Archive for the Category Herbst

 
 

Herbstlicht

Oktober, die goldenen Horden,
ein Leuchten in Garten und Wald.
Noch schlafen die Stürme im Norden,
und mittags schenkt Sonne Gestalt.

Da stehen die sonnigen Blumen
hier hell vor dem Hause Spalier,
im Lichte der wärmenden Muhme
dies’ Lächeln der blühenden Zier.

Das Blattgold, geherzt in den Linden
und Birken, ein seidener Hauch,
sich lösend nach sanftem Entbinden
darf schweben von Bäumen und Strauch.

© Foto u. Text / Ingrid Herta Drewing
Wiesbaden, Am Warmen Damm, Gingko

Herbstflirt

Ich könnte mich in diesen Herbst verlieben,
in seine Farbenpracht, der Blätter Bunt,
die warmen Strahlen, die den Tag durchsieben,
wenn hoch im Blau der Sonne golden Rund.

Jedoch ist dieser Bursche recht durchtrieben,
wirft Nebelkerzen, hüllt hier ein die Stadt.
Bald wird die Malkunst in den Wind geschrieben,
nach kurzer Vernissage welkt Blattwerk matt.

Da muss, was jetzt so schön erscheint, zerstieben.
Er gibt sich dann meist frostig, feucht und kalt,
wird kahle Bäume barsch ins Blickfeld schieben,
verleiht Vergänglichkeit erneut Gestalt.

Obwohl er auch mit Frost noch nach Belieben
aus Nebelschleiern Silber-Raureif wirkt,
wär‘ ein Verlieben maßlos übertrieben.
Ein kurzer Flirt nur, mehr scheint nicht verbürgt!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Am Warmen Damm

Herbstmorgen

Befreit von Nacht und Nebelhülle
erstrahlt im Morgenglanz die Welt.
Ins Tal ergießt sich goldne Fülle,
die Sonne sanft die Stadt erhellt.

Und bringt auch in den dunklen Gassen
die lichte Freude in den Tag,
lässt Leben klar den Himmel fassen.
Ein Herbsttag, wie ich ihn gern mag!

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing
Wiesbaden, Schlossplatz,
„Figur mit Schatten“,1984,Thomas Duttenhoefer

Herbstbilder

Ja, ich weiß es, Herbststurm, Früchte, Blätter,
das sind Bilder, tausendfach belichtet.
mancher fände es wohl sicher netter,
wenn den Herbst man nicht mehr so bedichtet’.

Dennoch trägt mir stets dann im Oktober
die Natur, ganz ungefragt, die Bilder an,
wenn der Blätter prächtiges Zinnober
in Alleen und Gärten glühend singen kann.

Und ich lasse mich dazu verleiten,
schier von diesem Anblick farbentrunken,
was ich sehe, reimend zu begleiten,
nicht beachtend ein poetisch’ Unken.

Werde Impressionen, die beglücken,
wieder aus des Herbstes Bäumen pflücken.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Goldener Oktober

Herbst wird es nun, und letzte Falter schwirren,
um auf des Efeus Blüten auszuruh’n;
dort, wo auch Hummeln, flugs mit Pollenschuh’n ,
am Mittag in des Lichtes Strahlen flirren.

Ein Aufschub nur, der Frühherbst mag ihn schenken,
bevor der Nordwind in die Blätter fasst,
sich kühl erweist als harscher, wilder Gast,
und Kraniche den Flug nach Süden lenken.

Noch ist die Zeit der goldnen Farbgesänge,
des Laubes leuchtend Spiel in Büschen, Bäumen,
das Tal schön zierend und die steilen Hänge.

Bis dann die Landschaft ruht in Nebelräumen,
und leise schwingen jene Abschieds-Klänge,
die uns begleiten hin zu Winterträumen.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,

Klarer Herbstmorgen

Solch einen Morgen lob ich mir!
Blauhimmel, hell der Sonne Strahlen,
und Maler Herbst ist fleißig hier,
zeigt seine Farbkunst im Revier,
beginnt die Blätter zu bemalen.

Als flösse alles Himmelslicht
jetzt in die Landschaft, Büsche, Bäume,
damit zum Abschied ihr Gesicht
in abertausend Farben spricht,
Natur nun paradiesisch träume.

So kündet Ende an Beginn.
Und mögen Winter, Nebelzeiten
ihr Bild auch grau bald stellen hin,
wird doch des Lebens Frühlingssinn
uns hoffnungsfroh und heiter leiten.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden, Kurpark

Herbstlich

Heut zeigt der Herbst ein grau Gesicht,
lässt uns am Morgen Kälte spüren:
Noch ist September, ihn stört’s nicht,
zu postulieren Sonn-Verzicht,
nimmt Alpen winterlich in Pflicht,
den Schneefall reichlich zu erküren.

Für uns im Tal schickt er den Regen,
in Bach und Fluss das Wasser steigt.
Nach Sommers Trockenheit, ein Segen,
um Felder, Wälder noch zu hegen,
wenn auch zum Teil auf falschen Wegen
er oft zu Übertreibung neigt.

Ich warte auf sein farbig Malen,
wenn er den Büschen, Bäumen schenkt
der goldnen Kleider leuchtend Strahlen,
bevor November sie zu kahlen
Gestalten in des Nebels fahlen
feuchtkalten Tag ins Abseits drängt.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Im Wind

Himmlische Tänze
an der Schnur, Wind getrieben,
Herbstes Drachenspiel.

© Text: Ingrid Herta Drewing
Foto: Pixabay

Herbstglück

Mein Rosenstock erwacht in neuer Blüte,
als ob statt Herbstbeginn nun Frühling wär‘.
Er schenkt dies Leuchten, Düfte süßer Güte
auf dem Balkon im hellen Lichte her.

Jetzt, da schon viele Vögel südwärts zogen
und Nebel morgens grau das Tal erfüllt,
folgt Flora strebend noch dem Sonnenbogen,
der hier den Wunsch nach Wärme mittags stillt.

Es ist, als schenke Herbst ein neues Leben,
das Laub in Büschen, Bäumen golden glüht;
da darf mein Blick sich freudig hier verweben,
von Farben trunken klingt dies Abschiedslied.

Des Phönix Sang folgt feurig die Natur;
wir ahnen schon im Welken Frühlings Spur.

© Foto u. Text: Ingrid Herta Drewing

Bitte

Nein, Herbst, ich will den Sommer noch nicht lassen,
wenn er sich gütig warm und licht hier gibt.
Zwar könnt’ ich seine Hitze manchmal hassen,
doch seine grünen Blicke sind mir lieb.

Auch mag ich ihn, wenn seidig seine Lüfte
umschmeicheln uns in einer milden Nacht,
die Sternenträume des Jasmin, die Düfte
und Blütenfeuer, die er sanft entfacht.

Die Reife, die er bringt, die goldnen Ähren,
den blauen Himmel, helles Morgenlied,
obwohl er garstig sein kann, mag uns stören,
wenn er gewitternd über Land ’mal zieht.

Wart’ bitte noch ein Weilchen! Im Kalender
ist doch erst in zwei Wochen dein Termin.
Dann kannst du kommen, färben am Geländer
die Blätter jener Ranken, die jetzt grün.

© Foto u. Text : Ingrid Herta Drewing,
Wiesbaden Kurpark