Auf dem Balkon

Der Juni ist gekommen,
des frühen Sommers Zeit;
was kühl noch war beklommen,
hat Wärme nun befreit.

Ein Zimmer hier im Freien,
das ist jetzt sehr gefragt,
wo Pflanzen grün gedeihen
und blühen Tag für Tag.

Ja, den Balkon ich hüte!
In frischer Luft und Licht
erfreut mich jeder Blüte
zart’‚ liebliches Gesicht.

Und muntrer Vögel Singen
erklingt in hellem Chor.
Die Melodien schwingen
sich himmelhoch empor.

Ich schau hinaus und träume
im Sommer, der so lind.
Die Wipfel alter Bäume
wiegt zärtlich leicht der Wind.

© Foto und Text: Ingrid Herta Drewing, 2013

Lim-Klim-Bim

( zur Vorgabe von 6 Begriffen)

Verdingungsverordnung in Baden
galt exklusiv für ’nen Saftladen.
Wer kam vom Parnass,
durft‘ trinken vom Fass
und dichten Wunschbrunnen-Tiraden.

Einst filmte in L.A. die Molly
bewaffnet mit ’nem Einkaufstrolley.
Dabei musst‘ sie eilen
durch zwölf Häuserzeilen
und rief laut, sie such‘ Wood aus Holly.

©  Text: Ingrid Herta Drewing

Foto: Pixabay

BLICK VOM TURM

Gedicht zu 6 Begriffen: Verdingungsordnung, Einkaufstrolley, Saftladen, Wunschbrunnen, Häuserzeile, Parnass

Menschen, klein, durch Häuserzeilen
mit dem Einkaufstrolley eilen,
gleichen Ameisen auf Reisen,
die Verdingungsordnung preisen;
wimmeln, drängen dicht wie Maden
nun zum Kauf vor dem Saftladen,
der als „Wunschbrunnen“ benannt,
Schnäppchen-Truhe ist bekannt.

Hoch vom Turm, im Traum-Parnass,
sieht ’s der Dichter, findet ’s krass,
sagt sich : „So was lass ich bleiben,
übe lieber mich im Schreiben! “

© Text: Ingrid Herta Drewing,

Foto: Pixabay

Juni auf dem Balkon

Zu früh verblichen Rosen,
die schön im Mai erblüht‘,
mit ihres Duftes Kosen
beglückten mein Gemüt.

Die Frucht nahm ich vom Zweige,
hoff‘, dass sie neu treibt aus,
schenkt Knospen, blüht inmitten
im dorn- bewachten Haus.
© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Sommermond

So golden sah ich ihn bisher noch nie,
den Mond so groß und rund zur Nacht erglänzen,
als klinge aus dem Reich der Phantasie
ein lieblich‘ Lied, und dessen Melodie
die Elfen locke lind zu sanften Tänzen.

Als wirke er so nah nun mit Magie,
sonst fern und kühl nur der Trabant der Erde,
fast unscheinbar in unsrer Galaxie,
ihm hier ein zarter Zauber Macht verlieh,
dass wundersam die Sommernacht noch werde.

© Foto und Text: Ingrid Herta Drewing

Sommermorgen

Im Silber-Schimmer liegt der Morgen,
und kleine Sänger lockt das Licht,
zu singen, weil der Tag anbricht.
Sie, nächtens noch im Nest geborgen,
genießen von den Wipfeln Sicht.

Das Tal erwacht, Auroras Grüße
am Himmel rosafarben strahlen;
sanft mag die Sonne noch hier malen,
gewährt dem Sommertag die Süße,
befreit die Welt aus allem Fahlen.

Sie trinkt den Tau von Wald und Wiesen
und küsst die Gräser, Blüten wach,
Sumpfdotterblumen dort am Bach.
In ihrem Golde lässt sie grüßen
die Ringeltaube auf dem Dach.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Mai-Ende

Auf diesem Foto strahlt noch Flieder hell.
Doch heute sah ich dort verwelkte Blüten.
Auch wenn der Mai nun endet viel zu schnell,
lockt uns ab Morgen Junis schöne Güte.

