Archive for the Category Kinder

 
 

Martins Gans ( Plot-Reimerei)

Die Kinder baten
Vater Hans:
„ Lass sie leben
unsre Gans!“

Und statt tot,
als Martins-Braten,
watschelt Emma
nun im Garten.

Dieb bei Nacht,
schleicht heran,
denkt, er kann
Werte stehlen
und verhehlen,
Mitternacht
keiner wacht.

Falsch gedacht!
Vor dem Haus
Gans laut schnattert,
Licht entfacht.
Dieb, verdattert,
nimmt Reißaus.

Familie froh,
Gans sowieso!

© Ingrid Herta Drewing

Muttertagsblumen

Der Flieder und die Tulpen hier im Park,
die sind gewiss am Morgen dezimiert.
So manches Bürschchen, das im Klettern stark,
dringt ein, pflückt sich den Strauß für Muttertag
weil ihn die leere Börse hat schockiert.

Die Mutter freut sich alle Jahre wieder,
glaubt, dass ihr Sprössling sich was angespart,
ihr dankt in seiner liebevollen Art,
und wundert sich, dass er so höflich, bieder
ohne Papier den Strauß ihr schenkt, apart.

So meint der Sohn dann auch, zur Promenade
sei heut’ der Park wohl nicht der rechte Ort;
da trieben zu viel Jogger ihren Sport.
Viel schöner sei ’s doch an des Sees Gestade,
und überzeugend lockt er Mutter fort.

Drum, Mütter, schätzt die Blumen auf Papier,
das kleine, bunte, selbst gemalte Bild,
auch wenn’s im Farbenspiel schier überquillt!
Das ist noch wahre Kindesliebe hier,
die mit Geduld und Herz dies’ Blatt gefüllt.

© Ingrid Herta Drewing

Verwaiste Mutter

Fest hielt ich dich an meiner Hand,
jedoch die Welle riss dich fort.
Nun irre ich durch dieses Land,
durchsuche nach dir Ort für Ort.

Dort ,wo wir wohnten, Heimat, Haus,
seh’ ich nur Schutt, ein Trümmermeer.
Ich steh verkrampft, vor Kummer leer,
und kenne mich hier kaum noch aus.

Wo kann ich dich nur wiederfinden?
Mir ist, als sei mein Herz zerrissen.
Wie könnte ich es je verwinden,
wenn ich dich immer müsste missen?

Habe dein Püppchen heut’ gefunden;
Ach, wiegtest du es noch im Arm!
Mein Kind, mein Liebstes, käm’ doch Kunde,
dass du geborgen bist ganz warm!

Ingrid Herta Drewing

Kinder an der Krippe

Es leuchten Kerzen, grüner Tannen Garten;
und wieder wird geheimnisvoll nun starten
die Gnadenzeit, Advent, ein Neubeginn.
Die Kinder, die in freudigem Erwarten
auf ’s Christkind hoffen, zieht ’s zur Krippe hin.

Andächtig finden sie hier auch die Hirten,
die kniend dort mit ihren Schafen sind,
im alten Stall, nah Eselchen und Rind,
Maria, Josef, Weise, die einst irrten
und dennoch fanden durch den Stern zum Kind.

Das Christkind liegt dort nackt auf bloßem Stroh,
kein Tüchlein gibt es, Windeln oder so.
Die Kinder würden es gern warm bedecken.
Doch lächelt dieses Jesulein so froh
im Schlafe, und sie wollen es nicht wecken.

So zünden sie nur fromm die Kerze an
und bitten Gott, er schenke ihnen Segen,
inständig auch, das Christkind gut zu hegen,
vertrau’n dem Kindl ihre Wünsche an
und bitten um den Schutz auf allen Wegen.

Ingrid Herta Drewing

Frühsommer

Ein Flüstern in den Wäldern;

das Bächlein plätschert sacht.

Es blühen blau die Felder,

Lavendelduft in Pracht.

Und wispernd in den Wiesen

flirrt zart der Sommerwind,

der rote Mohn mag grüßen

das schön bekränzte Kind.

Es tanzt dort, selig träumend,

und singt sein helles Lied.

Im Schatten alter Bäume

ich sitz‘, froh mein Gemüt.

Und  fühle mich geborgen

in diesem Sommerglück,

ich  frage nicht nach  Morgen,

verwehr’ der Zeit den Blick.

Ingrid Herta Drewing

Zaunkönigskinder

Das Nest ist leer, wo sind sie nur?

Die Mutter sucht die Jungen,

begibt sich auf des Piepsens Spur,

Stimmfühlung, Not gedrungen.

Zaunkönigs Heimstatt in der Hecke,

sehr kunstvoll dort gebaut.

Der Junge wollte nicht erschrecken,

hat nur mal nachgeschaut.

Jedoch die kleinen Vogelkinder,

sie flogen aus dem Nest.

Betroffen sah der kleine Sünder

sie hetzen ins Geäst.

Der Vogelmutter lautes Pfeifen

zeigt ihm den Kummer an.

Jetzt lernt der Bub recht gut begreifen,

dass Schlimmes er getan.

Ingrid Herta Drewing

Im Wind

Dohl

Es biegt der Wind die Birkenzweige,

die jungen Blätter flattern wild,

als habe nun zur Tagesneige

sich hier der Windsbraut Wunsch erfüllt.

Nur auf dem Dache dort die Dohlen,

sie sitzen da, fast unberührt,

erspähen keckernd, unverhohlen,

welch Schauspiel hier wird aufgeführt.


Im Hof sind Kinder, werfen Flieger,

die sie gebastelt aus Papier,

hoch in die Luft. Wer ist der Sieger?

Der Rote, der fliegt weit von hier!

Auch dieser Wettstreit geht zu Ende;

Die Mutter ruft zum Abendbrot.

Den Dohlen bleibt nun das Gelände.

Die Birke strahlt im Abendrot.

Ingrid Herta Drewing

Kind sein

Imibau

Kind sein heute, ist doch schwer.

Oft lässt man ihm kaum den Raum,

wo es spielend, ohne Wehr,

kann erleben seinen Traum.

Wo es geht, Automobile

grenzen ein die kleine Welt,

Luft voll Feinstaub, Abgasschwüle;

sehr oft Husten es befällt.

In den Medien, aufgesetzt

zeigt man ihm ein Kinderbild,

das Erwachsne eingeschätzt,

irreal, falsch, trendy-wild.

Viele Eltern, Angst besessen,

was die Zukunft bringen mag,

sind dabei, fast zu vergessen,

was ein Kind braucht, wirklich mag.

Schon im Kleinkindalter hetzen

sie es, fest verplant die Stunden,

woll’n es an den Rechner setzen,

lassen es nicht ungebunden.

Spielend seine Welt entdecken,

Tiere, Wiesen, Wald und Feld,

sich im hohen Gras verstecken,

laufen, tollen, wie ’s gefällt.

Gebt dem Kind die Kindheit wieder,

mag es seine Wunder sehn.

Liebt es, singt mit ihm die Lieder,

zeigt ihm die Natur, die schön!

Ingrid Herta Drewing

Der falsche Nikolaus

kopie-nilausMein Onkel war der Nikolaus,
das hab’ ich gleich gesehen;
denn an der Tür zu unserm Haus
wollt’ Schnuffi zu ihm gehen.
Er wedelte froh mit dem Schwanz.
Das macht er nur bei Onkel Hans.

Ich habe aber so getan,
als hätt’ ich nichts geahnt.
Nur als der Niko-Onkel mich
mit ernstem Blick ermahnt’
und zu mir sagte: „Besser dich!“,
da musste ich doch schmunzeln
und Onkel Hans die Stirne runzeln.

Ich wollt’ ja den Erwachsenen
die Freude nicht verderben
und außerdem find’ ich es schön,
so ein Geschenk zu erben.
Der wirkliche Sankt Nikolaus,
der kommt nur nachts heimlich ins Haus.
Das weiß ich, denn ich kenn’ mich aus.

Ingrid Herta Drewing

Kindergedichte

Pusteblume

Ich pflück mir eine Pusteblume,

die pust’ ich an ganz doll.

Und viele Schirmchen fliegen dann

hoch in die Luft.

Wie toll!


Schmetterling


Ich male einen Schmetterling,

hellblau mit einem gelben Fleck.

Und wenn ich ihm ein Küsschen geb’,

macht’s pling, verzaubert fliegt er weg.


Eichhörnchen


Was raschelt dort im Haselstrauch?

Es ist der Herbst, der haust hier auch,

wirft reife Nüsse runter.

Das Eichhörnchen wird munter.

Sieh!

Es hat schon die Nuss gefunden,

springt auf den Baum,

ist flugs verschwunden!


Ingrid Herta Drewing