Archive for the Category Sonette

Es streift der junge Herbst schon durch den Garten,
bemalt vereinzelt Bäume hier geschwind;
begleitet wird er da von frischem Wind,
der Blätter lupft, den Reigen flugs zu starten.
Doch mittags mag der Tag sich heiß noch zeigen;
Spätsommers Feuer schwelen in der Glut.
Beschaulich man im Schatten träumend ruht
und lauscht dem zarten Flüstern in den Zweigen.
Als strebe nun das Jahr, reif zu vollenden,
womit Natur hier Flora reich bedacht,
ein Ernte-Spiel vor langer Nebelnacht.
Und Früchte fallen aus dem Nussbaum sacht;
das Eichhörnchen sie sammelt mit Bedacht;
auch du birgst diesen Schatz in deinen Händen.
© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing
September 8th, 2024 | Ernte, Fauna, Flora, Frühherbst, Herbst, Sonett, Sonette, Spätsommer | Tags: | Kommentare deaktiviert für Spätsommers Ende
Im Herzen der Blume schlummern die Träume,
bis sie, zart knospend im Lichte erwacht,
erscheinen in ihrer blühenden Pracht
und lieblich duftend erfüllen die Räume.
Nach lichtem Beginn ein Wachsen und Reifen,
auch Wehren zu forschem Regen und Wind,
begrüßend jedoch die Immen gelind
und Schmetterlinge, die flatternd sie streifen.
Anmutig das, was vollkommen, erstreben,
dennoch nicht scheuen die Mühe und Last,
nährt tief im Herzen der irdische Gast
innig dies Hoffen auf Liebe und Leben.
So, als sei ’s göttlich ihm vorgegeben,
sich mit dem Ewigen hier zu verweben.
© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing
August 13th, 2024 | Besinnliches, Sonette | Tags: Leben | Kommentare deaktiviert für Im Herzen der Blume
Den Park, den Herbst so farbenfroh beschenkt’,
hält Nebelgrau fast bleiern nun gefangen.
Von dieser dichten Feuchte eingeschränkt
beginnt der Tag dort nicht mit goldnem Prangen.
Er fügt sich ein in jene Trauertage,
die im November finden ihre Zeit,
und passt zu Krieg, Tod, Not in stiller Klage
um Übel, das die Menschheit schier entzweit.
Du sehnst herbei wie Sonne jetzt den Frieden,
wünschst, dass kein Mensch mehr tragen muss dies Leid,
kein ferngelenkter Tod mehr sollt’ hienieden
zerstören Länder, Leben vor der Zeit.
Der Wahn, das blinde Hassen, sollte enden,
gemeinsam walten, sich zum Guten wenden.
© Ingrid Herta Drewing,
Foto Pixabay
November 3rd, 2023 | Gesellschaftskritisches, Krieg, Leben, Sonette | Tags: Frieden, Krieg, Nebel, Sonne | Kommentare deaktiviert für November 2023
Nun, da die Tage sich im Grau verlieren,
der Nebel seine feuchten Schleier spinnt,
ersehnst du Licht, willst wohlig Wärme spüren
und hoffst, dass bald ein Tagen hell beginnt.
Da schätzt du dein gemütliches Zuhause,
beschaulich hörst du, wie Musik erklingt,
und mögen draußen auch die Stürme brausen,
erfreut dich eine Stimme, die schön singt.
Genießt die Poesie mit allen Sinnen,
und viele Bücher stehen dir bereit.
Das Abenteuer Lesen darf beginnen,
entführt dich aus der grauen Nebel Zeit.
Hörst still, was deine innre Stimme spricht,
hältst Glücksmomente fest, auch im Gedicht.
© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing
Oktober 27th, 2023 | Besinnliches, Buch, Glücksgefühl, Herbst, Lesen, Musik, Poesie, Sonette, Spätherbst | Tags: | Kommentare deaktiviert für Spätherbst

Aus dunkler Nacht sich sanft der Morgen schält,
dem müden Dämmern noch anheim gegeben.
Ein Tag, den Herbstes Kühle sich erwählt,
um hier an feuchten Schleiern mit zu weben.
Verschwommen die Konturen; dort im Tal,
wo sonst von weitem schon der Kirchturm blinkt,
trifft Nebeldichte ihre Tarnungswahl,
und alles matt im Einheitsgrau versinkt.
Jedoch der junge Tag, der Sonne Strahl,
sie lassen bald die Helligkeit obsiegen.
Was vormals darbte, schien dem Auge fahl,
darf nun erwachen, sich im Golde wiegen.
Es schenkt die Sonne ihres Lichtes Gunst,
beleuchtet glänzend Herbstes Farben-Kunst.
© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Nerotal
September 20th, 2023 | Farben, Herbst, Sonette | Tags: | Kommentare deaktiviert für Herbsttag
Ein Tag so frühlingsmild, die Bäume blühen,
verströmen ihren lieblich feinen Duft
und eifern mit des Himmels Blau, das Glühen
der Sonne golden wärmt die klare Luft.
Da wähn‘ ich mich im Mai, nicht im April,
kann leicht gekleidet nun im Park spazieren,
der hell ergrünend mir gefallen will,
beglückend auch der Vögel Jubilieren.
Es schenkt Natur zum Fest ein Auferstehen,
erneuert’s Leben meiner kleinen Welt.
Da mag ich ahnen, hoffen und verstehen,
dass Freude, Liebe alles hier erhält.
Und stimme froh ins „Resurrexit“ ein,
in Christi Obhut sei mein menschlich Sein!
© Foto u. Text : Ingrid Herta Drewing
April 10th, 2023 | Ostern, Sonette | Tags: Frü+hling, Resurrexit | Kommentare deaktiviert für Ostermontag