Vereinzelt sind verblüht die Lindenbäume,
ihr Duft erfüllte lieblich die Allee,
bescherte Bienen Nektar, Honigträume;
und nasenselig blickt‘ ich in die Höh’.

Und dort, wo jüngst in zarten, weißen Träumen
sich zeigten blühend Kirsch-und Apfelbaum,
mag nun das Reifen nicht die Zeit versäumen,
schenkt grünen Früchtchen ihren Wachstums-Raum.

Es birgt der Augenblick an jedem Tag
in Floras Reich ein wundersames Raunen.
Und Rosenknospen öffnen sich im Hag;
wir dürfen ihre Schönheit still bestaunen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Röderstraße, Mai,

Mai im Nerotal

Das Tal ist hell ergrünt, des Frühlings Segen
wirkt üppig nun der Wiese Blütenbild.
Es spielt der Mai April, schickt Sonne, Regen,
der Pflanzen wachsen lässt, den Schwarzbach füllt.

Des Löwenzahnes goldne Sonnen strahlen,
ein kleiner Baum mit Blüten-Tüchern winkt,
als wolle er vor Gänseblümchen prahlen,
wenn dort im Gras auch seine Blüte blinkt.

Der Taschentuchbaum darf im Licht erglänzen,
im Park er wohl zu den Exoten zählt.
Natur vermag uns vieles zu kredenzen,
und ihre Schönheit eigne Wege wählt.

© Fotos u. Text: Ingrid Herta Drewing

Floras Geschenke

Am 19.Mai wurde mein Taschenbuch
FLORAS GESCHENKE
veröffentlicht.
Es überreicht Menschen, die Poesie mögen, einen
Strauß vielfältiger Gedichte zu Blumen und Pflanzen, wie wir sie während der verschiedenen Jahreszeiten in unserem Land in Garten, Park und Wald finden dürfen oder auf dem Balkon hegen.

Jede Jahreszeit wird mit einem Akrostichon eingeführt, das inhaltlich Merkmale, die ihr eigen sind in gereimten Verszeilen aufscheinen lässt. Die Autorin bedient sich formal nicht nur des Schatzes, wie wir ihn aus der Überlieferung kennen ( Sonette dürfen da nicht fehlen), sondern hat auch ungereimte Gedichtsformen gewählt. Haiku und Senryu in deutscher Version bieten sich da neben traditioneller Natur-und Erlebnislyrik an.

Schwarz-Weiß- Fotos ergänzen die Texte.

ISBN 9783757550127 / 8.99€

FLORAS GESCHENKE ist im Buchhandel vor Ort, aber auch online bestellbar.

Das Buch eignet sich gut als kleines Mitbringel oder als „ Blumengeschenk“, das man in einem Brief versenden kann.
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Wonnemonat?

Von wegen „Wonnemonat Mai“!
Hier wettert graues Einerlei.
Es weint der Himmel sich vor Graus
die schönen, blauen Augen aus.

Denn von der Sonne keine Spur;
verwundert sucht man sie hier nur.
Hat ein Vulkan zu viel gespuckt,
dass sie beleidigt weg jetzt guckt?

Den Frühling stört das wohl noch nicht;
er lacht mit blühendem Gesicht.
Doch wenn der Mai so weiter graut,
kühl, windig in die Landschaft schaut,
dann werden sich die Bienen hüten,
kaum emsig fliegen zu den Blüten.

Das stört nicht nur den Imker dann,
wer Obst anbaut, der Gärtner kann
im Herbst auf Ernte kaum noch hoffen,
auch der Verbraucher ist betroffen.

Drum komm doch Sonne, bring dem Mai
das mit der Wonne schnell noch bei!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing