Friedens-Sehnsucht

Die Weihnachtszeit lässt mich von Frieden träumen,
es wächst der Wunsch nach einer heilen Welt,
wo kleine Sorgen nur den Alltag säumen,
kein ferngelenkter Tod vom Himmel fällt.

Dass jene jungen Menschen, jetzt Soldaten,
sich finden traut bei ihren Lieben ein,
und keiner falle mehr durch die Granaten;
es sollten Kriege obsolet nun sein.

Damit das Leben unbeschwert ist, Waffen schweigen,
in Park und Garten spielen kann das Kind,
und Lieder klingen hell im Frühlings-Reigen.

Dies Sehnen, Wünschen bleibt wohl banges Hoffen,
wenn hier im Jahreskreis die Zeit verrinnt,
und doch hält Zuversicht die Pforte offen!

© Foto und Text: Ingrid Herta Drewing,

Weihnachtswichtel

(Für Kinder)

Weihnachtswichtel emsig sind,
wollen Kinder froh beglücken,
und sie hämmern, nähen, stricken,
bauen, reparieren, sticken;
stets bedacht, dass nicht ein Kind
sie erspäht mit seinen Blicken.

Peter glaubt, er sei gewitzt,
könne sie bei Nacht belauschen,
wie sie miteinander plauschen,
sich mit Weihnachtspunsch berauschen,
hätte zu gern was stibitzt,
würd‘ ihr Werkzeug mal vertauschen.

Er versteckt sich flugs im Schrank,
hört alsbald auch so ein Raunen,
kleiner Wichte frohe Launen,
und ihr Lachen lässt ihn staunen,
wie sie albern auf der Bank
sich bewerfen gar mit Daunen.

Einer spricht dann: „Ach, wie schade,
wenn wir hier nur auf den Stühlen
tollen, tanzen, albern, wühlen,
gibt’s für Peter nichts zum Spielen!
Doch die Arbeit wird uns fade,
wenn ein Mensch mag nach uns schielen!“

Peter hört ’s und wird ganz blass.
Wird er wirklich müssen darben?
Keine schönen Weihnachtsgaben,
Süßigkeiten, sich zu laben?
Mutig ruft der Junge, dass
er doch nichts gesehen habe.

Was die Wichtel dann gemacht,
das weiß nun auch Peter kaum.
Er wacht auf aus seinem Traum,
ist recht froh, dass dies‘ nur Schaum,
was er hörte in der Nacht.
Überm Bett jedoch schwebt sacht
einer Daunenfeder Flaum.

Peter sieht’s und hofft bedacht,
dass doch unterm Weihnachtsbaum
ein Geschenk auch ihn anlacht.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Geborgen

Wandernd durch den Schnee seit Stunden,
Nasen, Hände wurden kalt;
endlich dort ein Haus und Halt!
Kehr’n wir ein, da wir gefunden
unsre Herberge am Wald!

Freundlich hier des Wirts Begrüßen;
er lädt ein zu Tisch und Bank,
reicht uns Speise, warmen Trank,
dass wir unsre Rast genießen,
Kälte mache uns nicht krank!

Wie die Flammen züngeln, schwärmen,
Feuer lodert im Kamin,
leuchtend Holzscheite erglüh’n!
Wohlig dürfen wir uns uns wärmen,
bis wir wieder weiter zieh’n.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Schrott-Wichtel-Gedichtel

Nach Wörtervorgabe:
Rauschgoldengel, Schnellkochtopf, Fäustlinge

Weihnachtsgeschenke

Bald ist Weihnacht, lässt ihn denken:
„Höchste Zeit ist es nun schon
sich zu kümmern um Geschenke
für die Frau und für den Sohn.“

Kurt, der schlicht ist von Gemüt
und auf ’s Praktische bedacht,
nicht auf deren Wünsche sieht,
„Firlefanz bleib’ außer acht!

Spielkonsole wünscht der Bengel?
Fäustlinge sind für ihn gut,
und für Fee, den Rauschgoldengel,
es ein Schnellkochtopf dann tut.“

Heiligabend, helle Glocken,
Kurt nun sieht ’s , enttäuscht der Blick,
wieder gab ’s für ihn nur Socken!
Nützliches kommt stets zurück.

© Text: Ingrid Herta Drewing

Zeichnung: Ingmar Drewing

Adventswunsch

Adventszeit, frohe Lieder hören,
ein freudig Leuchten, Hoffen sehen,
einander achten und verstehen.

Doch täglich zeigen Tod, Zerstören,
dass immer noch in vielen Kriegen
die falschen Mächte wollen siegen.

Gebet, fast flehendes Beschwören,
es möge dieses Morden enden,
sich alles hin zum Guten wenden
und endlich Friede stetig währen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

WINTER IM NEROTAL

Die alte Linde, Schnee bedeckt,
ihr welkes Laub noch haftet an den Zweigen,
die tief herab sich dort zur Wiese neigen,
nun unter zartem Weiß versteckt;
es liegt das Tal in winterlichem Schweigen.

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing,

Wiesbaden, Nerotal am 04.12.2023

ADVENT

A nkunft Christi, wir erwarten,
D ass der Glaube werd‘ erhellt.
V or dem Kindlein, diesem zarten,
E ine Friede unsre Welt,
N eu im Mensch-Sein sich zu üben,
T reu, einander helfend, lieben!

© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing

Wintereinbruch

Blick aus dem Fenster,
weißer Zauber am Morgen
Landschaft im Schneepelz.

© Text: Ingrid Herta Drewing,
Foto: Maike Drewing

Spätherbst

Es fegte Herbstwind durch Alleen, Straßen,
und goldne Blätter wirbelten im Tanz,
bis Regenschauer endeten dies Spaßen.
Wie bald verliert der Baum sein Kleid auch ganz,
der hier dem Viertel schenkt noch seinen Glanz.

Dann blicken blass die weißen Hausfassaden
auf ihn und sein geplündertes Geäst,
bis ihn der Raureif schmückt mit neuen Gnaden,
ihn dort in Glitzer-Zierde sehen lässt,
und Schnee ihm schenkt den Pelz zum Weihnachtsfest.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Wiesbaden, Hirschgraben, Ecke Coulinstraße

Der leere Stuhl

Und IHR Verstummen
wollen die Kerkermeister,
fesseln und foltern.

Doch IHRE WORTE
haben Flügel und finden
die Weite der Welt.

© Ingrid Herta Drewing