit dem Klang
auch Bedeutung in das Ohr.
„ Niemals“ macht mir nicht so bang
wie endgültig „ nevermore“.
Manches Wort schenkt schön Geleit,
so auf Deutsch „ Gemütlichkeit“

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Winters Gruß

Es hat der Winter heute Nacht
uns seine weiße Pracht gebracht.
Die Straße ruht im Schnee,
die Bäume der Allee
bemäntelt weich nach Kälte, Regen
als schön Geschenk der Sternchen-Segen.

Wie unter dicken Kuscheldecken
die Autos sich jetzt tief verstecken.
Noch wirkt des Sonntags Ruh,
und keines Menschen Schuh
schien diesen Teppich zu berühren,
auch keine Pfote durft’s schon spüren.

So unberührt ist ’s weit und breit;
mir ist, als stünde still die Zeit.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing