Hochsommer-Idylle

Gefächerte Jalousien
zerlegen der Sonne Licht,
die nach dem Morgenglühen
helles Tagen verspricht.

Noch weilt hier Kühle im Zimmer,
die sanfte Gabe der Nacht,
bis mittags Hitzegeflimmer
heizt auf, was weilt unterm Dach.

Im Freien lockt dich der Schatten
der Bäume, das Bad im See,
darfst dann, erfrischt nach Ermatten,
dich ausruhen hier im Klee.

Du träumst, beschaulich die Stille,
nur leises Immengesumm.
Dein sonst so bemühter Wille
genießt des Pan Zeit nun stumm.

© Ingrid Herta Drewing,2016

Ringelgenatzt

Es liebt mein Schatz
des Ringelnatz‘
besondren Satz;
meint, auch ich sollte
ohne Bedenken
aus meinem Ofen
’ne Kachel schenken.

Hätte es gern getan,
hab’ aber Heizung nur,
ganz profan.
So schenk’ ich halt,
weil sie parat,
’ne alte Kachel
aus dem Bad.

Ingrid Herta Drewing