KI-FRAGE

Wenn man uns bald im Software-Lenz
des Menschen „Dernier Cri“ kredenzt,
ganz emotionslos Texte spinnt,
die künstliche Intelligenz
semantisch, strukturell „ersinnt“,
befolgt, was man ihr eingegeben,
dann ist das wohl ein künstlich‘ Leben,
in Algorithmen eingesponnen,
aus einem Fakten-Meer gewonnen
und doch auch trügerisches Walten,
weil nur in Servern dann erhalten,
bis man beginnt, sie auszuschalten.

Doch werden, weil man ja vernetzt,
auf vieler Unternehmen Schienen,
dem Ökonom-Prinzip zu dienen,
zu wehren auch der Konkurrenz,
viel Arbeitnehmer „freigesetzt“,
Berufs-Schwund ist die Konsequenz.

Wenn die KI mit ihren Schleifen
das akademische Begreifen
im Mehrwert sodann minimiert,
wird  dann nicht mehr so viel studiert?
Wird man beruflich sich hin wenden,
wo Menschen mit den eignen Händen,
Gefühlen zeichnen ihre Spur,
wertschätzen Menschlichkeit, Natur?

So vieles blieb / bleibt nicht erhalten,
das ist des Fortschritts zügig‘ Walten,
der unser Leben macht bequem.
Doch was dem einen angenehm
beschwert den andern ungeheuer.
Anpassung, sei es auch recht teuer,
wird da in großem Maß verlangt.
So mancher um die Zukunft bangt
und fürchtet – vielleicht ist ’s ja schlüssig –
es mach‘ der Mensch sich überflüssig.

© Text: Ingrid Herta Drewing

Foto: Pixabay,

Mein Gedicht

Und Worte, die aus Träumen fallen,
sie dringen hell in meinen Tag,
wo sie in Reimen widerhallen,
in Silben, Versen rhythmisch wallen,
wie ’s Bild, Gedanke schön behag‘.

Der Sehnsucht Bilder sind beileibe
recht viele, manche kaum bedacht;
doch schenkt mir alles, was ich schreibe,
poetisch, wohlig eine Bleibe,
mein Leben im Gedicht erwacht.

©Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Irdische Sicht

Hier die Illusion:
Erden-Weg führt zur Milchstraße,
Teil der Galaxie.

© Text: Ingrid Herta Drewing

Foto: Pixabay, Milchstraße

Astronomisches

Sternenhimmel,
Milliarden Galaxien,
unbekannte ferne Welten,
Geheimnisse dort im All.
Erden-Einsamkeit.

© Text: Ingrid Herta Drewing

Foto: Pixabay

Beim Anblick des Sternenhimmels

Wie flinken Ameisen ihr Bau gefällt
und Eintagsfliegen, deren kurzes Leben
zur Paarung schwärmend darf im Lichte schweben,
lebt vieles hier in seiner kleinen Welt,
um sich genetisch weiter zu verweben.

So viele Wesen, die nichts andres kennen,
sich stetig kümmern um ihr täglich Brot
und kämpfend sich verstricken in der Not,
sie müssen oftmals um ihr Leben rennen
und werden schließlich doch ereilt vom Tod.

Auch du beim Anblick von Milliarden Sternen,
fühlst dich fast schwindlig und als Wicht so klein.
Milliarden Galaxien in weiten Fernen
und schwarzer Löcher Sog, „Magneten-Kerne“,
sie sollen, sagt Astronomie, dort sein.

„Warum ist etwas und nicht nichts?“Dein Fragen
stößt da an Grenzen, doch im Dunkel Licht,
das im Verglühen jener Sterne spricht,
schenkt dir im Glauben noch ein liebend‘ Sagen,
gewährt dir hier auf Erden Zuversicht.

© Text: Ingrid Herta Drewing

Foto: Pixabay

Frühlingsmorgen

Dort im nahen Park
des Frühlings Blütengrüße,
Scillasterne, blau.

Die Amseln huschen
in die Forsythienhecken
neben der Parkbank.

Kühl ist der Morgen,
doch Nilgansküken am Teich
lernen das Schwimmen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing
Wiesbaden, Am Warmen Damm,

Geburtstagsgruß

Lieber Neithard, darf Dir heute
zum Geburtstag gratulieren,
reih‘ mich ein, denn vieler Leute
liebe Grüße reinspazieren.

Ja, ich wünsch‘, Dein neues Jahr
schenke Kraft Dir, Harmonie,
nicht mit Glücksmomenten spar‘;
weiterhin Musik, Esprit
mögen Deinen Weg begleiten,
Deine Kunst Dir Freud‘ bereiten!
Doch vor allem wünsche ich:
Gott behüte, schütze Dich!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Todesjahr 2022

Zu viele sind in diesem Jahr gegangen,
so viele Menschen, die nun nicht mehr da.
Der Tod, so gern verdrängt, nährt mein Verlangen
zu bleiben bei den Wesen, die mir nah.

Wohl wissend, dass ich’s nicht entscheiden werde,
trägt mich ein Hoffen, wärmt mir Seele, Sinn,
dass ich auf dieser wunderschönen Erde
noch etwas weilen darf, als Gast hier bin.

Noch bei den Meinen sein, die mir geblieben,
die Enkelkinder wachsen, reifen seh’n;
das Leben leben hier mit all den Lieben,
bevor mich ruft die Stimme, auch zu geh’n!

© Foto und Text: Ingrid Herta Drewing

Calendula

Calendula, du Blumenschöne,
jetzt bist du wieder hell erblüht;
dein Sonnenantlitz sendet Töne
mir golden strahlend ins Gemüt.

Erfreutest mich schon nach dem Kriege,
als ich war Kind, im Trümmermeer
war mir dein Anblick Lebenswiege,
du wuchst, wo alles schien so leer.

Ich war noch klein, und deinen Namen,
den hab’ ich damals nicht gekannt
wohl sammelte ich deinen Samen,
hab’ dich „mein Sonnenkind“ genannt.

Das bist du mir bis heut’ geblieben.
Nun schau ich schon nostalgisch hin.
So vieles, was als Kind wir lieben,
erfreut im Alter noch den Sinn.

© Text: Ingrid Herta Drewing

Foto: Pixabay

Naturschutz

Den Frauenschuh, den ich hier seh‘,
kauft man nicht bei Zalando,
trägt ihn auch nicht beim Tango,
denn er ist eine Orchidee,
dient keinem Deko-Eigennutz,
steht unter ganz besond’rem Schutz.

© Text: Ingrid Herta Drewing

Foto: Pixabay