Des Frühlings Zeit ist nah, bald wird er blühen;
schon säumen Krokus-Grüppchen seinen Stamm,
die farbenfroh im Mittagslicht erglühen,
dem Nachtfrost trotzen, der sie hält noch klamm.
In seinem Blütenwipfel wird das Singen
der Vögel hell ertönen, schallen weit.
Die Amsel darf ihr Abendständchen bringen,
zum Melodien-Solo wohl bereit.
Auch wird dies‘ Grünen, Blühen nicht verhehlen,
wie schön das Leben hier im Lichte schwingt,
beglückend tief ergreift uns Sinn und Seele,
und Leichtigkeit in unser Dasein dringt.
Bald weilt der Lenz bei uns in Park und Garten,
und freudig seh‘ ich ’s, kann es kaum erwarten
© Fotos und Text: Ingrid Herta Drewing,
März 18th, 2023 | Fauna, Flora, Frühling, Nerotal, Sonette, Wiesbaden | Tags: Kirschblüte, Leben, Vogelsamng | Kommentare deaktiviert für Japanischer Kirschbaum im Nerotal
So nah der Grenze, denn bald musst du gehen,
genießt du täglich dieses Lebens Spur,
als ließe dich dein Alter tief verstehen,
wie kostbar die Geschenke der Natur.
Erlebst beglückt, wie hier die Jahreszeiten
im Wechselspiel verändern Park und Hag,
nach Blühen, Fruchten ein Hinüber-Gleiten
in Herbstes Gold, dem Winter folgen mag.
Und dennoch mischt sich Wehmut in dein Sinnen,
als hieße dich der Wandel: „ Sei bereit,
bald wird für dich der letzte Tag beginnen,
dann gibt auch dir der Tod sein stumm Geleit!“
Doch „Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei“
versprechen dir ein Licht, das ewig sei.
© Text: Ingrid Herta Drewing,
Foto: Ingmar Drewing
März 16th, 2023 | Jahreszeiten, Leben, Licht, Liebe, Sonette | Tags: Jahreszeiten | Kommentare deaktiviert für Abschiedsgedanken

Wie jedes Jahr folgt man dem alten Brauch,
schmückt Markt und Straßen hell mit Leuchtgirlanden
und Tannenbäumen, Sternverzierung auch,
Adventszeit-Zauber hier in unsren Landen.
Als könne man nun dadurch Frieden finden,
der immer noch so rar in dieser Welt,
wo die Despoten töten, Kräfte binden,
dem Guten wehren, das sie nicht bestellt‘.
Doch heilsam für die Seele scheint zu sein,
wenn etwas Schönes unsrem Blick gefällt.
Wie gern man glaubt, adventlich zeig‘ sich rein,
was wir ersehnen, was am Leben hält.
Trotz Leid und Krieg bewahren wir den Glauben
an Liebe, Hoffnung, Sieg der Friedenstauben.
© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing
Dezember 10th, 2022 | Adventszeit, Rituale, Sonette | Tags: Adventszeit | Kommentare deaktiviert für Rituale

Am Rand des Eichenwaldes in der kleinen Klause
erfreut mein Blick sich an dem satten Grün,
erlebe die Natur jetzt als Zuhause,
wo mir die Jahreszeiten hell erblüh’n.
Zwar Sommersonne greift mit heißen Händen
dem Wäldchen harsch ins grüne Angesicht;
doch wird dann bald die Trockenheit hier enden,
ein Regenbogen zeigt sein farbig Licht.
Und Pfützen dürfen Himmels-Augen spielen,
bis Sperlinge sie flugs benutzt als Bad.
Ich mag sie still bewundern, froh mich fühlen,
genieße frische Luft, die talwärts naht.
Bin Teil des Lebens auf der schönen Erde
und hoff‘, dass man sie pfleglich hegen werde!
© Foto u.Text: Ingrid Herta Drewing, 2022
August 16th, 2022 | Lebensfreude, Natur, Sommer, Sonette | Tags: Sommer, Wald | Kommentare deaktiviert für Sommer-Gedanken